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Als einziger noch lebender Vertreter der Klasse Ginkgopsidae (Ginkgoartige)
wird der Ginkgo häufig als "lebendes Fossil" bezeichnet. Erste fossile
Funde sind bereits aus dem späten Paläzoikum (vor 250 Millionen
Jahren) bekannt. In Europa sind die ältesten fossilen Funde von Ginkgoverwandten
rund 30 Millionen Jahre alt. Von der Trias (Beginn: vor 225 Millionen Jahren)
bis zur Kreidezeit (Beginn: 135 Millionen Jahren) waren die Vertreter der
Klasse Ginkgopsidae in einer sehr großen Formenvielfalt fast auf
der ganzen Erde beheimatet. Heute liegen die ursprünglichen Vorkommensgebiete
des Ginkgo nur noch in Süd-Ostchina. Man ist sich jedoch nicht einig
darüber, ob es in Süd-Ostchina tatsächlich noch natürliche
Vorkommen gibt, oder ob der Ginkgo nur nicht ausgestorben ist, weil er immer
wieder von Menschen angepflanzt wurde. Denn bereits im 11. Jahrhundert wurde
(wie Aufzeichnungen in der chinesischen Literatur belegen) der Ginkgo von
Menschen in größerem Umfang angepflanzt. Nach Europa gelangte
der Ginkgo erst 1730, und zwar in den Botanischen Garten von Utrecht. Der
Ginkgo wird etwa 30 m hoch und soll bis zu 2000 Jahre alt werden können.
Die ältesten bisher gefundenen Ginkgobäume in China werden jedoch
"nur" auf 1000-1200 Jahre geschätzt. Die Form der Blätter hat schon
Goethe 1815 angeregt, ein Gedicht über sie zu schreiben. Heute werden
meist in Asien, aber auch in Europa und Amerika, die Blätter mit Metalllegierungen
aus Gold, Silber oder Kupfer haltbar gemacht und zu Modeschmuck verarbeitet.
Viel größere Bedeutung haben die Blätter des Ginkgos aber
als Arzneimittel, in Deutschland werden sie in erster Linie zu durchblutungsfördernden
Mitteln verarbeitet. Die 1992 auf den Markt gekommenen Produkte haben mittlerweile
einen Marktanteil von einem Drittel aller durchblutungsfördernden Produkte.
Aber auch die Samen des Ginkgos werden vielseitig eingesetzt. Unter dem
Namen "pa-kewo" oder "bai-guo" kann man die aus der Samenschale entfernten
Embryonen auch bei uns in Dosen kaufen. Sie gelten in China als Delikatesse
und sollen für uns wie "harzige" Kartoffeln schmecken. Mit 67% Stärke,
etwa 15 % Proteinen und 3% Fett sind sie sehr nahrhaft. |
(last modified: 08.01.2004, MJe)