Essener Kolleg für Geschlechterforschung

Konzeption und Chronik

Das Essener Kolleg für Geschlechterforschung wurde als zentrale Forschungseinrichtung der Hochschule konzipiert und im Januar 1998 eröffnet.

Wissenschaftlich steht das Kolleg in der Tradition der Geschlechterforschung und macht sich die in den vergangenen 30 Jahren erarbeiteten Paradigmen und Ergebnisse zunutze. Es vertritt einen Ansatz, in dem Frauen- und Männerforschung nicht als bloße Addition gedacht werden, sondern betont das Gender-Verhältnis. Hierbei stehen die Konstitutionsbedingungen von Geschlecht, die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern sowie Differenzen innerhalb der Geschlechtergruppen im Zentrum.

Das Kolleg konzipiert Geschlechterforschung in interdisziplinärer Perspektive und sucht den Austausch mit den Technik-, Natur- und Medizinwissenschaften sowie der Kunst, Literatur, Musik und Pädagogik. Damit schlägt es die Brücke zwischen den Wissenssystemen der Fachdisziplinen mit den Erkenntnis- und Wissenschaftstheorien der Sozialforschung. Soziomedizinische Geschlechterforschung zum Beispiel, ein Schwerpunkt des Kollegs, wird als Verschränkung von sozialwissenschaftlicher und medizinischer Forschung konzipiert und nicht als Forschung über die Medizin.