An vielen Hochschulen im deutschsprachigen Raum existieren bereits die ersten Ansätze im Diversity-Kontext, die jedoch bis dato unter anderem Namen praktiziert und kommuniziert werden. Zusammenfassend wird im Folgenden vorgeschlagen, welche Schritte bei der Einführung von Diversity Management (DiM) empfehlenswert sind.
Empfohlen wird hier die direkte Verknüpfung mit der Hochschulleitung, was dementsprechend kurze Kommunikationswege zur Folge hat.
Praxisbeispiele:
Prorektorat für DiM
Diversity-Beauftragte/r oder -Manager/in
Gender & Diversity-Beauftragte/r
Existierende Initiativen und Maßnahmen
Sammlung und Überblick, welche Maßnahmen und Initiativen in Verbindung mit einzelnen Diversity-Merkmalen an der Hochschule bereits existieren und wer die verantwortlichen AkteurInnen sind.
Akteure mit Diversitätsorientierung
Vernetzung aller AkteurInnen mit Diversitätsorientierung und deren Initiativen und Maßnahmen innerhalb der Hochschule. Dazu zählen u.a.:
Gleichstellungsbeauftragte/r
Behindertenbeauftragte/r
Studentenwerke
Asta
Studentengemeinden
Akademisches Auslandsamt (AAA) / International Office
Sprachenzentren
Soziale Dienste
Studierendenberatung
ggf. Controlling-Abteilung
...
Interne und externe Kommunikation
Vernetzung, Bündelung und Präsentation der Informationen, Initiativen und AkteurInnen im Diversity-Kontext, zunächst auf der:
Homepage der Hochschule (z.B. Diversity-Homepage), später auch in:
Newsletter
Broschüren
und allen weiteren Informationsmaterialien
Beginn mit den ersten Informationsveranstaltungen, Workshops, Events u.a.:
internationale Feste
Celebrating Diversity
Suche und Mobilisierung weiterer Akteure
Mobilisierung der bestehenden und Suche nach weiteren und neuen AkteurInnen und Institutionen im Diversity-Kontext innerhalb aber auch außerhalb der Hochschule:
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Katholischer Akademischer Austauschdienst (KAAD)
Stipendienwerke / -geber
Sponsoren
Stiftungen
Vereine
Verbände
Gleichzeitige Abfrage und Erhöhung der Bereitschaft derer inner- und außerhalb der Hochschule. Beginn von Netzwerkarbeit, der Sammlung und Entwicklung von weiteren DiM-Initiativen und -Maßnahmen.
Diversity-Profiling und -Monitoring
Analyse der Hochschule, Feststellung und Sichtbarmachung der Vielfalt der Hochschul-Mitglieder (Studierende, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche MitarbeiterInnen) als Zahlen, Daten und Fakten.
Analyse der Bedürfnisse, Schwierigkeiten und Schwachstellen im Hinblick auf die Vielfalt und den Umgang mit der festgestellten Vielfalt.
Entwicklung einzelner Kennzahlen für zukünftiges Diversity-Monitoring und die Messbarkeit der Erfolge, der Effektivität und Effizienz einzelner DiM-Initiativen und -Maßnahmen (ggf. gemeinsam mit der Controlling-Abteilung).
Anschließend interne und externe Berichterstattung und Präsentation der (Zwischen-)Ergebnisse, um regelmäßiges Monitoring zu ermöglichen.
Konzept / Entwicklung und Strategien
Beginn mit der Konzeptentwicklung für die gesamte Hochschule, Miteinbeziehung der Diversity-Aspekte in die Hochschulstrategien und Überlegungen zu neuen und zusätzlichen DiM-Maßnahmen und -Initiativen.
Es wird empfohlen, dieses gemeinsam auf Grundlage der bereits vorhandenen Ressourcen und der gesammelten Erfahrungen der o.g. internen AkteurInnen zu entwickeln. Diese besitzen oft bereits jahrelange Erfahrungen und bewährte Initiativen im Umgang mit Menschen, die unterschiedliche Diversity-Merkmale vorweisen.
Schulungen / Aufklärung und Curriculum
Erste Angebote im Bereich:
Diversity-Training
Sensibilisierung
Gleichbehandlung
Diversity-Management (DiM)
Diversity Marketing (DM)
und alle weiteren Möglichkeiten der Aufklärungsarbeit im Bereich Diversity für Studierende und MitarbeiterInnen.
Miteinbeziehung von Diversity- und DiM-Themen als Bausteine/Module ins Studium und Curriculum.
Weitere Kontaktpersonen und Verantwortliche
Suche bzw. Ernennung von Kontaktpersonen, Verantwortlichen und AnsprechpartnerInnen in einzelnen Fachbereichen, Fakultäten und Forschungseinrichtungen in der Hochschule.
Erstellung einzelner Ziel- und Leistungsvereinbarungen in Verbindung mit Diversity und im Rahmen von DiM mit den jeweiligen Fachbereichen bzw. Fakultäten als „top-down-Strategie" seitens der Hochschulleitung.
Interne Good und Best Practices
Sammlung und Präsentation der im Laufe der Zeit entstandenen Good- und Best-Practice-Initiativen in einzelnen Bereichen (Fakultäten, Fachbereichen, Einrichtungen und Abteilungen) innerhalb der Hochschule, um Diversity-Benchmarking und das „Lernen von den Besten" in der Institution zu ermöglichen.