Hochschulen - dies zeigt z.B. ein Blick an die Universitäten in den europäischen Nachbarländern – verfolgen zunehmend einen bewussten und wertschätzenden Umgang mit Diversität und sehen dies als Potential für ihre Hochschule an. Mit der Einrichtung eines Prorektorats für Diversity Management hat die Universität Duisburg-Essen in der deutschen Hochschullandschaft eine Vorreiterrolle eingenommen.
"Feuerwehrtopf" für Kinderbetreuung
Um die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Wissenschaftskarriere und Familie zu verbessern, sollen Nachwuchswissenschaftler/innen mit Kindern durch die Einrichtung eines sogenannten „Feuerwehrtopfes" unterstützt werden. Mit diesem Geld sollen Notfallsituationen, die bei der Betreuung eines Kindes plötzlich auftreten, durch eine finanzielle Beihilfe abgefedert werden.
Im Mittelpunkt der Aktivitäten des Prorektorats für Diversity Management stehen (zunächst) die Studierenden der Hochschule. Zu den Maßnahmen zählen u.a.:
Ausbau spezieller Lehrangebote unter Berücksichtigung unterschiedlicher Ausgangsbedingungen und Lernbedarfe (z.B. Brückenkurse, Sprachkurse)
Ausweitung der Angebote im Bereich des lebenslangen Lernens und der wissenschaftlichen Weiterbildung (z.B. zertifiziert Module, Verbesserung von Zugangswegen für Personen ohne Hochschulzugangsberechtigung)
Eine besondere Bedeutung kommt außerdem der Eingangsphase der Bachelor-Studiengänge zu. Neben dem seit dem Wintersemester 2009/10 eingeführten universitätsweiten Mentoring-Systemwerden weitere Maßnahmen entwickelt und angeboten, um den Einstieg in das Studium zu erleichtern. Um den weiteren Studienerfolg nachhaltig zu unterstützen sollen Strukturen geschaffen werden, die die optimale Entfaltung der individuellen Potentiale ermöglichen und die Chancengleichheit im Bildungssystem fördern.
Damit passgenaue Beratungs-, Service- und Studienangebote angeboten werden, wurde im Sommer 2009 eine große Studierendenbefragung durchgeführt, um mehr Informationen über die subjektive Wahrnehmung der Studienbedingungen zu erhalten. Auf der Basis dieser und weiterer Erhebungen (z.B. zu Studienabbrüchen) wird gegenwärtig ein Indikatorensystem entwickelt, das zukünftig als Grundlage für ein periodisches DiM-Monitoring verwendet wird.
Besondere Aufmerksamkeit kommt auch der Entwicklung weiterer Angebote für Schülerinnen und Schüler zu. Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund und/oder aus Nicht-Akademikerhaushalten sollen in ihrer schulischen Entwicklung sowie bei einem späteren Studium ideell und materiell unterstützt werden.
Da es sich beim Diversity Management um eine Querschnittsaufgabe handelt, wird es in unterschiedlichen Kontexten umgesetzt und es besteht eine enge Zusammenarbeit mit zahlreichen AkteurInnen innerhalb und außerhalb der Universität.