Aus aktuellem Anlass

Schließung des Fachs „Kommunikationswissenschaft“

Am 3. August 2011 hat das Rektorat die Schließung des Fachs „Kommunikationswissenschaft“ beschlossen. Ab dem WS 2012/13 sind keine Einschreibungen mehr in den 1-Fach-Masterstudiengang möglich. Drei der insgesamt vier Professoren wechseln beinahe zeitgleich in den Jahren 2013/2014 in den Ruhestand. Die derzeitigen und zum kommenden WS2011/12 eingeschriebenen Studierenden können ihr Studium beenden, etwa 2014 soll das Fach gemäß Rektoratsbeschluss dann vollkommen aufgelöst werden.

Die Kommunikationswissenschaft feierte 2006 ihr 30jähriges Bestehen an der Universität Duisburg-Essen; als Magisterstudiengang lieferte das Fach der Fakultät über viele Jahre hinweg weit mehr als tausend Studierende. Damit war die Kommunikationswissenschaft das erfolgreichste Magisterfach der Fakultät für Geisteswissenschaften - in den 1990er Jahren konnte es nur noch mit NC studiert werden. Die Attraktivität zeigt sich in der besonderen Ausprägung der Essener Kommunikationswissenschaft, die zu einem überregional beachteten Markenzeichen wurde. Nachdem die vielen Magisterstudierenden in den letzten Jahren ihren Abschluss erhielten, wurden Kapazitäten im Fach für die Einrichtung eines 2-Fach-Bachelorstudiengangs frei, der im Konzept seit nunmehr zwei Jahren vorliegt. Zur Genehmigung hat sich das Rektorat während dieser Zeit nicht entscheiden können, so dass dem Fach erwartbar Hunderte von Studierenden vorenthalten wurden. Ab dem WS 2012/13 sollte auch ein 2-Fach-Master hinzukommen. Die Kombinierbarkeit der Kommunikationswissenschaft mit einem anderen Fach aus der Fakultät für Geisteswissenschaften hätte sowohl im Bachelor- als auch im Masterbereich die Attraktivität des gesamten Studientableaus enorm bereichert und in hoher Anzahl Studierende und Absolventen hervorgebracht – die nicht nur der Fakultät, sondern auch der Hochschule zugute gekommen wären.

Das Rektorat drängte im letzten Jahr auf eine externe Evaluation der gedanklich von ihm zusammengefassten „Medien“-Studiengänge Komedia und Kommunikationswissenschaft. Das erstellte Papier der vier Gutachter wurde im Hochschulrat diskutiert und hier als Gutachten für untauglich erklärt. Nachweislich schludrige Recherche und eine falsche Zahlenbasis im Gutachten trugen zu dieser Einschätzung des Hochschulrats bei.

Die Setzung einer neuen Perspektive, die vom Rektorat gewünscht wurde, hätte sich mit dem Fortgang dreier Professoren ohnehin ergeben, doch wollte man dem Fach diese Chance zur Neuaufstellung nicht gewähren. Die Schließung angesichts guter belastbarer Prognosen lässt auf sachfremde Erwägungen schließen. Die Fakultät hat sich mit einer Auflösung des Fachs zu keiner Zeit einverstanden erklärt, noch am 8. Juni 2011 bekundete der Fakultätsrat mit der beantragten Aufnahme in die (Re-)Akkreditierung einstimmig die Einführung der 2-Fach-Bachelor und 2-Fach-Masterstudiengänge im Fach Kommunikationswissenschaft.

Zur Stellungnahme des geschäftsführenden Direktors der Kommunikationswissenschaft zum Rektoratsbeschluss.