Die ersten 10 Schritte der Implementierung

An vielen Hochschulen im deutschsprachigen Raum existieren bereits die ersten Ansätze im Diversity-Kontext, die jedoch bis dato unter anderem Namen praktiziert und kommuniziert werden. Zusammenfassend wird im Folgenden vorgeschlagen, welche Schritte bei der Einführung von Diversity Management (DiM) empfehlenswert sind.

 

Es handelt sich um:

1. Klärung der Verantwortlichkeiten/ggf. Schaffung einer neuen (Teilzeit-)Stelle

2. Recherche und Sammlung aller bereits existierenden Initiativen und Maßnahmen im Diversity-Kontext in der Hochschule

3. Vernetzung aller AkteurInnen mit Diversitätsorientierung und deren Initiativen

4. Beginn mit der internen und externen Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit)

5. Suche, Vernetzung und Mobilisierung weiterer AkteurInnen innerhalb und außerhalb der Hochschule

6. Diversity-Profiling und -Monitoring

7. Beginn mit der Konzeptentwicklung für die gesamte Hochschule, Entwicklung und Implementierung weiterer DiM-Initiativen und Miteinbeziehung von Diversity in die Strategien der Hochschule

8. Schulungen, Aufklärung und Diversity-Aspekte in Curriculum

9. Suche nach Kontaktpersonen und Verantwortlichen in einzelnen Fakultäten und sonstigen Einrichtungen in der Hochschule

10. Konstatierung der Good- und Best Practices innerhalb der Hochschule

Klärung der Verantwortlichkeiten

Empfohlen wird hier die direkte Verknüpfung mit der Hochschulleitung, was dementsprechend kurze Kommunikationswege zur Folge hat.

Praxisbeispiele:

  • Prorektorat für DiM
  • Diversity-Beauftragte/r oder -Manager/in
  • Gender & Diversity-Beauftragte/r

Existierende Initiativen und Maßnahmen

Sammlung und Überblick, welche Maßnahmen und Initiativen in Verbindung mit einzelnen Diversity-Merkmalen an der Hochschule bereits existieren und wer die verantwortlichen AkteurInnen sind.

Akteure mit Diversitätsorientierung

Vernetzung aller AkteurInnen mit Diversitätsorientierung und deren Initiativen und Maßnahmen innerhalb der Hochschule. Dazu zählen u.a.:

  • Gleichstellungsbeauftragte/r
  • Behindertenbeauftragte/r
  • Studentenwerke
  • Asta
  • Studentengemeinden
  • Akademisches Auslandsamt (AAA) / International Office
  • Sprachenzentren
  • Soziale Dienste
  • Studierendenberatung
  • ggf. Controlling-Abteilung
  • ...

Interne und externe Kommunikation

Vernetzung, Bündelung und Präsentation der Informationen, Initiativen und AkteurInnen im Diversity-Kontext, zunächst auf der:

  • Homepage der Hochschule (z.B. Diversity-Homepage), später auch in:
  • Newsletter
  • Broschüren
  • und allen weiteren Informationsmaterialien

Beginn mit den ersten Informationsveranstaltungen, Workshops, Events u.a.:

  • internationale Feste
  • Celebrating Diversity

Suche und Mobilisierung weiterer Akteure

Mobilisierung der bestehenden und Suche nach weiteren und neuen AkteurInnen und Institutionen im Diversity-Kontext innerhalb aber auch außerhalb der Hochschule:

  • Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Katholischer Akademischer Austauschdienst (KAAD)
  • Stipendienwerke / -geber
  • Sponsoren
  • Stiftungen
  • Vereine
  • Verbände

Gleichzeitige Abfrage und Erhöhung der Bereitschaft derer inner- und außerhalb der Hochschule. Beginn von Netzwerkarbeit, der Sammlung und Entwicklung von weiteren DiM-Initiativen und -Maßnahmen.

Diversity-Profiling und -Monitoring

Analyse der Hochschule, Feststellung und Sichtbarmachung der Vielfalt der Hochschul-Mitglieder (Studierende, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche MitarbeiterInnen) als Zahlen, Daten und Fakten.

Analyse der Bedürfnisse, Schwierigkeiten und Schwachstellen im Hinblick auf die Vielfalt und den Umgang mit der festgestellten Vielfalt. 

Entwicklung einzelner Kennzahlen für zukünftiges Diversity-Monitoring und die Messbarkeit der Erfolge, der Effektivität und Effizienz einzelner DiM-Initiativen und -Maßnahmen (ggf. gemeinsam mit der Controlling-Abteilung).

Anschließend interne und externe Berichterstattung und Präsentation der (Zwischen-)Ergebnisse, um regelmäßiges Monitoring zu ermöglichen.

Konzept / Entwicklung und Strategien

Beginn mit der Konzeptentwicklung für die gesamte Hochschule, Miteinbeziehung der Diversity-Aspekte in die Hochschulstrategien und Überlegungen zu neuen und zusätzlichen DiM-Maßnahmen und -Initiativen.

Es wird empfohlen, dieses gemeinsam auf Grundlage der bereits vorhandenen Ressourcen und der gesammelten Erfahrungen der o.g. internen AkteurInnen zu entwickeln. Diese besitzen oft bereits jahrelange Erfahrungen und bewährte Initiativen im Umgang mit Menschen, die unterschiedliche Diversity-Merkmale vorweisen.

Schulungen / Aufklärung und Curriculum

Erste Angebote im Bereich:

  • Diversity-Training
  • Sensibilisierung
  • Gleichbehandlung
  • Diversity-Management (DiM)
  • Diversity Marketing (DM)

und alle weiteren Möglichkeiten der Aufklärungsarbeit im Bereich Diversity für Studierende und MitarbeiterInnen.

Miteinbeziehung von Diversity- und DiM-Themen als Bausteine/Module ins Studium und Curriculum.

Weitere Kontaktpersonen und Verantwortliche

Suche bzw. Ernennung von Kontaktpersonen, Verantwortlichen und AnsprechpartnerInnen in einzelnen Fachbereichen, Fakultäten und Forschungseinrichtungen in der Hochschule.

Erstellung einzelner Ziel- und Leistungsvereinbarungen in Verbindung mit Diversity und im Rahmen von DiM mit den jeweiligen Fachbereichen bzw. Fakultäten als „top-down-Strategie" seitens der Hochschulleitung.

Interne Good und Best Practices

Sammlung und Präsentation der im Laufe der Zeit entstandenen Good- und Best-Practice-Initiativen in einzelnen Bereichen (Fakultäten, Fachbereichen, Einrichtungen und Abteilungen) innerhalb der Hochschule, um Diversity-Benchmarking und das „Lernen von den Besten" in der Institution zu ermöglichen.

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