Gender - was ist das eigentlich...?!

In der englischen Sprache wird - anders als in der deutschen Sprache - der Begriff Geschlecht in zwei Bedeutungen unterschieden. Im Deutschen existiert lediglich das biologische Geschlecht. Die englische Sprache unterscheidet hingegen in den biologischen sowie den sozial- und kulturellen Aspekt.

Mit dem Begriff Gender wird im Deutschen also der Blick auf die gesellschaftlich geprägten Geschlechterrollen gelenkt. Dabei betrachtet man z.B. die gesellschaftlich geprägten "Geschlechter-Vorurteile", wie z.B. Mädchen können keinen Fußball spielen, und Jungs können nicht kochen.

Ein berühmtes Zitat von Simone de Beauvoir aus dem Jahr 1949 besagt: "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." Dasselbe gilt natürlich auch für den Mann.

Genderspezifische Projekte und Angebote im Bereich Übergang Schule-Hochschule setzen sich somit zum Ziel, Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, begleitend zur individuellen Studienwahlorientierung Einblicke in Bereiche bzw. Studiengänge zu bieten, die z. B. durch geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse gar nicht in Erwägung gezogen bzw. kategorisch ausgeschlossen werden. Diese (zielgruppen-) spezifischen Angebote können zum einen ein erster Schritt sein, um bei Schülerinnen und Schülern „äußere“ Hemmschwellen abzubauen - indem die Universität offensiv einlädt -, zum anderen können „innere“ Hemmschwellen (z. B. Vorbehalte bzw. Vorannahmen gegenüber Studiengängen und den entsprechenden Arbeitsfeldern) über eigene Erfahrungen reduziert werden.

Um im Sinne einer gendersensiblen Unterstützung in der Studienwahlorientierung den Mut und das Selbstvertrauen junger Menschen zu stärken, sich bei ihrer Studien- und Berufswahl an ihren tatsächlichen Wünschen und Talenten zu orientieren und nicht an stereotypen Rollenvorstellungen, bedarf es hochschulintern ein Bündel an gendersensiblen Maßnahmen und  Angeboten für beide Geschlechter.

Bereits etablierte Angebote für jungen Frauen sowie neue Angebote wie ein „JungsTag“ an der UDE können erste Schritte in die richtige Richtung sein, eine geschlechtersensible, akademische Nachwuchsförderung anzustoßen.