Expert/inn/enkreis "Genderkompetenz in Studium und Lehre"

Der "Expert/inn/enkreis: Genderkompetenz in Studium und Lehre" (Logo, pdf, 1,5 MB) ist eine bundesweite Arbeitsgruppe aus Hochschuldidaktiker/innen, Lehrenden und Studiengangsentwickler/innen. Die Arbeitsgruppe ist das erste bundesweite Netzwerk auf diesem Gebiet. Sie wurde im Rahmen des Projektes "Mit Gender Mainstreaming Hochschule in Studium und Lehre kompetent entwickeln!"des ZfH-Kompetenzbereiches Studium und Lehre der Universität Duisburg-Essen ins Leben gerufen. Die AG trifft sich regelmäßig an der UDE.

Zielsetzung

Das Ziel des Netzwerkes ist die Kompetenzentwicklung für Studium und Lehre in Bezug auf die gendersensible Gestaltung von Hochschulstrukturen und Lehr-/Lerninteraktionen. Im Vordergrund stehen der Austausch von Best-Practice-Erfahrungen und die Entwicklung von hochschuldidaktischen Materialien und Weiterbildungsangeboten um Gender-Kompetenz in der Hochschuldidaktik zu stärken.

Nächstes Arbeitstreffen

Mittwoch, den 18. Juli 2012 von 11:00 bis 15:30 Uhr im Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung der Universität Duisburg-Essen, Keetmannstr. 3-9. Das Gebäude befindet sich in der Nähe vom Hauptbahnhof (ca. 10 Gehminuten).

Tagesordnung:

1)      Bericht über die bisherige Arbeit (für alle neuen Expertinnen und Experten)
2)      Berichte aus Forschung und Praxis
3)      Terminfindung für unsere nächste Tagung
4)      Inhaltliche/methodische Ausrichtung der Tagung sowie mögliche Vorträge

Eine Anmeldung ist erforderlich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Eva Wegrzyn.

Tagungen 2008 und 2010

Die Tagung "Gender als Indikator für gute Lehre 2010" knüpfte an ihren Erfolg 2008 an. Rund 50 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet diskutierten am 3. November 2010 über Genderaspekte in Fach- und Wissenschaftskulturen sowie in der Systemakkreditierung. Der Fokus lag dabei auf der Frage, wie sich Hochschullehre verbessern lässt und wie Lehr-Lernkontexte auf die Geschlechterverhältnisse auswirken und umgekehrt. Zwei Vorträge widmeten sich einem Aspekt, der in der Hochschulentwicklung- und Lehre zunehmend an Bedeutung gewinnt: Diversity - Vielfalt.

Arbeitsergebnisse der ersten Treffen

Im Folgenden werden erste Ergebnisse der Treffen formuliert. Diese umfassen zunächst das 1) Selbstverständnis der Arbeitsgruppe und eine  mögliche Eingrenzung dessen, was Gender-Kompetenz umfassen kann. Es folgen Beispiele von 2) Gender-Aktivitäten an Hochschulen. Im Anschluss werden 3) ein Resümee und Handlungsempfehlungen formuliert.

1) Gender-Kompetenz in Lehre und Studium bedeutet:

  • die Kenntnis der Auswirkungen gesellschaftlicher Ungleichheiten der Geschlechter (z. B. hinsichtlich Lernstrategien, Kommunikations-und Interaktionsstrukturen, Lebenssituationen, Interessen usw.)
  • die Kenntnis der für das jeweilige Fach einschlägigen Theorien
  • Methoden und Erkenntnisse der Frauen - und Geschlechterforschung
  • Bereitschaft zur Berücksichtigung dieser Wissensbestände für das eigene Handeln (Vermeidung von Diskriminierungen jeglicher Art, aktiver Einsatz für Gleichstellung, Anwendung der Prinzipien des Gender Mainstreaming)

2) Inzwischen sind einige Ansätze zur Vermittlung von Gender-Kompetenz im Bereich der Hochschul- und Studiengangsentwicklung entwickelt worden. Zwanzig Hochschulen berichten von entsprechenden Aktivitäten.

Universität Dortmund: Die AG Gender Studies entwickelt das Weiterbildungsmodell "Gender in der Hochschullehre", welches die
Bausteine Gender-Beratung, Gender-Workshop, Gender-Kompetenz-Training und Gender-Information enthalten wird. Zielgruppe sind Lehrende an Hochschulen sowie Studierende.

Universität Duisburg-Essen: Im Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung werden in den Kompetenzbereichen Studium und Lehre und Karriereentwicklung durchgeführt. 

Universität Lüneburg: Hier wurde im Rahmen des Projektes "Gender-Kompetenz’" ein hochschuldidaktisches Konzept zur Studiengangsplanungsberatung (Gender-Gesprächen) entwickelt, das von anderen Niedersächsischen Hochschulen als auch bundesweit durch die Hochschulleitungen und/oder Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten aufgegriffen und abgefragt wird. Mehr Infos auch hier auf der Seite (Text rechts).

Technische Universität Berlin: Im Rahmen des OWL-Programms (Offensive Wissen durch Lernen) hat auch die Entwicklung und Vermittlung von Gender-Kompetenz für Lehrende und Lernende hohe Priorität.

Humboldt Universität zu Berlin:  An der HU finden regelmäßig Gender-Gespräche mit Lehrbeauftragten statt, die vom Zentrum für Geschlechterstudien durchgeführt werden.

Die Fachhochschule Ostfriesland, Oldenburg, Wilhelmshaven berichtet von bereits durchgeführten oder noch geplanten Schulungen für Hochschulleitungen, DekanInnen und Leitungen zentraler Hochschuleinrichtungen.

3) Für die Entwicklung von hochschuldidaktischen Materialien und der Konzipierung eines Weiterbildungsangebots "Gender-Kompetenz" an den Hochschulen kommen insbesondere die Hochschuldidaktischen Zentren in Frage, an denen hierzu allerdings entsprechende personelle Kompetenzen etabliert werden müssen. Darüber hinaus ist die Sicherstellung der fachspezifischen Kompetenzen durch den Ausbau der Frauen- und Geschlechterforschung in den jeweiligen Studiengängen notwendig. Soll das Ziel der Entwicklung und Umsetzung geschlechtergerechter Studiengänge nicht auf der proklamatorischen Ebene verharren, muss hier erheblich nachgebessert werden. Das erfordert zunächst einen adäquaten Mitteleinsatz. Die Kompetenzen sind ohne jeden Zweifel durch entsprechende Expert/inn/en und einen breiten Forschungsfundus verfügbar.

Mehr Infos: Ruth Becker, Bettina Jansen-Schulz, Beate Kortendiek, Gudrun Schäfer (2006): Gender-Aspekte bei der Einführung und Akkreditierung gestufter Studiengänge eine Handreichung. Netzwerk Frauenforschung NRW Nr. 7, Dortmund.

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