Forschungsschwerpunkt
Geschlechteraspekte in biomedizinischer Forschung und klinischer Medizin
Patientin oder Patient? Das ist für Diagnose, Therapie und Prognose vieler Erkrankungen nicht unwichtig. Sowohl das biologische Geschlecht (engl. „sex") als auch das soziale Geschlecht (engl. „gender") spielen in der Medizin eine bedeutende Rolle. Trotzdem ist der Unterschied der Geschlechter in der medizinischen Forschung und Praxis, genau wie in der Ausbildung der Ärzte, bisher unzureichend erforscht. Angesichts zunehmender Akzeptanz von „Geschlecht" als Untersuchungskategorie in medizinischen Forschungsvorhaben und im Hinblick auf die Gestaltung einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung leisten die interdisziplinären Forschungsprojekte am EKfG auf diesem Gebiet einen wichtigen Beitrag.
- Geschlechtersensible Konzepte in der Genetik/Tumorforschung (Start 2011)
Leitung: PD Dr. Andrea Kindler-Röhrborn
Teilprojekt im BMBF Verbund „Geschlechtersensible Forschung in Epidemiologie, Neurowissenschaften und Genetik/Tumorforschung" (Wissenschaftliche Koordination: Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin der Universität Bremen (BIPS))
Im Rahmen dieses Projektes erforschen WissenschaftlerInnen am Universitätsklinikum Essen, welche biologischen Mechanismen zur Geschlechterpräferenz von Schilddrüsenkrebs führen können. Frauen erkranken daran in Deutschland zwei- bis dreimal häufiger. Das Projekt unter Leitung von PD Dr. Andrea Kindler-Röhrborn, Arbeitsgruppe Molekulargenetische Tumorpräventionsforschung am Institut für Pathologie und Neuropathologie, ist ein beispielhaftes Vorhaben zur Erarbeitung von Geschlechteraspekten in der Biologie genetisch komplexer Erkrankungen. NachwuchswissenschaftlerInnen sollen in Qualifikationsprojekten daran beteiligt werden. Die Ergebnisse dieser Laborforschungen sollen in der Zukunft in eine an das Geschlecht angepasste Präventionsmedizin umsetzbar sein.
- Geschlechtersensible Lehrmodule in der Medizin
Leitung: Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer in Kooperation mit PD Dr. Andrea Kindler Röhrborn
BMBF-Kooperationsprojekt
Nur wenn sich Studierende der Medizin möglichst früh mit Geschlechteraspekten befassen, wenn Genderwissen zum Prüfungswissen gehört und fest in ihrem Bewusstsein verankert ist, wird es sich in ihrer späteren Arbeit niederschlagen. Damit die an Deutschlands Medizinischen Fakultäten angehende Ärztinnen und Ärzte mehr über Geschlechteraspekte in der Medizin erfahren, hat sich PD Dr. Andrea Kindler-Röhrborn, Institut für Pathologie und Neuropathologie des Universitätsklinikums Essen, zusammen mit Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer, Leiterin der Arbeitsgruppe „Cognition and Gender" im Institut für Klinische Radiologie der Universität Münster, und Dr. Ingeborg Jahn, Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, zum Ziel gesetzt, das bereits vorhandene Wissen zur Unterschiedlichkeit der Geschlechter zusammenzutragen und in der Lehre an deutschen medizinischen Fakultäten fest zu verankern. Die im Rahmen einer Online-Befragung zum Genderwissen bei Studierenden, wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und ProfessorInnen der beiden medizinischen Fakultäten erarbeiteten Genderaspekte sollen anschließend in den ‚Nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin' Eingang finden. Auf der Basis der Erhebung soll zudem ein fächerübergreifendes Lehrmodul entwickelt werden, das auch anderen Universitäten zur Verfügung gestellt werden kann, damit es dort erprobt und optimiert werden kann.
Bei der Entwicklung des Didaktikmoduls besteht eine enge Kooperation mit dem ebenfalls an den Universitäten Münster, Bremen und Essen-Duisburg angesiedelten Verbundprojekt „Geschlechtersensible Forschung in Epidemiologie, Neurowissenschaften und Genetik/Tumorforschung".
>> Pressemitteilung der WWU Münster beim Informationsdienst Wissenschaft
Leitung: PD Dr. Andrea Kindler-Röhrborn
Projekte der Soziomedizinischen Genderforschung, Prof. Dr. Doris Janshen
Leitung: Prof. Dr. Doris Janshen, Soziologie
Prof. Dr. Petra Thürmann, Pharmakologie
Dr. med. Thomas Phillip, Nephrologie
- Genderspezifische Aspekte der Herzinsuffizienz
Leitung: Prof. Dr. Doris Janshen, Soziologie
Prof. Dr. Petra Thürmann, Pharmakologie
Dr. med. Thomas Scheffold, Kardiologie
- Synästhesie (2005-2008)
Leitung: Prof. Dr. Doris Janshen
