"Biologie im Kontext" (bik) ist ein vom BMBF gefördertes Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, innovative Unterrichtskonzeptionen und Aufgaben für den Biologieunterricht zu entwickeln, zu evaluieren und zu implementieren. Dabei sollen die Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern gefördert und Biologie-Lehrkräfte bei der Unterrichtsentwicklung unterstützt werden. Die Rahmenkonzeption basiert auf den von der Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlichten Bildungsstandards und zielt methodisch auf eine verstärkte Nutzung von Anwendungskontexten im Unterricht.
Das Kooperationsprojekt, an dem die Universitäten Duisburg-Essen, Gießen, Göttingen, Münster und Oldenburg beteiligt sind, wird durch das Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) in Kiel koordiniert.
"Biologie im Kontext" an der Universität Duisburg-Essen
Der Schwerpunkt des BMBF-Projektes Biologie im Kontext (bik) in der Didaktik der Biologie an der Universität Duisburg-Essen liegt im Kompetenzbereich "Fachwissen" erwerben und anwenden. Kompetenzentwickung in einem Fach vollzieht sich in der Verbindung von fachspezifischem Wissen und Können. Für den Kompetenzbereich "Fachwissen" bedeutet dies den Erwerb aufeinander aufbauender, umfangreich vernetzter, langfristig behaltener Wissensstrukturen, die in unterschiedlichen Situationen zur Lösung fachspezifischer Probleme angewandt werden können.
Ziel der Projektarbeit ist die Entwicklung von Unterrichtsvorschlägen und -materialien, insbesondere Aufgaben, die den Erwerb und die Anwendung biologischen Fachwissens gezielt fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Integration basaler biologischer Konzepte und Prinzipien als Strukturierungs- und Vernetzungshilfen in den Unterricht, um kumulative Lernprozesse anzuregen.
Grundlage der Materialentwicklungen ist ein biologiespezifisches Kompetenzstrukturmodell, welches im Laufe der Projektarbeit empirische Fundierung erfährt. Inwieweit die Integration unterrichtlicher Maßnahmen der Kompetenzentwicklung im Bereich "Fachwissen" gelingt, wird durch Videographie von Unterricht evaluiert und mit den beteiligten Biologielehrerinnen und -lehrern ausgewertet. Durch forschungsbasierte Unterrichtsentwicklung und Evaluation wird so ein Beitrag zur Weiterentwicklung der beruflichen Professionalität der Lehrkräfte in diesem Kompetenzbereich geleistet.
Setarbeit
Aufbauend auf der symbiotischen Implementationsstrategie von ChiK (Gräsel & Parchmann, 2004) arbeiten in den Arbeitsgruppen (Sets) Lehrkräfte, Wissenschaftler und Vertreter der Bildungsadministration zusammen. Diese Arbeitsgruppen verstehen sich als Lerngemeinschaften, die gemeinsam Unterrichtskonzeptionen und Aufgabenbeispiele zur Kompetenzförderung entwickeln, erproben und optimieren. Die Universität Duisburg-Essen betreut die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz (Übersichtsposter).
Kontextorientiertem Lernen wird eine zentrale Bedeutung bei der flexiblen Wissensanwendung und der Interessensförderung zugesprochen. Weiterhin wird vermutet, dass sich kontextbezogene Aufgaben positiv auf den Lernerfolg auswirken. Empirische Evidenz besteht für die Steigerung der Lernmotivation durch an einem Kontext orientierte Unterrichtsansätze; nicht abgesichert ist jedoch, ob sich auch die grundlegende Einstellung der Lernenden verändert und der Lernerfolg gesteigert wird.
Ziel des Dissertationsprojektes ist es daher, mittels einer 2x2-Interventionsstudie zu untersuchen, welchen Einfluss kontextorientiertes Lernen auf das Interesse und die Leistung hat. Weiterhin soll geprüft werden, welchen Einfluss das Erstellen von Concept Maps als Lernhilfe auf den Wissenserwerb hat. Die Studie wird in der achten Jahrgangsstufe des Gymnasiums mit 300 Schülern und Schülerinnen durchgeführt.
Kontextbezogene Aufgaben dienen dabei der Förderung der Wissensanwendung und -flexibilisierung. Von den Lernenden selbst generierte Concept-Maps werden als Strukturierungshilfe beim Erwerb basaler fachlicher Zusammenhänge eingesetzt. Die Wirksamkeit von Concept-Maps und kontextbezogenen Aufgaben wird mit Hilfe fachspezifischer Leistungstests und Schülerfragebogen zu Interesse und Motivation geprüft. Die Veränderung der Lernprozesse wird studienbegleitend durch Videobeobachtung kontrolliert. Es wird ein durch den Kontextbezug gesteigertes Interesse erwartet, das sich positiv auf den Leistungszuwachs auswirken soll. Das Erstellen von Concept Maps soll den vernetzenden Wissenserwerb erleichtern und zu einem besser strukturierten Fachwissen führen. Im Ergebnis des Projektes wird die Aufklärung der Bedeutung der Fachstruktur, repräsentiert durch Concept-Maps, im Vergleich zur Bedeutung der Anwendungskontexte in Form kontextbezogener Aufgaben für die Strukturierung kumulativer Lernprozesse im naturwissenschaftlichen Unterricht erwartet.
Das Dissertationsprojekt wird im Rahmen der von der DFG geförderten Forschergruppe und des Graduiertenkollegs „Naturwissenschaftlicher Unterricht“ im Projekt Kontext und Concept-Maps durchgeführt.
gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft