Makroebene Fengxian, Masterplan 2020, optimierter Masterplan 2020 Der geltende Masterplan sieht eine siedlungsstrukturelle Erweiterung aller neun Orte vor mit einer Verstärkung der Schwerpunktorte Nanqiao und Fengcheng. Aufgrund einer unzureichenden Verflechtung von Wohn-und Arbeitsplatzstandorten würde diese neue Siedlungsstruktur zu einem Mehrenergiebedarf gegenüber 2006 zwischen 144% -153% führen. Demgegenüber wird in einem optimierten Masterplan 2020 ein verändertes Konzept mit Nanqiao als eindeutig dominierendem Monozentrum des Distrikts verfolgt. Dort soll auch die Mehrzahl der neuen Arbeitsplätze konzentriert werden. An den weiteren acht Orten wird ein ausgewogenes Einwohner-/ Arbeitsplatzverhältnis angestrebt. Für diesen optimierten Masterplan würde der Zuwachs an Energiebedarf bei „nur“ 103% -111% liegen. Die Einsparung aufgrund verbesserter Siedlungsstruktur läge gegenüber dem geltenden Masterplan bei immerhin 17%.
Mikroebene Stadt Nanqiao, Ist-Zustand 2006 In Nanqiao leben heute auf einer Fläche von 74,74 km2 etwa 180.000 Einwohner. Die Altstadt ist relativ dicht bebaut, die übrigen Bereiche sind teilweise noch frei von Bebauung oder nur bruchstückhaft besiedelt. Der Baubestand ist im Wesentlichen zwischen den Jahren 1981 und heute entstanden und weist eine -an europäischen Standards gemessen -überwiegend schlechte Energieeffizienz auf. Das Straßennetz ist bereits für zukünftige Anforderungen erstellt worden, dennoch treten bereits heute tägliche Engpasssituationen auf.
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Mikroebene Stadt Nanqiao, Masterplan 2020 und optimierter Masterplan 2020 Nach dem geltenden Masterplan sollen in Nanqiao ca. 220.000 weitere Einwohner eine neue Heimat finden, sodass die Distrikthauptstadt dann insgesamt 400.000 Einwohner aufweisen wird. Das Arbeitsplatzangebot soll auf 230.000 anwachsen. Die Verkehrsinfrastruktur basiert auf einem rasterförmigen Hauptstraßennetz und bietet im Bereich des öffentlichen Verkehrs neben einem Busliniennetz eine Metrolinie mit Anbindung nach Shanghai sowie ein ausgedehntes Netz an teilweise schiffbaren Kanälen. Der Masterplan ist durch eine ungünstige Zuordnung von Wohn-, Arbeitsplatz-und Versorgungsstandorten und einer peripher geführten Metrolinie charakterisiert. |
Dem geltenden Masterplan wurden deshalb alternative siedlungsstrukturelle Ansätze gegenübergestellt. Die auf das Energieziel bezogen günstigste Stadtstruktur wurde mit einem sog. Idealszenario erzielt. Gegenüber 2006 steigt der mobilitätsbezogene Energiebedarf im Masterplan auf mehr als das Dreifache (327%), im optimierten Masterplan hingegen „nur“ auf das Zweieinhalbfache (258%). Das siedlungsstrukturelle Einsparpotential zwischen optimiertem und geltendem Masterplan beträgt dabei 14%. Zusammen mit einer ordnungspolitischen Komponente, was die Flottenzusammensetzung betrifft, kommt man auf ein Einsparungspotential von 21%. Damit wird erkennbar, dass für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung weitere Entwicklungen (alternative Kraftstoffe, sparsame Fahrzeuge) einzubeziehen sein werden, die einer noch weitergehenden ordnungspolitischen Unterstützung bedürfen. |
Im Bereich der Gebäudenutzung zeigen die Berechnungen, dass der Energieverbrauch im Masterplan unter Beachtung der steigenden Komfortansprüche und der aktuell geltenden Baunormen bis 2020 gegenüber 2006 auf das Zweieinhalbfache steigen wird (265%). Im optimierten Masterplan unter Beachtung verschärfter Baunormen kann dieser Anstieg auf 152% reduziert werden. Damit wird deutlich, dass in der Gebäudenutzung erhebliche Einsparpotentiale liegen, deren Aktivierung bis 2020 durch verschärfte Baunormen und entsprechende Förderprogramme unterstützt werden muss.
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Aus den Berechnungen kann auch der Pro-Kopf-Verbrauch für Mobilität und Gebäudenutzung abgeleitet werden. Er steigt bei Umsetzung des geltenden Masterplans von 4.300 kWh/a (2006) auf 5.100 kWh/a (2020). Unter Ausnutzung der genannten Minderungspotentiale würde der Energieverbrauch pro Kopf hingegen auf 2.900 kWh/a sinken. |
Zusätzlich sollte die Energieversorgung durch dezentral verfügbare regenerative Energieträger ergänzt werden, allein schon, um die Problematik des mobilitätsbezogenen Energiebedarfs zu entschärfen. Die Berechnungen zu diesen Erzeugungspotentialen sind noch in Arbeit, sie werden bis zur Jahrestagung abgeschlossen sein.
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Es zeigt sich, dass die bestehenden Planungen im Distrikt Fengxian noch beachtliche Energieeinsparpotentiale enthalten. Denn es ist deutlich erkennbar, dass das aktuelle stadt-und verkehrsplanerischen Wissen zur Energie reduzierenden Interaktion zwischen Flächennutzung, Stadtform und Mobilität in die Planungen nicht berücksichtigt wurde. Und es ist auch nicht absehbar, ob Energie reduzierende Gebäudestandards im Zuge der Realisierungen mit Nachdruck verfolgt werden. |
Vor diesem Hintergrund sind die Untersuchungsergebnisse der Forschergruppe, die in regelmäßiger Rückkopplung mit den zuständigen Planungsbehörden entwickelt und bewertet wurden, ein erster Schritt, um den chinesischen Verantwortlichen beispielhaft auch in der Region Shanghai die Potentiale für eine postfossile, CO2-redzierende Stadtentwicklung zu vermitteln. |
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