Inhaltsregister |
31.00 bis vor 33.00
31.1 Trittschalltechnische Kenngrößen31.1.1 Trittschallpegel32.0 Trittschall- und Luftschallschutz von Holzbalkendecken |
Für die Kennzeichnung der Trittschalldämmung werden die in der folgenden Tabelle angegebenen Größen verwendet. Die bewerteten Größen (Einzahlangaben) erhält man aus den frequenzabhängigen Größen mit Hilfe des Bewertungsverfahrens nach Kapitel 31.1.3.
Tabelle 1: Größen zur Kennzeichnung des Trittschallschutzes| frequenzabhängige Größen [1] | bewertete Größen [2] |
|
Trittschallpegel LT |
- |
|
bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w, |
|
|
Norm-Trittschallpegel der Rohdecke Ln,0, |
äquivalenter bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w,eq |
|
Trittschallminderung DL 4) |
Trittschallverbesserungsmaß DLw |
Der Trittschallpegel LT ist der Schallpegel (je Terz), der im Raum unter einer Decke entsteht, wenn diese mit einem Norm-Hammerwerk nach DIN 52210 Teil 1 [89] angeregt wird. Der Trittschallpegel LT ist frequenzabhängig.[5]
Der Norm-Trittschallpegel ist der Trittschallpegel (je Terz), der im Empfangsraum vorhanden wäre, wenn der Empfangsraum die Bezugsabsorptionsfläche A0 = 10 m2 hätte. Der Norm-Trittschallpegel Ln ist frequenzabhängig.[6]
|
|
|
Zeichen
|
Größe |
SI-Einheit
|
|
Ln = Ln(f)
|
Norm-Trittschallpegel |
dB
|
|
LT = LT(f)
|
Trittschallpegel |
dB
|
|
A0
|
Bezugsabsorptionsfläche A0 = 10 m2 |
m2
|
|
A = A(f)
|
äquivalente Schallabsorptionsfläche des Empfangsraums [7] |
m2
|
Der bewertete Norm-Trittschallpegel
bzw.
ist eine Einzahlangabe
zur Kennzeichnung des Trittschallverhaltens gebrauchsfertiger Decken- und Treppenkonstruktionen.
Zur Beurteilung des Trittschallschutzes wird die frequenzabhängige Bezugskurve
für den Norm-Trittschallpegel um ganze dB nach oben (ungünstig) bzw. nach unten
(günstig) verschoben, bis die mittlere Überschreitung der Bezugskurve durch
die Meßkurve 2 dB wird.
bzw.
entspricht dem
Wert der verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz (vgl. Abb.). [8]
Summierung der ungünstigen Abweichungen:
|
|
, wenn |
|
, sonst |
|
|
| Zeichen | Größe | SI-Einheit |
|
mittlere Überschreitung der verschobenen Bezugskurve durch die Meßkurve | dB |
Die Trittschallminderung DL ist die Differenz der Norm-Trittschallpegel einer Decke ohne und mit Deckenauflage (je Terz). Die Trittschallminderung ist frequenzabhängig.
|
|
| Zeichen | Größe | SI-Einheit |
| DL = DL(f) | Trittschallminderung | dB |
| Ln,0 = Ln,0(f) | Norm-Trittschallpegel ohne Deckenauflage | dB |
| Ln,1 = Ln,1(f) | Norm-Trittschallpegel mit Deckenauflage | dB |
Der äquivalente bewertete Norm-Trittschallpegel Ln,w,eq ist eine Einzahlangabe zur Kennzeichnung des Trittschallverhaltens einer Decke ohne Deckenauflage. Aus dem äquivalenten bewerteten Norm-Trittschallpegel der Rohdecke Ln,w,eq und dem Trittschallverbesserungsmaß der Deckenauflage DLw ergibt sich der bewertete Norm-Trittschallpegel der fertigen Trenndecke.
Für die Umrechnung aus den früher verwendeten Einzahlangaben gilt:
|
|
| Zeichen | Größe | SI-Einheit |
| Ln,w,eq | äquivalenter bewerteter Norm-Trittschallpegel | dB |
| Ln,w | bewerteter Norm-Trittschallpegel | dB |
| DLw | Trittschallverbesserungsmaß einer Deckenauflage | dB |
| TSMeq | äquivalentes Trittschallschutzmaß (veraltet) | dB |
Das Trittschallverbesserungsmaß DLw einer Deckenauflage ist eine Einzahlangabe zur Kennzeichnung der Trittschallverbesserung einer Massivdecke durch eine Deckenauflage; es kennzeichnet die frequenzabhängige Trittschallminderung DL der geprüften Deckenauflage durch eine Zahl.
|
|
Zeichen
|
Größe |
SI-Einheit
|
|
DLw
|
Trittschallverbesserungsmaß einer Deckenauflage (Einzahlangabe) |
dB
|
|
VM
|
Verbesserungsmaß einer Deckenauflage [12] |
dB
|
|
DL = DL(f)
|
frequenzabhängige Trittschallminderung |
dB
|
Eine Holzbalkendecke besteht aus der Rohdecke,
dem Fußboden und einem Gehbelag. Das Trittschallverhalten der Rohdecke wird
durch Ln,w,eq,H beschrieben.
Der Fußboden und der Gehbelag werden trittschallschutztechnisch durch die Verbesserungsmaße
DLw,H und DLw,H2 charakterisiert.
|
|
Zeichen
|
Größe |
SI-Einheit
|
|
Ln,w,H
|
bewerteter Norm-Trittschallpegel der Holzbalkendecke |
dB
|
|
Ln,w,eq,H
|
bewerteter äquivalenter Norm-Trittschallpegel der Holzbalkenrohdecke |
dB
|
|
DLw,H
|
Trittschallverbesserungsmaß eines Fußbodens für Holzbalkendecken |
dB
|
|
DLw,H2
|
Trittschallverbesserungsmaß eines zusätzlichen Fußbodenbelages |
dB
|
Die Werte für Ln,w,eq,H, DLw,H und DLw,H2 sind den folgenden Tabellen und Diagrammen zu entnehmen.
Tabelle 3: Ln,w,eq,H von Holzbalken-Rohdecken (in Anlehnung an [21])|
Deckenausführung |
Ln,w,eq,HdB
|
||
|
82
|
||
|
81
|
||
|
69
|
||
|
66
|
||
|
62
|
||
|
62
|
||
|
71
|
| Fußbodenaufbau |
DLw,HdB
|
|
|
Trockenestrich aus Holzspanplatten, jeweils unterseitig mit ca. 20 mm Polystyrol-Hartschaumplatten verklebt; lose verlegt |
4 - 6
|
|
Schwimmend verlegte 22 - 25 mm dicke Holzspanplatten auf 28/25 mm Mineralfaserplatten |
9
|
|
Schwimmend verlegte Holzspanplatten auf Sandschüttungen |
22
|
|
Schwimmende 50 mm dicke Zementestrichplatte (m' = 120 kg/m2) auf 30/25 mm Mineralfaserplatten |
16
|
Trittschallverbesserung DLw,H und DLw,H2 für Holzbalkendecken [13]
(nach [21])

| [1]) | In Terzbändern. |
| [2]) | Einzahlangabe. |
| [3]) | Die ISO 140/7 kennt neben dem Norm-Trittschallpegel Ln noch den nachhallreduzierten Norm-Trittschallpegel Ln,T und entsprechend den bewerteten nachhallreduzierten Norm-Trittschallpegel Ln,T,w. Siehe auch Seite 262. |
| [4]) |
Zur Erläuterung (nach[20]):
Der Norm-Trittschallpegel der Rohdecke nimmt mit steigender Frequenz zu. Da die Trittschallminderung mit steigender Frequenz zunimmt, wird durch den Schwimmenden Estrich und den Belag die bei hohen Frequenzen schlechte Trittschalldämmung der Rohdecke entscheidend verbessert. Wesentlich hierfür ist jedoch eine schalltechnisch einwandfreie Audsführung des schwimmenden Estrichs. Schallbrücken führen i.d.R. zu einer deutlichen Herabsetzung der Trittschalldämmung. |
| [5]) | Im Gegensatz zum bisher in Oktavschritten ermittelten Trittschallschutzmaß TSM wird Ln,w bzw. in Terzschritten ermittelt. Dies führt dazu, daß die Trittschallpegel (je Terz) im Mittel um 10 lg 3 » 5 dB niedriger liegen als die bisherigen Trittschallpegel (je Oktav) (siehe auch Seite 180). |
| [6]) |
Neben dem Norm-Trittschallpegel
Ln kennt die ISO 140/7[127]den nachhallreduzierten Norm-Trittschallpegel
Ln,T. Es gilt:
|
| [7]) | T wird i.d.R. durch Messung der Nachhallzeit im Empfangsraum ermittelt. |
| [8]) | Das Trittschallschutzmaß TSM ist die früher verwendete Einzahlangabe zur Kennzeichnung des Trittschallverhaltens von gebrauchsfähigen Decken: Es gilt: TSM = 63 dB - Ln,w |
| [9]) | D.h.: („ungünstige“ Abweichung). |
| [10]) | D.h.: („günstige“ Abweichung). |
| [11]) | Mit alten Einzahlangaben: . |
| [12]) | Frühere Einzahlangabe. |
| [13]) | Auf der Abszisse ist das Verbesserungsmaß von Gehbelägen nach DIN 4109 aufgetragen, wie es für Massiv-decken angewandt wird; DLw,Hgilt für Beläge, die unmittelbar auf einer Holzbalkenrohdecke verlegt sind; DLw,H2 gilt für zusätzlich auf dem DLw,H-Fußboden aufgebrachte Beläge. |