Fakultät für Chemie
Kurzprofil

Studierende im Grundpraktikum Chemie.
Die Welt der Chemie ist riesengroß, denn sie strebt nach Beziehungen: zu allen anderen naturwissenschaftlichen Fächern, zur Medizin, zum Ingenieurwesen, zur Informatik. Dieser Hang zu den Nachbarn kennzeichnet auch die Chemie an der UDE. Neue Werkstoffe in der Industrie, neue Heilverfahren in der Medizin, Klimaforschung, Wasserwirtschaft, Untersuchungen im Biofilm-Labor - es sind Stichwörter, die für das Grenzen überschreitende Spektrum des Lehr- und Forschungspotenzials stehen, abschließend beschreiben können sie es nicht.
Da befasst sich eine Arbeitsgruppe mit der Oberflächenveredlung durch nur eine Molekül-schicht dicke Polymerfilme, wo sonst in Lacken rund 300 Moleküle übereinander getürmt sind und entsprechend mehr Material verbrauchen. Da durchbrechen andere die Grenzen zwischen toter und lebendiger Materie, indem sie für Menschen mit schweren Schädelverletzungen biologisch abbaubare Implantatplatten herstellen, die schließlich in stabiles körpereigenes Material umgewandelt werden. Da fragen wiederum andere, ob die Kommunen, zu denen sich Bakterien, Mikroben & Co. in Biofilmen zusammenfinden, als Beläge irgendwann nicht mehr nur ärgerlich sind, sondern nutzbringenden Anwendungen zugeführt werden können. Chemische Prozesse spielen sich auf der Nanometer-Skala und darunter ab. So ist es kein Wunder, dass Nanopartikel, Selbstorganisationsphänomene von Molekülen und neue (Nano-)Werkstoffe eine prominente Rolle in der Fakultät einnehmen.
Man kann das alles auch studieren. Am Ende ist man Bachelor of Science in Chemie und nach der Weiterqualifizierung Master of Science - entweder in Chemie oder in Medizinisch-biologischer Chemie. Und dann gibt es noch das in Deutschland nirgendwo sonst angebotene Bachelor-/
Master-Programm Wasser - Chemie, Analytik,
Mikrobiologie, das umfassende naturwissenschaftliche Kenntnisse in einem der wichtigsten globalen Zukunftsthemen vermittelt. Dieser Studiengang ist international orientiert: Viele Studierende verbringen Teile ihres Studiums im Ausland, viele AusländerInnen kommen im englischsprachigen Master-Programm hinzu. Damit es aber überhaupt Studierende für diese spannenden Themen gibt, ist ein engagierter Chemieunterricht an allen Schulformen Voraussetzung. Die dazu notwendigen Studiengänge sind auch alle im Angebot der Fakultät, verbunden mit einem exzellenten Forschungsumfeld in chemiebezogener Lehr-Lern-Forschung.
