Impulse geben für Studium und Lehre

Im Sommer 2009 führte das Prorektorat für Diversity Management eine große Studierendenbefragung durch, um mehr Informationen über die subjektive Wahrnehmung der Studienbedingungen zu erhalten.

Mit rund 20 Prozent war die Beteiligung für eine Online-Vollerhebung relativ hoch. Viele Befragten haben die Möglichkeit genutzt, konkrete Hinweise zu formulieren, wie die Studienbedingungen an der UDE noch weiter verbessert werden können. Somit konnten wertvolle Anregungen für anstehende Reformen der Studiengänge und Beratungsangebote an der UDE gewonnen werden.

Diversität der Studierenden

Von den über 5.500 Teilnehmenden hatten 94 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Viertel aller Befragten hat allerdings einen Migrationshintergrund. Mehr als die Hälfte der Studierenden (53 v.H.) kommt aus Familien, in denen weder Mutter noch Vater studiert haben. Drei Viertel der UDE-Studierenden sind Christen, knapp 6 Prozent Moslems, 16 Prozent gehören keiner Religion oder Konfession an. Knapp einem Fünftel der Studierenden mit Konfession ist die Religionsausübung im Alltag ein wichtiges Anliegen, über 70 Prozent von ihnen geben an, die UDE habe zur Praktizierung der Religion die nötigen Voraussetzungen geschaffen.

Der Anteil von ausländischen Studierenden, die nur zum Studium nach Deutschland gekommen sind, beläuft sich in der Befragung auf 2,3 Prozent. Rund vier Prozent der teilnehmenden Studierenden haben ein Kind oder erwarten demnächst Nachwuchs. Etwa jede/r zehnte Studierende leidet unter einer chronischen Erkrankung oder Behinderung; dabei überwiegen Allergien und Atemwegserkrankungen. Mehr als ein Drittel wird hierdurch nach eigener Aussage im Studium beeinträchtigt

Mehr als zwei Drittel neben dem Studium erwerbstätig

Aus der Befragung wird deutlich, dass rund zwei Drittel der Befragten von ihren Eltern finanziell unterstützt werden. Aber auch die eigene Erwerbstätigkeit spielt eine große Rolle: fast 70 Prozent sind neben ihrem Studium erwerbstätig, knapp 13 Prozent müssen ihr Studium ausschließlich selbst finanzieren. Lediglich ein knappes Viertel der Studierenden erhält Ausbildungsförderung nach dem BAföG.

Etwa die Hälfte der Befragten geht davon aus, ihr Studium voraussichtlich nicht in der Regelstudienzeit beenden zu können, weitere 19 Prozent sind sich diesbezüglich noch nicht sicher. Als Hauptgründe für die Überschreitung der Regelstudiendauer werden die nebenberufliche Erwerbstätigkeit (64 v.H.) neben der Überschneidung von Lehrveranstaltungen (63 v.H.) genannt. Auch bei denjenigen, die ihr Studium für ein Semester oder länger unterbrochen haben (12 Prozent der Befragten), werden finanzielle Probleme und/oder Erwerbstätigkeit am häufigsten als Ursache genannt.

Es wird deutlich, dass gerade diejenigen Studierenden, die Kinder haben und/oder ihr Studium durch Erwerbstätigkeit (mit-)finanzieren müssen, durch das klassische Präsenzstudium mitunter vor große Probleme gestellt werden. Um den tatsächlichen Bedarf an Alternativen zum klassischen Präsenzstudium zu erheben, wurden die Studierenden auch danach befragt, für wie sinnvoll sie mögliche Alternativen zum Präsenzstudium halten. Den Ergebnissen zufolge erachten 67 Prozent der Studierenden berufsbegleitende Studiengänge und 61 Prozent Studium und Arbeit in sich abwechselnden Phasen für sinnvoll.

Mehr Studienalternativen

Auch Lehrveranstaltungen über Multimedia/Internet (44 v.H.), die Mischung aus Präsenz- und Fernstudien (43 v.H.) oder Teilzeitstudiengänge (37 v.H.) werden von einem großen Teil der teilnehmenden Studierenden als sinnvolle und wünschenswerte Studienangebote genannt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass gerade für nicht-traditionelle Studierende eine vielfältige(re) Ausgestaltung der Studienangebote ein großes Desiderat darstellt.

Mehr als jede/r zehnte Studierende hat sich im Zusammenhang mit dem Studium bereits im Ausland aufgehalten. Finanzielle Aspekte spielen auch bei der Entscheidung für oder gegen einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Haupthinderungsgründe sind bei rund 70 Prozent die mögliche finanzielle Mehrbelastung sowie die Befürchtung, dass sich das Studium hierdurch verlängern könnte (65 v.H.). Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse sind dagegen nur für jeden Fünften ein Hinderungsgrund.

Beratungsangebote oftmals nicht bekannt

Die Hälfte der Studierenden hatte den größten Beratungsbedarf zum Studienverlauf bzw. zur studienfachbezogenen Beratung (45 v.H.). Jeweils ein Drittel gab an, Fragen zur Finanzierung des Studiums und/oder zur Vereinbarung von Studium und Erwerbsarbeit zu haben. Auffällig ist der Befund, dass die Studierenden bestehende Beratungsangebote an der UDE oftmals nicht kennen oder sich – obwohl sie einen entsprechenden Beratungsbedarf angeben – noch nicht über mögliche Angebote informiert haben. Werden die Beratungsangebote dagegen genutzt, ist die Zufriedenheit mit den Angeboten recht hoch.