Studieninhalte


Das Didaktische Grundlagenstudium Deutsch (DGD) vermittelt grundlegende Qualifikationen zum professionellen Umgang mit Sprache in allen Fächern der Grund-, Haupt- und Realschule sowie der entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschule. Da die Lehr- / Lernprozesse aller Unterrichtsfächer grundsätzlich sprachlich fundiert sind, soll das Didaktische Grundlagenstudium die notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen zur Initiierung, Begleitung, Beurteilung und Förderung von Lernprozessen vermitteln. Dazu gehören Fähigkeiten der Beobachtung, der Analyse und Förderung von sprachlichen Lern- und Entwicklungsprozessen sowie Wissen über Formen, Funktionen und Wirkungen von Sprache. Das DGD muss entsprechend sicherstellen, dass Lehrerinnen und Lehrer die Fachsprache und die Unterrichtsdiskurse ihres Fachs reflektieren und mit den Lernprozessen ihrer Schülerinnen und Schüler in Verbindung bringen können.

Inhalte
Das DGD-Studium ist in drei Module gegliedert:
A Sprachlichkeit von Lehr-, Lern- und Unterrichtsprozessen
B Sprachliche Entwicklungsprozesse: Aneignungsstrategien und Lernformen
C Berufsbezogene Kommunikationsfähigkeit

Modul A: Sprachlichkeit von Lehr-, Lern- und Unterrichtsprozessen

Thema des Moduls ist die Sprachlichkeit von Lehr-, Lern- und Unterrichtsprozessen in allen Fächern. Das Modul vermittelt sprach-, schrift-, text- und medientheoretisches Grundlagenwissen. Die Rolle der (Fach-)Sprache in den Lehr-Lern-Interaktionen bildet dabei den besonderen Schwerpunkt. Das Studium des Moduls soll dazu befähigen, die sprachlichen Dimensionen, Prozesse und Strukturen des fachlichen Lehrens und Lernens beschreiben, beurteilen und beeinflussen zu können. Das setzt ein theoretisch fundiertes Verständnis des Zusammenhangs von Denken, Sprechen und Handeln voraus, wobei die Besonderheiten von mündlichem und schriftlichem Sprachgebrauch zu berücksichtigen sind.
Hierbei lernen die Studierenden,

  • die Rolle von Sprache und Medien bei der Aneignung fachlichen Wissens in unterschiedlichen Zusammenhängen zu berücksichtigen,
  • die sprachliche Interaktion als zentrales Element von Unterricht zu analysieren, zu reflektieren und zu berücksichtigen,
  • das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit für die verschiedenen fachlichen Lern- und Kommunikationsprozesse (auch bei mehrsprachigen Schüler/innen) einzuschätzen,
  • die besonderen Bedingungen fachsprachlicher und virtueller Kommunikation für Lehr- und Lernprozesse zu erkennen, zu analysieren und zu berücksichtigen,
  • die besonderen individuellen und institutionellen Bedingungen mehrsprachiger Lern- und Kommunikationsprozesse zu erkennen, zu analysieren und zu berücksichtigen.

Modul B: Sprachliche Entwicklungsprozesse: Aneignungsstrategien und Lernformen

Aus der Neuorientierung (fach-)didaktischer Konzepte vom Lehren auf das Lernen folgt die Notwendigkeit, die Mechanismen sprachlichen Lernens auf verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen zu kennen, um Lernkontexte und unterrichtliche Unterstützungs- und Beurteilungsverfahren diesen entsprechend zu gestalten. Das Modul vermittelt Einsichten in die Abfolgen und Aneignungsformen mündlicher und schriftlicher muttersprachlicher und zweitsprachlicher Spracherwerbsprozesse. Studierende werden dadurch befähigt, sprachliche Lern- und Entwicklungsprozesse anzubahnen, zu fördern und zu beurteilen.
Hierbei lernen die Studierenden,

  • Prozesse des Sprechens und Verstehens, des elementaren Schriftspracherwerbs sowie des Lesens und Verstehens von Texten in ihren Teilkomponenten zu diagnostizieren, durch Fordern und Fördern bei der weiteren Aneignung zu unterstützen sowie angemessen zu beurteilen, besondere Berücksichtigung findet auch das Erstlesen und Erstschreiben,
  • entsprechende Erwerbsprozesse in der Zweitsprache bei nicht primär deutschsprachigen Schülerinnen und Schülern in ihren Teilkomponenten zu diagnostizieren, durch Fordern und Fördern bei der Aneignung zu unterstützen sowie zu beurteilen.

Modul C: Berufsbezogene Kommunikationsfähigkeit

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule verlangt die Aneignung umfassender sprachlich-kommunikativer Kompetenzen. Das Modul vermittelt in dieser Hinsicht unter anderem durch Erkundungen und praktische Übungen elementare Kenntnisse und Fähigkeiten professionsbezogener sprachlicher Kommunikation in den Kernbereichen des Unterrichtens, des Erziehens und Beratens. Dazu gehören vor allem die schulstufenspezifischen diskursiven und literalen Kompetenzen.
Hierbei lernen die Studierenden,

  • Situationen und Formen sprachlicher Kommunikation in den Kernbereichen professionellen Lehrerhandelns begrifflich zu unterscheiden, pragmatisch zu reflektieren und methodisch zu erproben,
  • Verfahren insbesondere der Beratung und der Diagnose sowie Förderkonzepte von Fall zu Fall einzusetzen und
  • die Bedeutung der wachsenden Interkulturalität und Mehrsprachigkeit für Lehrerhandeln zu erkennen.

 

Voransicht des Modulverlaufsplanes (zum Vergrößern anklicken)
Voransicht des Modulverlaufsplanes (zum Vergrößern anklicken)

Studienverlauf und Modulverlaufsplan

Modul A und C bilden zusammen das Grundstudium, Modul B das Hauptstudium. Nach dem Studienverlaufsplan wird ab dem zweiten Fachsemester parallel A1, C1 und C2 belegt, im dritten Fachsemester A2, A3 und C3. Die Veranstaltungen innerhalb eines Moduls stehen in einem thematischen Zusammenhang und bauen zumeist aufeinander auf. Modul B mit den Veranstaltungen B1, B2, B3 und B4 wird nach Abschluss des Moduls A und C in zwei oder mehr Semestern besucht.


Jede Veranstaltung umfasst 2 SWS; die Vorlesungen A1, C1 und B1 werden mit Klausuren oder einer vergleichbaren Leistung abgeschlossen, die erfolgreiche Teilnahme an den Seminaren und Übungen (A2, A3, C2, C3, B2, B3) wird aufgrund kleinere Arbeiten nachgewiesen. Leistungsnachweise werden wahlweise in B2 oder B3 über die Anfertigung einer Hausarbeit oder eines Referats mit Ausarbeitung erworben. Im Anschluss an die Veranstaltung B4 wird das Studium durch eine Klausur abgeschlossen, die eine Teilleistung des Staatsexamens ist.

Der Studienverlaufsplan ist so abgestimmt, dass die Studierenden das DGD zwischen dem zweiten und fünften Fachsemester absolvieren können. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass sich die Studierenden in der Studieneingangsphase wie in der Examensphase auf die Fachstudien und das Erziehungswissenschaftliche Begleitstudium konzentrieren können.