Universität Duisburg-Essen
 Kopfgrafik Fachbereich

FORSCHUNGSAKTIVITÄTEN


An folgenden Themen und Fragen arbeite ich derzeit, dabei oft begleitet und unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie studentischen Hilfskräften. TeilnehmerInnen meiner forschungsorientierten Lehrveranstaltungen haben nach Absprache die Möglichkeit, sich an den Projektarbeiten zu beteiligen, unentgeltlich, aber gegen Bescheinigungen, in den BA- und MA-Studiengängen auch gegen Anrechnung von Creditpoints.


Aktuelle Projekte 2011

Im Juli 2010 wurde das zweijährige multilaterale Projekt "Konstruktionsglossare im Fachsprachenlernen - Deutsch, Estnisch, Lettisch, Litauisch" (kurz: KoGloss) bewilligt. Im Januar 2011 hat das Projekt mit einem Treffen aller Partner an der Universität Duisburg-Essen offiziell begonnen. Weitere Infos finden Sie auf der Projektseite von KoGloss.

Forschungsaktivitäten im Überblick

Lexikologie und Wortschatzforschung / Korpuslinguistik und Semantik
Bisheriges Hauptarbeitsgebiet. Siehe Publikationsliste.
In jüngerer Zeit beschäftige ich mich besonders mit der kulturellen Funktion von Wörterbüchern und Lexika in und für eine Sprache und über den nationalen Rahmen hinaus in Richtung auf den europäischen Kulturraum. Letzterer war und ist auf lexikografisch-enzyklopädischem Gebiet schon immer Realität. Nun müsste die Sprachgeschichts- und Wörterbuchforschung den transnationalen und europäischen Bezügen der Wortschätze wie der lexikografischen Konzepte und Methoden stärker Rechnung tragen. Ein Nachschlagewerk über die großen Lexika und Wörterbücher Europas ist in Vorbereitung.


Lexikografie im elektronischen Medium
Ausgehend vom bisherigen Hauptarbeitsgebiet beschäftigen wir, d.h. Maren Runte , Julia Steube und ich, uns mit den Anforderungen an lexikalische Informationssysteme im mehrsprachigen Europa. Im Fokus stehen einerseits die Nutzerinteressen und Nutzervoraussetzungen von Deutsch-als-Fremdsprache-Lernern (Dissertation von Maren Runte), andererseits der technisch-medial und durch Globalisierung bedingte Wandel in der Fachlexikografie (Dissertation von Julia Steube). Wir beschäftigen uns hier vor allem mit methodischen Fragen und Antworten, die unabhängig vom jeweils zu beschreibenden Wortschatz sind.


Risikokommunikation
Mitarbeit in einem EU-geförderten Projekt, in dem es um die Erleichterung multilingualer Kommunikation unterschiedlicher Experten- und Laiengruppen in Risikosituationen (Naturkatastrophen, Ölunfälle auf See usw.) geht: WIN - Wide Information Network . Zusammen mit dem multinationalen Team der Université Marc Bloch in Strasbourg, geleitet von Frau Prof. Gertrud Gréciano, das für das Workpackage MULTH - Multilingual Thesaurus zuständig ist, arbeiteten Ulrike Haß, Maren Runte und Julia Steube , unterstützt durch Annika Schierz, Winnie Wolter und Eva Zitta, an Teilen eines mehrsprachigen elektronischen Lexikon und Thesaurus. Wichtige Basis dafür sind deutsche und englische Korpora und ein nutzerspezifisches Informations'design'.


Textsorte Verfassung – Sprache und Kommunikation 'rund um' die Verfassung Europas
Der sog. Verfassungsprozess und damit die öffentliche und vielsprachige Diskussion um das, was in diesem Texte stehen und wie formuliert werden soll, soll Anfang 2007 erneut in Gang kommen. Der Grundkonflikt jedes Verfassungstexts ist der zwischen juristisch-ordnender und öffentlich-symbolischer Funktion (vgl. meinen Aufsatz über die Weimarer Reichsverfassung von 1919); ich bin gespannt, ob der öffentlich-symbolischen Funktion auch von Seiten der Politik in Zukunft mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als in der Zeit vor der Ablehnung des Europäischen Verfassungsvertrags durch die Bevölkerungen Frankreichs und der Niederlande. Derya Gür schreibt ihre Dissertation zu bestimmten Aspekten dieses Themas; gemeinsam arbeiten wir an angemessenen linguistischen Konzepten und Methoden. Wintersemester 2005/2006 wurde in meinem Hauptseminar Der Diskurs um die Verfassung Europas - Medien, Textsorten, Strategien, Schlüsselwörter eine Kleine Essener Stichwortsammlung zum Diskurs um die europäische Verfassung erarbeitet, dessen Ergebnisse nachgelesen werden können. Siehe Kleine Essener Stichwortsammlung.


Grammatik in der Schule
Die Inhalte des grammatischen Stoffs im Deutsch-, im Englisch-, Französisch- und im Lateinunterricht (weitere Sprachen möglich) sind kaum aufeinander abgestimmt Kooperation mit der Luisenschule in Mülheim an der Ruhr und ihrem Förderprojekt zum Grammatikunterricht in der Orientierungsstufe.


Wissenschaftsgeschichte
Die germanistische Linguistik ist noch eine relativ junge Disziplin, die in den 1960er Jahren aus germanistischen wie internationalen Traditionen heraus entstand. Dennoch ist es nun an der Zeit, ihre Enstehungsgeschichte im Kontext der anderen germanistischen Teilfächer, der Wissenschaftsgeschichte generell sowie herausragender gesellschaftlicher Faktoren wie der Bildungs- und Technikgeschichte zu erforschen (Unterstützung durch Silke Schorra, Marius Nimphius, Winnie Wolter und Maren Runte ). Dahinter steht die Überzeugung, dass das, was heute in Universitäten und anderswo über deutsche Sprache geforscht, theoretisch modelliert und vermittelt wird, Interessen und Perspektiven folgt, die teilweise außerhalb der Wissenschaft liegen. Meiner Arbeit an der neueren Linguistikgeschichte ging die Beschäftigung mit der germanistischen Sprachforschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts voraus. Ich arbeite mit an der Herausgabe der im Wallstein-Verlag Göttingen erscheinenden Zeitschrift "Geschichte der Germanistik" . Mitteilungen des Marbacher Arbeitskreises für Geschichte der Germanistik .


Letzte Änderung: Donnerstag, 31.3.2011
© Universität Duisburg-Essen - Kontakt: ulrike.hass@uni-due.de