14.12.2010

Lebhafte Diskussionen beim ersten Duisburger NanoDialog

Rund 200 Zuhörer waren am Freitag, 10. Dezember 2010, in den kleinen Saal der Mercatorhalle zum ersten Duisburger NanoDialog gekommen. In zwei Podien diskutierten Wissenschaftler, Industrievertreter und Verbraucherschützer über Chancen und Risiken der Nanotechnologie. Begleitet wurden die Diskussionsrunden von einer Ausstellung mit anschaulichen Exponaten aus der Nanoforschung.

Immer häufiger taucht das magische Wort „Nano“ auf Produkten vom Badreiniger bis zu Sportsocken auf. Doch was nützen die unvorstellbar winzigen Teilchen wirklich? Muss man sich vielleicht sogar vor manchen fürchten? Wie entstehen die neuartigen Materialeigenschaften in der Welt der millionstel Millimeter? Diese und viele andere Fragen standen im Mittelpunkt des ersten Duisburger NanoDialogs, der am Freitag, 10. Dezember 2010, im kleinen Saal der Mercatorhalle im Duisburger Citypalais vom Center for Nanointergation Duisburg-Essen (CeNIDE) veranstaltet wurde.

Die erste Podiumsdiskussion unter der Moderation von Ingolf Baur, der vielen Besuchern schon aus der TV-Wissenschaftssendung „nano“ bekannt war, widmete sich dem Thema „Nano im Alltag“. Nach einem kurzen Einführungsvortrag des Fachjournalisten Klaus Jopp wurden zusammen mit Dr. Rolf Buschmann (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen) und Prof. Reinhard Zellner (Universität Duisburg-Essen) die Vor- und Nachteile von Produkten diskutiert, die bereits Nanomaterialien enthalten. So ging es unter anderem um die Frage, ob der Nutzen von Nanosilber-Socken mögliche Umweltgefahren aufwiegt, und wo schon Nanopartikel bei der Lebensmittelprodukton zur Anwendung kommen. Die Experten kamen bald überein, dass „Nano“ nicht per se gut oder schlecht ist, sondern immer der spezielle Einzelfall kritisch betrachtet werden muss.

In der zweiten Diskussionsrunde „NanoVision“ standen Trends aus der Forschung und erste Anwendungen im Mittelpunkt. Prof. Günter Schmid (Universität Duisburg-Essen) führte kurz ins Thema ein und erörterte dann mit Dr. Thomas Epprecht (Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft), Dr. Thomas Kuhlbusch (Institut für Energie- und Umwelttechnik) und Prof. Alfred Nordmann (TU Darmstadt) die Möglichkeiten der Nanotechnolgien in zukünftigen Anwendungen vom Straßenbau bis zur Raumfahrt. Hier wurde besonders deutlich, dass die Einsatzmöglichkeiten von „Nano“ auf vielen verschiedenen Gebieten von der Elektronik über die Medizin bis zur Energietechnik so vielfältig sind, dass eine pauschale Bewertung unmöglich ist. Fasziniert erlebte das Publikum, wie unterschiedlich sich die Podiumsteilnehmer aus Ihrer jeweiligen Perspektive dem Thema näherten.

Die rund 200 Zuhörer zeigten sich sehr interessiert und aufgeschlossen, was sich in den Fragen an das Podium widerspiegelte und auch am regen Kontakt mit den Referenten in der Pause deutlich wurde. Einer der Besucher freute sich über die "außerordentlich verständliche und informative Veranstaltung". Als Laie sei er skeptisch gewesen, ob es überhaupt Sinn habe, zu der Veranstaltung zu gehen "Diese Skepsis war vollkommen unbegründet. Ich wünsche mir, dass dem 1. Dialog noch weitere folgen können“. Die Diskussionen wurden begleitet von einer Nano-Ausstellung, bei der Besucher Nanoforschung auf verschiedensten Gebieten hautnah erlebten. So konnte man mit dem Raster-Kraftmikroskop Hügellandschaften von wenigen Atomen Höhe erforschen oder Magnetfelder im Ferrofluidbrunnen sichtbar werden sehen.

Dr. Marion Franke, Organisatorin des ersten Duisburger NanoDialogs, zeigte sich über das große Interesse begeistert: „Natürlich freuen wir uns, dass so viele Leute gekommen sind. Das zeigt, wie wichtig es ist, mit dem Thema Nano aus dem Labor an die Öffentlichkeit zu gehen.“ So wurden beim gemütlichen Ausklang des Abend mit Currywurst und Glühwein bereits Ideen für eine Fortsetzung ausgetauscht. „Das Interesse ist riesig und das Thema unerschöpflich", resümierte die Organisatorin. "Sicher werden wir die Veranstaltung im nächsten Jahr weiterführen.“

Video Podiumsdiskussion „Nano im Alltag“ [WMV, 01:02:23]
Video
Podiumsdiskussion „NanoVision“ [WMV, 01:10:12]
Video Impressionen [WMV, 00:04:21]