Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Wolfgang Sand besteht seit Anfang der 80er Jahre und beschäftigt sich schwerpunktmässig mit Themen wie biologische Laugung, biogene Beton- und Metallkorrosion. Der mikrobiologische Fokus liegt dabei hauptsächlich auf chemolithotrophen, (stark und gemäßigt) acidophilen Bakterien des Schwefel- und/oder Eisenkreislaufes (Thiobacillen, Leptospirillen) sowie auf Sulfat reduzierenden und Manganionen oxidierenden Mikroorganismen.
Die Arbeiten verlaufen im Labor wie auch im Rahmen zahlreicher Feldversuche (in situ) ausgesprochen anwendungsorientiert und dienen der vertiefenden Untersuchung verschiedener Grundlagenaspekte zum Verständnis natürlicher Stoffkreisläufe und mikrobieller Oberflächenbeläge (Biofilme, Biofouling). Dabei werden auch technische Problemstellungen berührt (Metallgewinnung aus Armerzen, Grundwasserkontamination durch Schwermetalle, mikrobiell beeinflusste Metallkorrosion), was in der Industrie auf grosses Interesse stösst und in zahlreiche Kooperationen mündet(e). Darüber hinaus ist die Arbeitsgruppe in verschiedenen nationalen und europäischen Fachgremien für Biolaugung oder mikrobielle Werkstoffzerstörung vertreten. Hierdurch wird ein Know-How-Transfer (z.T. in andere, nicht mikrobiologische Forschungsdisziplinen und in die Praxis) sicher gestellt, der entscheidend zur Qualifizierung der Mitarbeiter beiträgt.
Die wissenschaftliche Ausrichtung des Arbeitskreises AQUATISCHE BIOTECHNOLOGIE bezieht aktuell Untersuchungen zur Biokorrosion an (technisch genutzten) Stahlbauwerken, zur Bioflotation und Oberflächenbesiedelung sulfidischer Minerale sowie physiologische Arbeiten zur Charakterisierung diesbezüglich relevanter Bakterienstämme ein. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Dichtungssystemen für (Ab)wassertransportleitungen unter besonderer Berücksichtigung der mikrobiellen Besiedel- und Abbaubarkeit vorangetrieben.
