Dissertationsprojekt

Unterrichtsqualität im Fach Biologie

Stefanie Wüsten

Im Rahmen der Unterrichtsqualitätsforschung wurde eine Vielzahl isolierter fachunabhängiger Faktoren identifiziert, welche die Lernleistung der Schülerinnen und Schüler beeinflussen. Die Wirkung inhaltsspezifischer Kriterien blieb häufig ebenso unberücksichtigt wie eine Analyse der Interaktion dieser Faktoren. Ziel des Projektes ist es, die empirisch belegten fachunabhängigen Kriterien der Unterrichtsqualität in ihrer Bedeutsamkeit für die Lernleistung im Biologieunterricht zu überprüfen, um inhaltsspezifische Qualitätskriterien zu erweitern und die Interaktion beider Aspekte in einer Interventionsstudie im Fach Biologie zu untersuchen.

Da für den Biologieunterricht keinerlei aktuelle Studien zur Unterrichtsqualität vorliegen, werden hierzu 49 aus der ersten Förderphase der Forschergruppe vorliegenden Unterrichtsvideos diesbezüglich einer Reanalyse unterzogen. Die so identifizierten Qualitätskriterien werden in einem experimentellen Design bezüglich ihrer Wirkung auf die Lernleistung der Schülerinnen und Schüler und hinsichtlich erwarteter Interaktionseffekte untersucht. Das Projekt leistet durch die Beschreibung von Qualitätsmerkmalen des Biologieunterrichts einen Beitrag zur Unterrichtsqualitätsforschung innerhalb der Biologiedidaktik und trägt durch die Untersuchung der Interaktion von fachunabhängigen und inhaltsspezifischen Qualitätsmerkmalen darüber hinaus zu einer Erweiterung des Konzepts der Unterrichtsqualität bei.
Das Dissertationsprojekt wird im Rahmen der von der DFG geförderten Forschergruppe und des Graduiertenkollegs "Naturwissenschaftlicher Unterricht" durchgeführt.

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Dissertationsprojekt

Das fachdidaktische Wissen der Lehrkraft als Einflussfaktor auf die Unterrichtsqualität

Stephan Schmelzing

Das  Konstrukt der Lehrerexpertise postuliert, dass es möglich ist die Komplexität erfolgreicher Unterrichtsprozesse auf Aspekte der Lehrerexpertise zurück zu führen (Shulman, 1986, 1987; Bromme, 1995, 1997). Erste empirische Studien bestätigen  die Existenz des bisher von der Expertiseforschung theoretisch beschriebenen Konstruktes des fachdidaktischen Lehrerwissens (Baumert et al., 2006). Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Diagnoseinstruments zur Erfassung des fachdidaktischen Lehrerwissens, mit dessen Hilfe der Einfluss des fachdidaktischen Lehrerwissens auf die Unterrichtsqualität im Biologieunterricht untersucht werden kann.

Zu Beginn des Projektes wird eine explorative Interviewstudie zwecks Identifizierung biologiespezifischer Unterrichtsqualitätsmerkmale durchgeführt. In Kooperation mit dem DFG-Projekt „Unterrichtsqualität im Fach Biologie“ werden anschließend 47 aus der ersten Förderphase der Forschergruppe vorliegende Unterrichtsvideos einer hoch- und niedrig-inferenten Analyse hinsichtlich fachunabhängiger und fachspezifischer Qualitätsmerkmale unterzogen. Die Ergebnisse werden mit Schülerleistungsdaten in Beziehung gesetzt. Die als leistungswirksam identifizierten Qualitätskriterien werden gemeinsam mit Ergebnissen der Lehrerexpertiseforschung genutzt um ein Instrument zur Erfassung des fachdidaktischen Lehrerwissens zu entwickeln. Das Instrument wird nach vorheriger Evaluation (N=50) in der Hauptstudie an 150 Biologielehrkräften zusammen mit einem Schülerfragebogen zur Unterrichtsqualität eingesetzt.
Das Projekt leistet durch die Beschreibung von fachspezifischen Qualitätsmerkmalen des Biologieunterrichts einen Beitrag zur Unterrichtsqualitätsforschung innerhalb der Biologiedidaktik und trägt durch die Untersuchung des fachdidaktischen Lehrerwissens zu einer Erweiterung des Konzepts der Unterrichtsqualität im Biologieunterricht bei. Das Dissertationsprojekt wird im Rahmen der von der DFG geförderten Forschergruppe und des Graduiertenkollegs "Naturwissenschaftlicher Unterricht" durchgeführt.

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Dissertationsprojekt

Vernetzung und kumulatives Lernen im Biologieunterricht

Julia Wadouh

Die vergleichsweise unbefriedigenden Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler in internationalen Vergleichsstudien wie z.B. TIMSS werden u.a. darauf zurückgeführt, dass im naturwissenschaftlichen Unterricht zu wenig kumulativ gelernt wird. Wenn kumulativ gelernt wird, werden Inhalte und Prozesse aufeinander aufgebaut, systematisch vernetzt, immer wieder angewandt und aktiv gehalten. Vielfach wird jedoch bemängelt, dass Unterrichtsinhalte sowohl über die Schuljahre hinweg als auch innerhalb der einzelnen Schulstunden und Unterrichtseinheiten kaum vernetzt vermittelt werden und so ein längerfristiges Behalten der Lerninhalte stark erschwert wird. Inwieweit im Fach Biologie Unterrichtsinhalte vernetzt unterrichtet und so kumulative Lernprozesse bei Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, ist bislang nicht untersucht. Ziel des Projektes ist es daher zu klären, ob und in welcher Weise vernetzender Biologieunterricht stattfindet. Es werden Faktoren identifiziert, die einen vernetzenden Unterricht charakterisieren und der Einfluss von vernetztem Unterricht auf den Wissenszuwachs und die Wissensstruktur der Schülerinnen und Schüler untersucht. Hierzu werden 50 Klassen des 9. Jahrgangs per Video aufgezeichnet und der Unterricht wird auf der Grundlage eines Kodiersystems bezüglich vernetzender Anteile analysiert. Die Lernleistung der Schüler wird anhand eines Leistungstests erhoben und die erworbenen Wissensstrukturen mit Hilfe von Concept Maps abgebildet. Als Kontrollvariablen werden Interesse, Motivation und Beliefs der Schülerinnen und Schüler erhoben. Im Ergebnis des Dissertationsprojektes werden Empfehlungen zu lernwirksamen Strategien der Vernetzung von Unterrichtsinhalten und Verfahren für die Schulpraxis erwartet.

Das Dissertationsprojekt wird im Rahmen der von der DFG geförderten Forschergruppe und des Graduiertenkollegs "Naturwissenschaftlicher Unterricht" im Projekt "Vertikale Vernetzung" durchgeführt.

gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft