Die Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen kooperiert seit kurzem mit einigen ausgewählten Schulen der Region. Im Rahmen der Schulkooperationen sind 13 Schulen in Essen, Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Velbert und Gelsenkirchen solch eine “privilegierte Partnerschaft“ mit der Fakultät eingegangen. Die Vorteile einer engen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Partnerschule sind zahlreicher Art. 

Vorteile für Studierende

Diejenigen Studierenden der Universität Duisburg-Essen, die ein geisteswissenschaftliches Fach gewählt haben, profitieren von der Partnerschaft der Hochschule mit den kooperierenden Schulen, da sie die Chance bekommen, überaus wertvolle Erfahrungen zu sammeln. In erster Linie richtet sich dieses freiwillige Angebot an angehende Lehrer, die sich schon vorab völlig unverbindlich informieren möchten, wie ihre angestrebte berufliche Zukunft in Sachen 'Schulalltag' und Praxis des Lehrens eines Tages tatsächlich aussehen könnte. Individuell zugeschnittene Hospitationen oder schulische Kurzzeitpraktika können dem Einzelnen aber nicht nur dabei helfen, den so genannten 'Praxis-Schock' zu vermeiden. Noch dazu besteht die Gelegenheit, während des ‘Schulbesuchs‘ Fragen zu stellen und von der fachlichen Kompetenz und dem 'Know-how' des Kollegiums zu profitieren.

Dabei bietet die große Bandbreite an Partnerschulen aus der Region - von Grundschulen über Gymnasien, Gesamtschule, Berufskollegs bis hin zum Abendgymnasium - eine facettenreiche Palette an Fächern und unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen, in denen die Studierenden sich erproben können. Natürlich kann man auf diesem Wege auch einmal einen Einblick in einen anderen Schultyp bekommen. Eine weitere Chance besteht darin, das eigene Wissen und Können in Sachen Erfahrung zu maximieren, zumal einige unserer Partnerschulen ebenso längerfristig wie lohnend Studierende der UDE zur Unterstützung ihres Förderunterrichts bzw. ihrer Begabtenförderung einsetzen.

Vorteile für Schüler

Im Rahmen einer Schulkooperation lassen sich Besuche von Schülern an der Hochschule ganz individuell organisieren. Dieser persönliche Kontakt vermittelt den Schülern bereits frühzeitig einen ersten Einblick in die Hochschule als Ort des Lernens und Forschens – und das ’maßgeschneidert’ auf die jeweilige Interessenslage. Für diejenigen Schüler unserer weiterführenden Partnerschulen, die angesichts der Abiturprüfungen bereits über ein Studium nachdenken, wird sicherlich ihr Studienwunsch im Vordergrund des Interesses stehen. Ihnen kann in Absprache mit den Instituten und Fächern der Fakultät für Geisteswissenschaften die Möglichkeit geboten werden, in den universitären Studienablauf ihres Wunschfachs “hineinzuschnuppern“. Darüber hinaus bietet sich die Gelegenheit, direkt ’vor Ort’ von den Fachleuten weitere Informationen zu erhalten, die auch bei der Beantwortung von Fragen helfen, wie sie sich bei dem geplanten Wechsel von der Schule zur Hochschule oftmals stellen. Für die berufliche Zukunftsplanung kann dies ungemein wichtig sein und das Risiko eines späteren Fachwechsels oder gar Studienabbruchs minimieren. Der unverbindliche Einblick zahlt sich mit Sicherheit aus.

Im Vergleich dazu mag es gewagt erscheinen, bei den Schülern unserer Grundschulen einen Studienwunsch als vorrangige Besuchsmotivation vorauszusetzen. Wenn sie die Fakultät für Geisteswissenschaften besuchen, wie zuletzt die Viertklässler der Bismarckschule aus Oberhausen, dann steht ein anderer Aspekt im Vordergrund. Ein ausgefüllter Vormittag auf dem Essener Campus dient in erster Linie dazu, dass die Kinder eigenständig Parallelen ziehen können zwischen dem, was man als Lernwelt ’bereits kennt’ und dem universitären Neuland. So mag zum Beispiel eine Stippvisite in einem Seminar das Aha-Erlebnis liefern, dass auch (angehende) Lehrer lernen. Spannende Vorlesungen wie “Ritterschaft und Minne“ des “mittelneu“-Projekts vermitteln ebenso spielerisch wie kompetent die Freude am Wissenserwerb. Auf diesem Wege erscheint die anfänglich fremde Welt des Erwachsenenlernens dann gleich schon etwas vertrauter. Mehr noch: Gerade die frühe, kindgerechte Heranführung der Schüler an die (womöglich später realisierbaren) Möglichkeiten der Universität kann sich überaus positiv auswirken. Wenn die Universität nicht länger für eine ’unbekannte Größe‘ gehalten wird, sondern als ein abwechslungsreicher Ort des Lernens und Forschens erlebt wird, dann mag sich für den einen oder anderen Schüler langfristig eine neue Perspektive eröffnen, die er sonst aufgrund verschiedenster Faktoren vielleicht gar nicht erst für sich in Betracht gezogen hätte. Und womöglich kehren einige der jungen Besucher eines Tages als Erstsemester an die Hochschule zurück.

Hochschule und Schule im Dialog

Selbstverständlich stehen Schule(n) und Hochschule ebenfalls auf der Ebene der Lehrenden im Dialog. So hält die Referentin für Schulkooperationen die Partnerschulen der Fakultät kontinuierlich auf dem Laufenden, was das vielfältige Angebot aktueller wissenschaftlicher Vorträge und kultureller Veranstaltungen angeht, die an von der UDE angeboten werden. Darüber hinaus können auf Wunsch der Partnerschulen auch Fortbildungen von der Fakultät organisatorisch unterstützt werden.