Die
Strahlenökologin Natalia hat sich
während des Besuchs einer Gruppe
Wissenschaftler in der Geisterstadt
Pripyat von den anderen entfernt, um
allein den Erinnerungen an ihre
frühere Heimat nachzuhängen.
Begleitet von Artemis, einer
unerklärten, beharrlich fragenden
Präsenz, durchlebt Natalia ihre
Erinnerungen, die sich mit Momenten der
Gegenwart abwechseln.
Natalia und ihr
Verlobter Viktor freuen sich darauf, bald
in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Noch
wohnt Natalia bei ihrer Schwester und
genießt die Gesellschaft von Tanya,
deren Mann Stefan und beider Sohn Anton.
Stefan, ein Feuerwehrmann, hatte schon
einmal einen Löscheinsatz in einem
Farbenlager auf dem
Kraftwerksgelände. Viktor, der
als Ingenieur dort arbeitet, fühlt
sich dauernd von Stefans zynischen
Äußerungen gestichelt.
Viktor versichert ihm, dass Sicherheit an
oberster Stelle steht - andernfalls
würde er kündigen.
Tatsächlich steht ein Sicherheitstest
auf dem Plan, bei dem der Reaktor
kontrolliert heruntergefahren und
abgeschaltet werden soll, um die
Stromzufuhr der Kühlung zu
überprüfen.
Zwischen glücklichen Erinnerungen und
akuten Verlustgefühlen dringt Natalia
langsam die Ursachenforschung vor - was
geschah am 25. und 26. April, und in den
Monaten danach?
Während Stefan in der
Unglücksnacht den Brand im Kraftwerk
bekämpft, bestaunt Tanya mit vielen
anderen das unbeschreiblich schöne
glühende Spektakel am Himmel.
Wie die meisten zahlt sie einen hohen
Preis dafür: Evakuierung,
gesundheitliche Schäden und den
Verlust fast aller Menschen und Dinge, die
ihr Leben ausmachten.
Die schottische Autorin Catherine
Czerkawska hat für ihr Stück
die Fakten des Reaktorunfalls und seine
Auswirkungen auf die Familien von
Pripyat gründlich recherchiert.
"Wormwood" wurde 1997 vom Traverse
Theatre Edinburgh uraufgeführt und
vom Publikum und von der Kritik
gleichermaßen gelobt; in
Schottland gehört das Stück
zum Lehrplan der weiterführenden
Schulen. Wir hatten "Wormwood"
schon einige Jahre vor Fukushima in
unsere Wunschliste aufgenommen und
führen es auf, um die menschlichen
Dimensionen des Unglücksfalls zu
zeigen.
DUET, das internationale Englische
Studentenheater der Universität
Duisburg-Essen,führt „Wormwood“ als
30. Produktion auf.
Achtung: In englischer Sprache!