ZFH / Koordinierungsstelle Diversity Management

Die Koordinierungsstelle Diversity Management des Zentrums für Hochschul- und Qualitätsentwicklung unterstützt universitäre Einrichtungen, Gremien und Arbeitsgruppen bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming und bei der Berücksichtigung von Diversityaspekten in Studium und Lehre sowie der akademischen Personalentwicklung. Dies geschieht in enger Kooperation mit dem
-Prorektorat für Diversity Management,
-der Gleichstellungsbeauftragten,
-den einzelnen Geschäftsbereichen des ZfH und
bei Bedarf mit weiteren Fachleuten.

Neben den aufbereiteten Wissensbeständen und aktuellen Informationen, die hier im Gender-Portal zur Verfügung gestellt werden, wird Beratung und Unterstützung insbesondere bei der Einbeziehung von Gender- und Diversityaspekten in Lehrinhalte, bei der Einbindung in die Studiengangsentwicklung und bei gleichstellungsorientierten Personalentwicklungsmaßnahmen angeboten.

Kontakt: 
Dr. Anette Schönborn
Tel.: 0203 / 379 - 1432
LC 123
Campus Duisburg
E-Mail: anette.schoenborn@uni-due.de

Impulse geben für Studium und Lehre

Große Studierendenbefragung des Prorektorats für Diversity Management

Um passgenaue Beratungs-, Studien- und Serviceangebote entwickeln zu können, wurde vom 10. Juni bis zum 5. Juli 2009 eine Online-Studierendenbefragung durchgeführt. In der Befragung wurden die Studierenden danach gefragt, was ihnen zu Beginn geholfen hat, sich in ihrem Studium und an der UDE zurechtzufinden, und ob oder welche Schwierigkeiten es während des Studienverlaufs gab und welche speziellen Beratungs- und Informationsmöglichkeiten insgesamt an der Uni wünschenswert wären. Einige Fragenkomplexe wendeten sich gezielt an spezielle Gruppen - wie etwa Studierende mit Kindern oder Studierende aus dem Ausland.

Mit rund 20 Prozent war die Beteiligung für eine Online-Vollerhebung relativ hoch. Viele Befragten haben auch die Möglichkeit genutzt, konkrete Hinweise zu formulieren, wie die Studienbedingungen an der UDE noch weiter verbessert werden können. Die Befragung gibt damit, so die Prorektorin fpr Diversity Management prof. Dr. Ute Klammer, wertvolle Anregungen für anstehende Reformen der Studiengänge und Beratungsangebote an der UDE. Aufgrund der Datenfülle wird die weitere Auswertung allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr Infos erhalten Sie unter folgender Internetadresse: http://www.uni-due.de/diversity

» mehr zu: "Große Studierendenbefragung des Prorektorats für Diversity Management"

Erste Ergebnisse der Befragung

Ein Viertel hat Migrationshintergrund

Von den über 5.500 Teilnehmenden hatten 94 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Viertel aller Befragten hat allerdings einen Migrationshintergrund. Mehr als die Hälfte der Studierenden (53 v.H.) kommt aus Familien, in denen weder Mutter noch Vater studiert haben. Drei Viertel der UDE-Studierenden sind Christen, knapp 6 Prozent Moslems, 16 Prozent gehören keiner Religion oder Konfession an. Knapp einem Fünftel der Studierenden mit Konfession ist die Religionsausübung im Alltag ein wichtiges Anliegen, über 70 Prozent von ihnen geben an, die UDE habe zur Praktizierung der Religion die nötigen Voraussetzungen geschaffen.

Der Anteil von ausländischen Studierenden, die nur zum Studium nach Deutschland gekommen sind, beläuft sich in der Befragung bei 2,3 Prozent. Rund vier Prozent der teilnehmenden Studierenden haben ein Kind oder erwarten demnächst Nachwuchs. Etwa jede/r zehnte Studierende leidet unter einer chronischen Erkrankung oder Behinderung; dabei überwiegen Allergien und Atemwegserkrankungen. Mehr als ein Drittel wird hierdurch nach eigener Aussage im Studium beeinträchtigt.

Eltern finanzieren das Studium mit

Aus der Befragung wird deutlich, dass rund zwei Drittel der Befragten von ihren Eltern finanziell unterstützt werden. Aber auch die eigene Erwerbstätigkeit spielt eine große Rolle: fast 70 Prozent sind neben ihrem Studium erwerbstätig, knapp 13 Prozent müssen ihr Studium ausschließlich selbst finanzieren. Lediglich ein knappes Viertel der Studierenden erhält Ausbildungsförderung nach dem BAföG.

Etwa die Hälfte der Befragten geht davon aus, ihr Studium voraussichtlich nicht in der Regelstudienzeit beenden zu können, weitere 19 Prozent sind sich diesbezüglich noch nicht sicher. Als Hauptgründe für die Überschreitung der Regelstudiendauer werden die nebenberufliche Erwerbstätigkeit (64 v.H.) neben der Überschneidung von Lehrveranstaltungen (63 v.H.) genannt. Auch bei denjenigen, die ihr Studium für ein Semester oder länger unterbrochen haben (12 Prozent der Befragten), werden finanzielle Probleme und/oder Erwerbstätigkeit am häufigsten als Ursache genannt.

Es wird deutlich, dass gerade diejenigen Studierenden, die Kinder haben und/oder ihr Studium durch Erwerbstätigkeit (mit-)finanzieren müssen, durch das klassische Präsenzstudium mitunter vor große Probleme gestellt werden. Um den tatsächlichen Bedarf an Alternativen zum klassischen Präsenzstudium zu erheben, wurden die Studierenden auch danach befragt, für wie sinnvoll sie mögliche Alternativen zum Präsenzstudium halten. Den Ergebnissen zufolge erachten 67 Prozent der Studierenden berufsbegleitende Studiengänge und 61 Prozent Studium und Arbeit in sich abwechselnden Phasen für sinnvoll.

Mehr Studienalternativen

Auch Lehrveranstaltungen über Multimedia/Internet (44 v.H.), die Mischung aus Präsenz- und Fernstudien (43 v.H.) oder Teilzeitstudiengänge (37 v.H.) werden von einem großen Teil der teilnehmenden Studierenden als sinnvolle und wünschenswerte Studienangebote genannt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass gerade für nicht-traditionelle Studierende eine vielfältige(re) Ausgestaltung der Studienangebote ein großes Desiderat darstellt.

Mehr als jede/r zehnte Studierende hat sich im Zusammenhang mit dem Studium bereits im Ausland aufgehalten. Finanzielle Aspekte spielen auch bei der Entscheidung für oder gegen einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Haupthinderungsgründe sind bei rund 70 Prozent die mögliche finanzielle Mehrbelastung sowie die Befürchtung, dass sich das Studium hierdurch verlängern könnte (65 v.H.). Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse sind dagegen nur für jeden Fünften ein Hinderungsgrund.

Beratungsangebote nicht bekannt

Die Hälfte der Studierenden hatte den größten Beratungsbedarf zum Studienverlauf bzw. zur studienfachbezogenen Beratung (45 v.H.). Jeweils ein Drittel gab an, Fragen zur Finanzierung des Studiums und/oder zur Vereinbarung von Studium und Erwerbsarbeit zu haben. Auffällig ist der Befund, dass die Studierenden bestehende Beratungsangebote an der UDE oftmals nicht kennen oder sich – obwohl sie einen entsprechenden Beratungsbedarf angeben – noch nicht über mögliche Angebote informiert haben. Werden die Beratungsangebote dagegen genutzt, ist die Zufriedenheit mit den Angeboten recht hoch.

Bericht der Open Space Tagung: „Diversity Management an der Hochschule“ am 17. Februar 2009

Großen Anklang fand die Open Space Tagung zum Thema „Diversity Management an der Hochschule“ am 17. Februar 2009. Über 70 Teilnehmende aus den Fachbereichen, zentralen und studentischen Einrichtungen der UDE sowie anderen Universitäten diskutierten im Gerhard-Mercator-Haus am Campus Duisburg über Handlungsbedarfe und Entwicklungsmöglichkeiten eines Diversity Managements an der Hochschule. Die Tagung hatte zum Ziel, das Thema Diversity an der Universität Duisburg-Essen sichtbar zu machen und für die Notwendigkeit und Chancen eines Diversity Managements zu sensibilisieren. Veranstaltet wurde sie vom Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit dem Prorektorat für Diversity Management und der Gleichstellungsbeauftragten.

Eingangsvorträge

Prof. Dr. Ute Klammer: Diversity Management an der Universität Duisburg-Essen - Vorüberlegungen, Stand und Perspektiven

Die Prorektorin für Diversity Management, Prof. Dr. Klammer, berichtete über Vorüberlegungen, Stand und Perspektiven der Diversity-Aktivitäten an der Universität Duisburg-Essen. Ein besonderen Bedarf wird durch jeweils überdurchschnittliche Anteile von Studierenden mit Migrationshintergrund, Studierenden aus so genannten ökonomisch schwachen und/oder bildungsfernen Schichten sowie Studierenden, die neben dem Studium erwerbstätig sind, gesehen. Darüber hinaus hat die UDE eine starke regionale Verankerung, d.h. die Mehrheit ihrer Mitglieder kommen aus dem Ruhrgebiet. Zur Präsentation bitte hier klicken.

Prof. Dr. Erol Yıldız: Migration und Diversität als Herausforderung für Bildungsinstitutionen

In seinem Vortrag diskutierte Prof. Dr. Erol Yıldız von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Migration und Diversität als Herausforderung für Bildungsinstitutionen. Die ZuhörerInnen erhielten einen Überblick über den Umgang mit Migration aus historischer Perspektive und aktuelle Tendenzen wurden aufgezeigt. Eingangs stellte Prof. Yıldız die These auf, dass der Umgang mit Migration und Migranten bisher von „mythischen Konzepten“ wie “Integration”, “kulturelle Differenz” oder “ethnische Identität” bestimmt wird. Seine Schlussfolgerung ist, dass mögliche soziale Probleme nicht länger als “mentale Defizite” gesehen werden sollten. Sie sind vielmehr Ausdruck gesellschaftlichen Wandels und Ausdruck neuer Herausforderungen. Hier geht es zum Vortrag.

Dr. Günther Vedder: Diversity Excellence an internationalen Hochschulen

Ergebnisse seines internationalen Forschungsprojektes zum Diversity Management in Unternehmen und öffentlichen Institutionen stellte Dr. Günther Vedder von der Georg-August-Universität Göttingen vor. Interessant sind hierbei die konkreten Aktivitäten der Hochschulen in Australien und den USA. Diese entwickelten unter anderem Maßnahmen zur klaren Festlegung von Verantwortlichkeiten, standardisierte Beschwerdeverfahren sowie legten Details zur Rekrutierung, Beförderung und Entlohnung fest. Auch gehören verpflichtende Diversity-Schulungen zum Handlungsrepertoire dieser Hochschulen. Zur Vortragspräsentation bitte hier klicken.

Open Space: Gemeinsame Ideenentwicklung und Diskussion

Am Nachmittag artikulierten die Teilnehmenden den konkreten Handlungsbedarf und entwickelten gemeinsame Ideen für mögliche Aktivitäten der Hochschule. Insgesamt wurden 10 Themenfelder für die Arbeit in Kleingruppen benannt.

Durch Anklicken der Links gelangen Sie auf die zusammengefassten Ergebnisse:

  1. Das Spannungsfeld "Faire Ungleichbehandlung"
  2. Unsichtbare Schwellen für Studierende in Betreuungssituationen
  3. Verhältnis von Gender Mainstreaming und Diversity Management
  4. Lebensraum Universität und "Campus Community Building"
  5. Diversity aus Sicht der Studierenden
  6. Mögliche Umsetzungsmaßnahmen unter Diversity-Aspekten
  7. Konstruktion von Diversity-Kategorien: Folgen und Probleme
  8. Förderung von Studierenden mit Migrationshintergrund
  9. Exzellenz in der Forschung durch die Berücksichtigung von Gender & Diversity-Aspekten
  10. Anlaufstelle für Diskriminierung

Die Moderatorin Prof. Dr. Barbara von Meibom diskutierte gemeinsam mit den Teilnehmenden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen.

Unter diesem Link finden Sie eine Zusammenfassung der Ergebnisse des zweiten Tagungsteils.

Gender-Projekte im ZfH

Zurzeit werden folgende Projekte im ZfH aus Mitteln des Innovationsfonds des Landes NRW für Erfolge in der Gleichstellung finanziert:

Mit Gender Mainstreaming Hochschule in Studium und Lehre kompetent entwickeln an der UDE! 
Mehr...

Geschlechtsspezifische Auswertung studentischer Lehrveranstaltungsbewertungen 
Mehr...

Gender & E-Tutoring: zweisemestriges Qualifizierungsprogramm 
Mehr...

Gender-Portal 
Mehr...

Herbstakademie für Promovierende und Promotionsinteressierte 
Mehr...

MediMent – Karriereförderung von Wissenschaftlerinnen in der Medizin 
Mehr...

ProMent - Karrierementoring für neu berufene Professorinnen
Mehr...

 

Darüber hinaus werden im Geschäftsbereich Karriereentwicklung im Rahmen der Frauenförderung weitere Mentoring-Programme für Studentinnen und Absolventinnen sowie für Promovendinnen angeboten.

Eine Kurzzusammenfassung (pdf) der Projekte erhalten hier.

Gender and Diversity an der UDE

Verschiedene Beispiele, wie Gender und Diversity an der Universität Duisburg-Essen berücksichtigt wird, finden Sie in den folgenden Tagungspräsentationen:

Workshop „Genderkompetent in Forschung, Lehre und Verwaltung?“ an der Universität Luxemburg, 24. –25. Juni 2008

Workshop "Vielfalt in der Universität, Erkennen –Fördern –Nutzen" an der Universität Hamburg, 14. Januar 2009