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Chemie

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Der Studienbereich Chemie umfasst neben dem Studienfach Chemie auch die Fächer Biochemie, Lebensmittelchemie und Chemieingenieurwesen (FH). Die Studienplatznachfrage ist jedoch in den letztgenannten Fächern deutlich geringer. Die weiter unten aufgeführten statistischen Hochschuldaten beziehen sich  auf den gesamten Studienbereich.

Das Chemiestudium an deutschen Universitäten hat im Vergleich zu den übrigen Studienfächern der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächergruppe eine wichtige Besonderheit: Das Diplom hatte gewissermaßen nur formal die Rolle eines berufsqualifizierenden Abschlusses gespielt, denn das eigentlich berufsqualifizierende Zertifikat war und ist bis heute die Promotion. Wie jährlich durchgeführte Erhebungen der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeigen, begannen in den letzten Jahren circa 90% der Absolventen nach dem Diplom mit einer Promotion. In der Chemie vergehen daher vom Beginn des Studiums bis zum Eintritt ins Berufsleben in der Regel 8 bis 9 Jahre (einschl. der Promotionsphase). Die außerordentlich hohe Promotionsquote in der Chemie hat ihre Ursache darin, dass Forschung und Entwicklung nicht nur an Hochschulen und staatlichen Forschungseinrichtungen, sondern auch in der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu den Haupteinsatzgebieten von Chemikern zählen. Hierfür muss die Fähigkeit zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten durch die Promotion nachgewiesen sein. Jedoch zeichnet sich in letzter Zeit bei den Berufsprofilen eine gewisse Tendenz weg von Forschung und Entwicklung hin zu Produktion, Vertrieb und Beratung ab. Diesen veränderten Anforderungen soll zukünftig durch eine deutliche Flexibilisierung des Chemiestudiums Rechnung getragen werden, wie sie in der Würzburger Denkschrift zur Neuordnung des Chemiestudiums niedergelegt worden ist. Auf der Grundlage der Würzburger Denkschrift basiert ein Modell für einen Reformstudiengang: Nach einem Basisstudium von sechs Semestern erfolgt alternativ die Vertiefung in einem Promotionsstudiengang, in einem anwendungsbezogenen oder in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang. 

An Fachhochschulen dominiert nach wie vor die Ausrichtung Chemieingenieurwesen. Studienmöglichkeiten zum Bachelorstudium können gezielt über die ständig aktualisierte Datenbank Hochschulkompass (unter Studium / grundständiges Studium) der Hochschulrektorenkonferenz abgefragt werden. Zum Bachelor in Chemie, Biochemie und im Chemieingenieurwesen soll ein breit angelegtes, flexibles Studium mit Schwerpunktqualifikation in den Kernfächern der Chemie, bzw. der Biochemie oder des Chemieingenieurwesens führen. An Fachhochschulen steht dagegen ein anwendungs- und praxisorientierter Bachelor-Studiengang mit einem ersten berufsbefähigenden Abschluss im Vordergrund. In universitären Studiengängen wird sich in der Regel ein weiterführender Master-Studiengang anschließen. Die Master-Studiengänge in der Chemie, der Biochemie und im Chemieingenieurwesen sind in der Regel  Schwerpunktstudiengänge. Es werden dabei Vertiefungen in den Kernfächern sowie Spezialisierungs- und interdisziplinäre Studiengänge angeboten .

Einen Gesamtüberblick über die aktuellen Studienmöglichkeiten im Fach Chemie bietet der Studien- und Berufswahlführer. Für Schülerinnen und Schüler besonders informativ ist die Internet-Adresse chemie-im-fokus.de der GdCH. Neben reichhaltigen Informationen zu Studiengängen und Hochschulen gibt es u.a. auch Ein- und Überblicke zu den vielfältigen Berufsmöglichkeiten. Wer Adressen aus der Welt der Chemie sucht, wird beim Server ChemLin fündig. Unter anderem sind die Adressen von Hochschulen mit einem Studiengang Chemie in Deutschland und im Ausland verlinkt sowie eine Reihe von Fachschaftsangeboten.

Der Anteil der grundständigen Bachelorabsolventen (erster berufsqualifizierender Anschluss) hat im Jahr 2010 bezogen auf die grundständigen Studiengänge insgesamt bei 48 % gelegen. Lehramtsstudierende - soweit dafür ausgewiesen - sind dabei nicht berücksichtigt worden.  Inwieweit diese Bachelor-Absolventen für den Arbeitsmarkt eine Relevanz haben (Stichwort: berufsqualifizierend), sei dahingestellt. Denn fast alle Bachelorabsolventen nehmen bisher ein Masterstudium auf. Und voraussichtlich mehr als 80% der Masterabsolventen werden danach - unterstellt die bisherigen Übergangsquoten - eine Promotion anstreben.

Chemie Studienanfängerstatistik

Studiendauer und Alter   -   Chemie (Uni)
Abschluss: Diplom u. Vergleichbare
Regelstudienzeit: 9 - 10 Semester
Tatsächliche Studiendauer: 11,1 Fachsemester (2010) 11,9 Fachsemester (1995)
Alter bei Abschluss: 26,3 Jahre
Studiendauer und Alter   -   Chemie (FH)
Abschluss: Diplom u. Vergleichbare
Regelstudienzeit: 8 Semester
Tatsächliche Studiendauer: 9,0 Fachsemester (2010)
Alter bei Abschluss: 26,0 Jahre
Absolventen:   Studiendauer und Alter   -   Bachelor insgesamt
Abschluss: Bachelor
Regelstudienzeit: 6-8 Semester
Tatsächliche Studiendauer: 6,3 Fachsemester (2010)
Alter bei Abschluss:  23,8 Jahre

Quelle: Statistisches Bundesamt 
Hinweis zur Studiendauer Bachelor

In den frühen neunziger Jahren kam es zu einem geradezu dramatischen Rückgang: Die gesamte Anfängerzahl sank bis 1994 auf nur noch gut  5.000 (gesamtdeutsche Zahl  gegenüber 8.000 Anfänger  allein alte BRD). Danach stabilisierte sie sich zunächst auf höherem Niveau und verharrt bis 2010 auf diesem. Zeitversetzt nahm die Gesamtzahl der Studierenden an Universitäten die Bewegungen bei den Anfängerzahlen auf. Nach deutlichen Rückgängen in den neunziger Jahren ist ein nennenswerter Zuwachs bei den Studierendenzahlen erst seit dem Jahr 2001 zu verbuchen gewesen.

Chemie Studienanfängerstatistik

Chemie Studierendenstatistik

Die auch noch 2003 niedrig liegende Absolventenzahl spiegelt - zeitverzögert - das verhaltene Niveau bei der Anfängerentwicklung wider (bei einer Fachstudiendauer von rund elf Semestern). Im Jahr 2004 hat   diese Entwicklung eindeutig eine andere Richtung eingeschlagen. Jahr für Jahr haben sich die grundständigen Absolventenzahlen - mit Ausnahme von 2007 - erhöht. Setzt man die Absolventenzahlen der letzten Jahre in Beziehung mit den zeitversetzt zurückliegenden entsprechenden Anfängerzahlen, so dürften sich kalkulatorisch die grundständigen Absolventenzahlen in den kommenden Jahren  in einer Bandbreite von 5.000  bis 5.500 bewegen. Bis 2017 sind bis zu 6.000 grundständige Absolventen möglich. Unterstellt man einen weiteren Anstieg der bisherigen Erfolgsquote aufgrund der Einführung des Bachelorabschlusses könnte  die Absolventenandbreite auch über 6.000 reichen.

Chemie Absolventenstatistik

Chemie Master

2.236 Chemiker bestanden die Bachelorprüfung im Jahr 2010. Mit Blick auf das Studienjahr 2010/2011 haben 2.020 Studierende mit dem entsprechenden Masterstudium (ohne Lehramt) begonnen. Die Zahl der  Masterabschlüsse wird mit Sicherheit vor diesem Hintergrund weiter ansteigen.

Unterstellt man eine vierjährige Promotionsdauer, so werden sich die Promotionszahlen auf einem Niveau von über 2.000 in den nächsten Jahren bewegen.

Chemie Promotionen

Die Jobampel  finden Sie bei www.stern.de

 


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