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Konzept

Die Sommeruniversität für Frauen in Natur- und Ingenieurwissenschaften, ihrer Idee nach ein Beitrag zur Gleichstellungspolitik, öffnete ihre Pforten erstmals im Jahr 1990 in Duisburg. Seit 1995 verfolgt die Sommeruniversität den Anspruch, Mädchen und Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet anzusprechen und wurde daher als Bundesweite Sommeruniversität der Universität Duisburg-Essen fortgeführt.

Erstes Ziel der Sommeruniversität ist eine verstärkte Rekrutierung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses in den Natur- und Technikwissenschaften. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass sich der Großteil der Schulabgängerinnen immer noch für die so genannten frauentypischen Studien- und Ausbildungsgänge, wie beispielsweise den Dienstleistungsbereich bzw. die Geistes- und Kulturwissenschaften, entscheidet. Der Anteil weiblicher Studierender in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen hingegen liegt bei etwa 30 Prozent, und der statistische Schnitt sinkt mit steigendem Qualifikationsniveau.

Genau an diesem Punkt möchte die Sommeruniversität ansetzen, indem sie versucht, gleichstellungspolitische Instrumente der Förderung von Mädchen und Frauen innerhalb von Gender-Mainstreaming zu verorten, ohne dabei den eigenständigen Charakter klassischer Frauenförderung zu negieren. Vielmehr soll der Blick stärker auf die gesellschaftspolitisch vermittelten und geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Lebensverhältnisse und (Entscheidungs-) Situationen von Frauen und Männern gelenkt werden.

Vor diesem Hintergrund lädt Sommeruniversität jährlich Schülerinnen ein, an einer Projektwoche in den Sommerferien teilzunehmen. Die Teilnehmerinnen haben im Rahmen der Orientierungs- und Einführungsveranstaltungen (Seminare, Exkursionen, Laborversuche etc.) der beteiligten natur- und technikwissenschaftlichen Fachbereiche die Möglichkeit zu einer gezielten Orientierung bezüglich der individuellen Studien- und Berufswahl. An einem Tag der Projektwoche absolvieren die jungen  Frauen zusätzlich ein Kontaktikum, d.h. verschiedene Unternehmen aus der Region stellen sich als potentielle Arbeitgeber vor, und eröffnen den Teilnehmerinnen die Chance, konkrete Anwendungsbezüge eines natur- bzw. technikwissenschaftlichen Studiums, auch in der Industrie und Wirtschaft, kennen zu lernen.

Betreuung durch Tutorinnen

Unsere Tutorinnen sind überwiegend Studierende aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften.
Sie begleiten die S.U.N.I.-Teilnehmerinnen in die einzelnen Veranstaltungen. Jede Schülerin hat einen persönlichen Stundenplan und wird einer Kleingruppe zugeordnet. Die Tutorin hat die Aufgabe, der Gruppe den Übergang von der Schule in ein Studium transparent zu machen, Gesprächskontakte zu den Professorinnen, Professoren und DozentInnen herzustellen, Studienstruktur und Leistungsanforderungen zu erklären. Dabei werden sie durch die Zentrale Studienberatung und durch Beratungsgespräche der Kontaktpartner aus den Fachbereichen unterstützt.

Ganz wichtig ist aber vor allem die persönliche Erfahrung in der Studienplanung, die die Tutorinnen den Schülerinnen vermitteln können. In persönlichen Gesprächen können Insider-Informationen über einen Studiengang ausgetauscht werden. Die Tutorinnen haben dabei die Aufgabe, Unsicherheiten bezüglich der Wahl eines naturwissenschaftlichen oder technischen Studiums aufzubrechen, um eine zukunftsorientierte Karriereplanung für Frauen in Naturwissenschaft und Technik transparent zu machen.

Ziele der Tutorien:

  • Erhöhung der Attraktivität eines naturwissenschaftlichen oder technischen Studiums für Frauen
  • Stärkung des Selbstbewusstseins der Schülerinnen im Hinblick auf ihre Studien- und Berufswahl
  • Schaffung einer Grundlage, ein Studium erfolgreich abzuschließen
  • Etablierung von Patenschaften zur weiteren Beratung bei Studienbeginn