Universität Duisburg-Essen
 Dokforum Blau 1

Tagungsberichte

Nach erfolgter Teilnahme reichen die geförderten Doktoranden und Doktorandinnen einen kurzen Bericht und ggf. Fotos zu ihren nationalen und internationalen Tagungserfahrungen ein.



Momoyo Hüstebeck:
Deutsch-Japanisches Symposium (Tokio)


"Die durch das Dok-Forum geförderte Teilnahme am Deutsch-Japanischem Symposium in Tokio zu „Chancen und Risken von Dezentralisierung im Vergleich“ (28.9.07) vermittelte mir für meine Promotion sowohl inhaltlich interessante Anregungen als auch wichtige Kontakte, die für meine weitere Organisation der Feldphase entscheidend sind. Auch wenn ich mich ausschließlich mit der Dezentralisierung in Japan beschäftige, sensibilisierte mich die ländervergleichende Strukturierung der Vorträge für neue Sichtweisen auf mein Thema. Die Beiträge aus der lokalpolitischen Praxis veranschaulichten zudem die aktuellen Akzente der japanischen Diskussion um Dezentralisierung.

Bei den meisten Promotionen ist sicherlich der persönliche Austausch mit Experten Motivation und ein wichtiger Schritt in der gedanklichen Weiterentwicklung des Themas. Gerade bei einem regionalen Themenschwerpunkt ist es darüber hinaus wesentlich anschaulicher mit eigenen Augen und Ohren vor Ort gewesen zu sein. Deshalb mein großer Dank an die wichtige Unterstützung, die das Dok-Forum leistet."



Katrin Eppinger:
SportStadtKultur - 18. dvs-Hochschultag(Hamburg)             Tagungsbericht Dowload PDF

Bettina Oeste:
"Hitler darstellen - Zur Entwicklung und Bedeutung einer filmischen Figur" (Berlin)

Im November 2007 fand im Filmhaus am Potsdamer Platz in Berlin eine Tagung zur "filmischen Darstellung Hitlers und ihrer Rezeption" statt. Veranstalter waren Die Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen sowie die Bundeszentrale für politische Bildung. An dieser Zusammenarbeit zeichnete sich bereits die Bandbreite des interdisziplinären Diskurses ab, der im Rahmen dieser Tagung geführt werden sollte.
Angeregt wurde die Diskussion durch Vertreter von Film und Theater, die sich zumeist in der kulturellen Jugendszene bewegen und mit der künstlerischen Annäherung an das Sujet "Hitler" befassen. Die Beiträge aus Kunst und Kultur konnten durch wissenschaftliche Vorträge ergänzt und untermauert werden.
Die interdisziplinäre Herangehensweise ermöglichte nicht nur Rückschlüsse über die rezeptionsästhetische Wirkungsweise der unterschiedlichen künstlerischen Bearbeitungen, es konnten zudem erste Vermutungen angestellt werden, inwieweit das Geschichtsbewusstsein von Jugendlichen durch mediale und künstlerische Einflüsse geformt werden kann. Insofern lieferte die Tagung wichtige Impulse zur Analyse der Hitlerbilder in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur.

Holger Herkle:
Intensivkurs Systemtheorie (Vorderbüchelberg)

Ich bin seit März 2004 Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Brose am Institut für Soziologie der Uni Duisburg-Essen. Im Rahmen meiner Dissertation versuche ich, eine systemtheoretische Perspektive auf organisationale Personalpolitiken zu entwickeln. Der 4-tägige „Intensivkurs Systemtheorie“ mit seinem inhaltlichen Schwerpunkt „Organisation, Interaktion, Beratung“ bot mir Gelegenheit, mich über aktuelle Entwicklungen auf dem Feld der Systemtheorie zu informieren und meine Ideen mit ausgewiesenen Experten diskutieren zu können. Der Workshop fand im schwäbischen Wald statt und wurde inhaltlich durch den Hauptreferenten Peter Fuchs gestaltet. Der von DokNet/dokFORUM gewährte Reisekostenzuschuss war bei der Finanzierung dieses Aufenthalts außerordentlich hilfreich.




Sandra Meyer:
Reading after Empire: Local, Global and Diaspora Audiences, 3-5 September 2008, Universität Stirling, Schottland

Zwischen dem 03.09 und dem 05.09.2008 fand an der Universität Stirling in Schottland die Konferenz „Readig after Empire: Local, Global and Diaspoa Audiences“ statt. Die Teilnahme an der Konferenz ermöglichte mir das kennen lernen anderer Perspektiven auf diesem Forschungsgebiet und einen regen Austausch mit anderen Interessierten. Gerade die thematische Vielfalt der Vorträge trug entscheidend dazu bei, dass man viele Anregungen und Anknüpfungspunkte für das eigene Thema und darüber hinaus sammeln konnte. Besonders angenehm war zudem die äußerst konstruktive und benevolente Atmosphäre, die sowohl den wissenschaftlichen Austausch als auch das Knüpfen von persönlichen Kontakten erleichterte. Insgesamt kann ich sagen, dass die Teilnahme an der Konferenz eine sehr wichtige und positive Erfahrung war, die mich für meine weitere Forschungsarbeit motiviert hat. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle auch noch mal herzlich beim Dokforum für die finanzielle Unterstützung bedanken.


Mona Motakef:
„Control or Care of the Self: The Sociology of the Subject in 21st Century“
Universität Hamburg 3.-5.07.2008

Welche neuen Subjektivierungsentwürfe lassen zu Beginn des 21. Jahrhunderts beobachten? Das Ziel der von der DFG geförderten Tagung „Control or Care of the Self: The Sociology of the Subject in 21st Century“  war es, gegenwärtige Perspektiven der transdisziplinären Forschung über die Soziologie des Subjekts zu benennen und zu diskutieren. Im Zentrum stand hierbei die Weiterentwicklung der subjekttheoretischen Überlegungen von Norbert Elias und Michel Foucault. Geladen waren Referentinnen und Referenten, die ihre subjekttheoretischen Überlegungen zu den Bereichen Arbeitswelt, Körper, Zeit- und Raumerleben sowie Sexualität zur Diskussion stellten.
Unter der Fragestellungen, welche neuen Subjektivierungsweisen durch den Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft entstehen, wurde zum Beispiel die dominante Subjekt-Figur des ‚unternehmerischen Selbst’ diskutiert. Hinter dieser Figur steht weniger ein konkretes Individuum, sondern die Anrufung von Individuen bestimmter politischer Rationalitäten, sein Leben wie ein Unternehmen zu führen. In dem Forum Arbeit diskutierten die Teilnehmerinnen, ob sich das ‚unternehmerische Selbst’ nicht vielmehr vom ‚prekären Subjekt’ ablösen oder zumindest ergänzen lässt.
Die Tagung verdeutlichte die Vielfältigkeit der sozialen Felder, in denen sich neue Subjektivierungsformen eröffnen. Das Aufeinandertreffen von Elias-ForscherInnen und Foucault-ExpertInnen, die noch bei den Theoretikern studiert haben auf jüngere Generationen, die ganz andere Akzente in ihrer Rezeption setzen, sorgte für anregende und produktive Kontroversen sowie die Einsicht, eigene Annahmen zu hinterfragen.

Die PP-Präsentationen lassen sich auf der Konferenz-Website abrufen.



Christian Fischbach:
Deutsch-Niederländische Tagung „Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen stärken – Strategien für die Zukunft“ (Berlin)

Demenzerkrankungen werden in einer alternden Gesellschaft in Deutschland nicht nur die Gesundheitsfürsorge, sondern auch das gesellschaftliche Zusammenleben in den nächsten Jahrzehnten wesentlich prägen. Der Einbindung von freiwillig engagierten Bürgern in die Betreuung von Demenzkranken kommt durch den demografischen Wandel in Europa eine immer wichtigere Rolle zu. Auch wenn der demografische Wandel zukünftig in den Niederlanden die gesellschaftliche Entwicklung stark beeinflussen wird, so weist dieser Nachbarstaat momentan noch eine der jüngsten Bevölkerungen in Europa auf. Seit Mitte der 1970er Jahre werden dort informelle Hilfeleistungen gerade in der häuslichen Altenpflege in einem besonderen Maße unterstützt und eine dafür notwendige Förderinfrastruktur ständig weiter ausgebaut, um hilfsbedürftigen Personen eine möglichst passgenaue individuelle Betreuung im vertrauten Umfeld zu ermöglichen. Auch in Deutschland gibt es von Seiten der Politik Bestrebungen, informelle Betreuungsstrukturen langfristig noch mehr zu stärken.

Anhand von empirischen Beispielen analysierte das Forschungsprojekt „Bürgerschaftliches Engagement und Altersdemenz“ am Institut für Soziologie der Universität Duisburg-Essen von Juli 2005 bis Dezember 2006 u. a. die sozialen Hintergründe und Motivationen von freiwillig Engagierten in niedrigschwelligen Betreuungsangeboten. Im Rahmen der Mitarbeit an diesem Projekt wurde mir ein Forschungsaufenthalt in den Niederlanden am International Centre des Nederlands Instituut voor Zorg en Welzijn in Utrecht ermöglicht. Dabei standen vor allem Sekundäranalysen zu Strukturen des freiwilligen Engagements und der Altenhilfe in den Niederlanden sowie Interviews mit Experten aus diesen Themenfeldern und mit Freiwilligen in ambulanten Besuchsdiensten im Vordergrund.

Meine Dissertation erstelle ich auf der Basis qualitativ-empirischer Interviewdaten aus Erhebungen des erwähnten Projektes in ausgewählten Altenhilfeeinrichtungen. Ziel der Arbeit ist die Konstruktion einer Typologie der „Helfertypen“, die charakteristisch für dieses Engagementfeld in Deutschland sind. Weiterhin enthält die Untersuchung einen Vergleich der Hintergründe des freiwilligen Engagements für Demenzkranke in Deutschland mit der niederländischen Situation. Für die Gewinnung und langfristige Bindung der Freiwilligen in Engagementangebote können die Impulse aus den Niederlanden in der Gegenüberstellung mit den Freiwilligentypen von großer praktischer Relevanz sein.

Aktive Senioren mit einem persönlichen Bezug zu Demenzkrankheitsbildern und einer Anbindung an kirchliche und wohlfahrtsverbandliche Engagementkontexte dominieren in Deutschland die analysierten Freiwilligentypen. Auch in den Niederlanden bringen sich überwiegend ältere Freiwillige in dieses Tätigkeitsfeld ein. Ihre Zugangswege zum Engagement und ihre Motivationen sich für Demenzkranke freiwillig einzusetzen, wiesen nach meiner Analyse jedoch eine größere Vielfalt auf. Der Besuch der deutsch-niederländischen Tagung „Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen stärken Strategien für die Zukunft“ in der Katholischen Akademie Berlin am 9. Juli, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem niederländischen Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport veranstaltet wurde, bot für mich eine gute Ergänzung meiner bisherigen Arbeit an der Promotion. Programme zur individuellen Förderung des Engagements dieser Altersgruppe wurden aus erster Hand von den politisch verantwortlichen Personen sowie von Vertretern von Wohlfahrtsverbänden, anderen Non-Profit-Organisationen und Institutionen aus dem Feld der Seniorenhilfe vorgestellt. Vor allem Best-Practice-Beispiele die Ansprechpartner solcher Organisationen aus den beiden Staaten präsentierten und zur Diskussion stellten, bildeten für mich interessante Anknüpfungspunkte zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für meine Dissertation.

Die Arbeitsgruppen, an denen ich teilnahm, beschäftigten sich mit den Themen „Motivation und Strukturen verbessern“ und „Neue Betätigungsfelder erschließen“. Praxisbeispiele aus der Arbeitsgemeinschaft der Senioren Organisationen e.V. (BAGSO) und dem niederländischen Zentrum für soziale Entwicklung (MOVISIE) zeigten in der ersten Arbeitsgruppe deutlich auf, wie relevant eine kontinuierliche und verlässliche Begleitung von Freiwilligenprojekten mit Senioren ist. Gerade das niederländische Programm „Zilvereren Kracht“ kann eine Vorbildfunktion für die kommunale Verankerung von Engagementstrukturen einnehmen, in denen sich Senioren für gesellschaftliche Belange auch jenseits etablierter Engagementstrukturen aktiv einbringen. Der Verein SeniorWeb erläuterte in dieser Arbeitsgruppe, wie eine Non-Profit-Organisation in den Niederlanden mit über 90.000 Mitgliedern die Teilnahme von älteren Menschen an den Neuerungen der Informationsgesellschaft landesweit finanziell unabhängig von staatlicher Unterstützung organisiert. Dieses Projekt rückte nochmals die Vielfalt des gesellschaftlichen Engagements von Senioren, aber auch die professionellen Unterstützungsstrukturen, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte flächendeckend in den Niederlanden auch durch eigenverantwortliche Initiativen entwickelten, in den Vordergrund. Weiterhin beleuchtete die „Aktion Tu (Dir) was Gutes!“ des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg e.V. als Teil des Bundesmodellprogramms „Generationenübergreifende Freiwilligendienste“, dass gerade die Wünsche und Interessen der Engagierten bei Werbeaktionen für zukünftige Projekte mit Freiwilligen noch viel stärker betont werden müssen. Um neue Zielgruppen in Angebote bürgerschaftlichen Engagements langfristig binden zu können, muss der Vorteil des freiwilligen Einsatzes sowohl für den Hilfsbedürftigen, als auch für den Helfenden in den Mittelpunkt der Konzepte von Organisationen mit Freiwilligen rücken. Gerade die kommenden Generationen von alten Menschen möchten sich mit ihren spezifischen Kompetenzen in kurzzeitigen Projekten einsetzen oder auch neue Qualifikationen erlernen. Die vorgestellten Projekte präsentierten interessante Impulse, die dazu beitragen, auf die wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen flexibel reagieren zu können. Gerne möchte ich diese Erkenntnisse nach dem Ende meiner Dissertation in eine mögliche berufliche Tätigkeit in einer Non-Profit-Organisation einbringen.

Der persönliche Kontakt mit den Referenten der Arbeitsgruppen und den anderen Tagungsteilnehmern stellt für die weitere Arbeit an meiner Disertation eine wichtige Bereicherung dar. Durch den regen Austausch zu diesen Personen habe ich auch nach der Tagung noch zahlreiche interessante Literaturhinweise und Hintergrundinformationen erhalten. Ich bin dem dokForum sehr dankbar, dass ich durch den gewährten Reisekostenzuschuss die Teilnahme an der deutsch-niederländischen Tagung realisieren konnte. Meine bisherigen Erfahrungen aus den Niederlanden und den Erhebungen in Projekten der deutschen Altenhilfe konnte ich somit für die weitere Arbeit an mehr Dissertation gut vertiefen.

Christian Fischbach, 11.09.08


Annabelle Houdret:
World Water Congress der International Water Resources Association (Montpellier/ Frankreich)

Vom 1. bis 4. September fand in Montpellier der 13. World Water Congress der International Water Resources Association statt. Die Vielzahl der Präsentationen aus technischen und agrarwissenschaftlichen, aber auch
sozialwissenschaftlichen Bereichen ermöglichte einen guten Überblick über den Stand der Forschung. Gleichzeitig waren jedoch auch viele TeilnehmerInnen aus Projekten an der Schnittstelle von Forschung und
Entwicklungszusammenarbeit vertreten. Hiervon profitierte insbesondere der Austausch über die Anpassung an den Klimawandel, gelungene Maßnahmen der Wasseraufbereitung und -einsparung sowie zu nationalen Politiken angesichts der Wasserknappheit. Besonders kontrovers wurden die Formen von öffentlich-privaten Partnerschaften in der Trinkwasser- und der Bewässerungsversorgung diskutiert. Insgesamt ermöglichte die Konferenz vielfältigen Austausch, aber auch das Kennenlernen der am Standort Montpellier prominent vertretenen interdisziplinären Wasserforschung. Ich danke dem dokForum für die finanzielle Unterstützung, die mir die Teilnahme an dieser spannenden Konferenz ermöglicht hat.


Mona Motakef:
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (Jena)


An der Universität Jena fand vom 6. bis zum 10. Oktober 2008 der 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie statt. Unter dem Motto „Unsichere Zeiten“ wurden mehr als 600 Vorträge präsentiert. Der Körper, so der Ausgangspunkt der Sektion Körpersoziologie, in dessen Rahmen ich präsentierte, scheint gerade in „unsicheren Zeiten“ an Bedeutung gewonnen zu haben.
In der Sektion wurden die diskursiven und praktischen Strategien der Produktion von Sicherheit über den Körper in unterschiedlichen sozialen Feldern – vom Sport über die Schönheitschirurgie bis hin zu den Neurowissenschaften – diskutiert. Deutlich wurde hierbei folgendes Paradox: Einerseits werden Körper immer stärker medial und auch in der Theorieentwicklung diskursiviert und damit aufgelöst, andererseits sollen sie als ‚Kontingenzbewältiger’ Authentizität und „Echtheit“ garantieren.



Irina Khijniak:
Blick im 21. Jahrhundert (Krems/Österreich)


In der Zeit vom 16.10.-18.10.2008 fand an der Donau-Universität Krems (Österreich) die 2. internationale bildwissenschaftliche Konferenz „Blick im 21. Jahrhundert – Wider den Analpha-BILD-ismus“ statt. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war für mich sowohl emotional als auch inhaltlich eine sehr positive Erfahrung, da meine Dissertation in kein Projekt eingebunden und daher ansonsten ein recht einsames Unternehmen ist. Die Möglichkeit, international anerkannte Künstler und Wissenschaftler zu erleben, die sich mit Hingabe mit verwandten Themen beschäftigen, hat mich am meisten motiviert, meine Arbeit fortzusetzen. In den Präsentationen anderer Kollegen habe ich außerdem Ansätze meiner Ergebnisse wieder erkannt, was ich als positives Feedback betrachte.
Durch den Zeit- und den Leistungsdruck bei der Vorbereitung auf die Tagung konnte ich mir einen klaren Überblick über getane und noch bevorstehende Aufgaben im Hinblick auf die Fertigstellung der Dissertation verschaffen und neue Formate kennen lernen.
Ich danke dem dokFORUM für die Unterstützung dieser Reise.



Ines Lietzke:
"Kosovo/a 120 Days After the Constitutions´s Adoption" (Wien/ Österreich)


Unter der Überschrift „Kosovo/a 120 Days After the Constitution´s Adoption“ konferierten am 10. Oktober 2008 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und internationalen Organisationen, um über die durch die Unabhängigkeitserklärung Kosovos angestoßenen Veränderungsprozesse zu debattieren, aktuelle Herausforderungen zu definieren sowie Zukunftsperspektiven des jungen Staates aufzuzeigen.
Meine vom dokFORUM geförderte Teilnahme an der Konferenz des Auswärtigen Amts und der Südosteuropa-Gesellschaft ermöglichte mir, einen Einblick in die Einschätzungen der regionalen und internationalen Experten über die aktuelle Lage vor Ort zu bekommen. In der Debatte wurde besonderes Augenmerk auf die Einbindung der serbischen Minderheit in Kosovo sowie auf die Arbeit der EULEX-Mission der Europäischen Union gelegt.
Grundsätzlich wurde überwiegend positiv in die Zukunft Kosovos geblickt. Dieser optimistischen Einschätzung schließt sich die Bevölkerung Kosovos trotz aller Hemmnisse nach Meinung eines kosovarischen Politikers an: „1999 hatten die Menschen Freiheit, aber keine Zukunft. Seit 2008 hat sich dieses Kapitel der Geschichte geschlossen und die Bevölkerung hat nicht nur Freiheit sondern vor allem auch eine Zukunft.“

Ines Lietzke
(Promotionsarbeit zum Thema „Innerstaatliche Konfliktbeilegung durch Europäisierung? Fallbeispiel Kosovo“ am Lehrstuhl für Europäische Integration und Europapolitik)


Michael Roslon:
Culture, Media: Protest (Luzern/ Schweiz)


Tagung vom 3. August bis 5. August 2009, Luzern/Schweiz
Von: Michael Roslon, Doktorand im Fach Kommunikationswissenschaft, Prof. Dr. Reichertz
Vom 3. August bis zum 5. August 2009 fand an der Universität Luzern (Schweiz) die Tagung „Culture, Media: Protest“ statt. An dem Seminar haben wichtige Vertreter/innen der Cultural Studies teilgenommen, unter anderem Ernesto Laclau und Chantal Mouffe.
Im Mittelpunkt der Tagung standen Formen des sowohl subversiven als auch offenkundigen Widerstandes gegen staatliche und/oder willkürliche Formen der Machtausübung, die die Freiheit von Individuen in Gesellschaft beschneiden. Zu diesem Zweck wurden sowohl aktive Protestanten/innen als auch Theoretiker/innen aus der gesamten Welt eingeladen. Im Abschlussvortrag von Laclau/Mouffe wurde schließlich ein Brückenschlag zur Ausübung radikaler Demokratie geschlagen.
Das Thema ist grundlegend für meine Dissertation, da diese sich mit dem Problem interkultureller Kommunikation in zweierlei Hinsicht auseinandersetzt: zum einen wird insb. alltägliche Kommunikation vor diesem Hintergrund immer als politisierende bzw. subversiv-artikulatorische Praktik von Interessen verstanden. Diesem Alltagsphänomen begegnet man zum anderen in der Fremde und nimmt aktiv daran teil, indem man sich in dem vorgefundenen machtvollen Strukturen mit ihren ‚dispositiven Maschen‘ zu verorten sucht. Meine Arbeit versucht, eine Antwort auf die Frage nach der Art und Weise der Aneignung und Veränderung fremder Strukturen unter diesen gegebenen Voraussetzungen zu geben.
Die Tagung fand in lockerer Atmosphäre statt und lies sowohl Raum bei abendlichen Aktivitäten (Barbesuch, Dinner) die Dozierenden als auch Luzern kennenzulernen. Gerade diese Momente haben einige erhellende Gedankengänge gefördert, die für das Thema meiner Dissertation relevant sind.



Melanie Borchers:
6e Journées de Linguistique de Corpus (JLC), 10. - 12. September 2009, Université de Bretagne Sud in Lorient, Frankreich

Vom 10. bis 12. September 2009 fanden in Lorient die 6è Journées de Linguistique de Corpus (JLC 6) statt. Organisiert durch das Team der LiCoRN (Linguistique de Corpus et des Ressources Numériques) der Université de Bretagne Sud kamen 30 hauptsächlich romanistische Wissenschaftler zusammen, um aktuelle Korpusprojekte vorzustellen.
Auf der Tagung stellte ich einen Teilbereich meiner Doktorarbeit in den Anglophonen Studien zur „Historical English Phraseology“ vor. Gerade der Austausch mit französischen Kollegen ist im Rahmen meiner hauptsächlich mittelenglisch geprägten Korpusrecherche relevant, weil meinen bisherigen komparativen Untersuchungen zu entnehmen ist, dass nicht nur das altfranzösische Lexikon prägend für das Mittelenglische (1066 bis 1476) war sondern der Einfluss auch für die Phraseologie nachgewiesen werden kann.
Mit Hilfe der Förderung durch das dokFORUM war es mir möglich, Kontakte über die Grenzen der Anglophonen Studien hinaus zu knüpfen. Die Konferenz erweist sich nunmehr täglich als Quell von Informationen und Anregungen, die nur auf die Vernetzung mit den romanistischen Kollegen zurückzuführen ist.


Julia Wrede
2009 Linguistic Institute der LSA an der UC Berkeley

Vom 6.-23. Juli 2009 nahm ich an der ersten Session des 2009 Linguistic Institute der Linguistic Society of America (LSA) an der University of California, Berkeley teil. Die LSA wurde in den 1920ern gegründet, um das wissenschaftliche Studium und Verständnis von Sprache voranzutreiben und zu unterstützen. Sie ist die größte linguistische Gesellschaft der Welt mit über 5000 Mitgliedern und heißt Linguisten jeder Forschungsrichtung willkommen. Die Zeitschrift Language sowie die jährlichen Treffen, zweijährlichen Summer Institutes und andere Aktivitäten fördern das Studium der Sprachwissenschaft aus vielen verschiedenen Perspektiven.
Das 2009 Linguistic Institute hob das Verhältnis zwischen sprachlichen Strukturen und der Umwelt, in die sie eingebettet sind, hervor. Dazu gehören physische wie psychologische Kontexte, demographische und soziale sowie historische und geographische Umgebungen. Sowohl im Rahmen meines derzeitigen Promotionsstudiums sowie im Hinblick auf eine angestrebte weitere Tätigkeit innerhalb der Linguistik im Bereich der Forschung war die Teilnahme an dieser Summer School sehr bedeutsam für mich. Das Studium von vier Kursen bei renommierten Professoren im Bereich der Kognitiven Linguistik mit Schwerpunktsetzungen auf die Semantik und Verknüpfungen zur Neuro- und Diskurslinguistik bot mir die Möglichkeit, meine Kompetenzen zu entwickeln und Anregungen für meine Dissertation, Lehre und weitere Forschung zu gewinnen. Der akademische Austausch mit Lehrenden und Studierenden aus aller Welt trug zudem zur Erweiterung meines Horizonts im Hinblick auf aktuelle (kognitions-)linguistische Fragestellungen bei.
Ich danke dem dokForum für die finanzielle Unterstützung, die die Reise an die UC Berkeley möglich gemacht hat.





















































Letzte Änderung: Montag, 9.11.2009
© Universität Duisburg-Essen - Kontakt: dokforum@uni-due.de