Die Informatik ist die mit Abstand jüngste Disziplin in der Fächergruppe Mathematik/ Naturwissenschaften. Sie nimmt jedoch auch in anderer Hinsicht eine gewisse Sonderstellung innerhalb dieser Fächergruppe ein. Während insbesondere die Naturwissenschaften vom Ursprung her in erster Linie auf das Streben nach Erkenntnisgewinn ausgerichtet sind, hat in der Informatik von vornherein mehr die Entwicklung von Problemlösungen für konkrete Anwendungen im Vordergrund gestanden. Die Informatik ist daher ihrem Charakter nach mehr eine Technologie als eine Wissenschaft im klassischen Sinne. Sie ist darin in etwa vergleichbar mit den Ingenieurwissenschaften, für die sie eine Art Querschnittstechnologie darstellt.
Einen Gesamtüberblick über die aktuellen Studienmöglichkeiten und -profile im Studienbereich Informatik bietet der Studien- und Berufswahlführer. Studienmöglichkeiten zum Bachelorstudium können gezielt über die ständig aktualisierte Datenbank Hochschulkompass (unter Studium/ grundständiges Studium) der Hochschulrektorenkonferenz abgefragt werden.
Eine Fülle von Informationen - unter anderem auch zu Beruf und Studium - hält die Gesellschaft für Informatik bereit. Weiterführend im Hinblick auf den Entscheidungsprozeß für ein Studium der Informatik sind ebenfalls die konkreten Hinweise der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten e.V. (www.4ing.net ).
Als Service bietet das Institut für Informatik der Universität München einen Selbsttest an. Der umfangreiche Test vermittelt zum einen klarere Vorstellungen über die Art von Fähigkeiten und Denkweisen, auf denen ein Studium mit Informatikprägung aufbaut. Zum anderen können Interessierte selbst und in Ruhe testen und an Hand der Bewertungshinweise entscheiden, ob sie sich zu einem Informatikstudium entschließen sollten. Einen kürzeren Selbsttest, mit dem man seine Grundfertigkeiten für ein Informatikstudium überprüfen kann, hat der Fachschaftsrat Informatik an der TU Chemnitz ins Netz gestellt. Mit der Kampagne be.it will das Bundesministerium für Bildung und Forschung mehr Frauen für ein Informatik-Studium gewinnen.
Die gestufte Studiengangsstruktur ist nahezu an allen Standorten umgesetzt worden. An der Universität Duisburg - Essen beispielsweise kann man im Bachelorstudiengang "Angewandte Informatik - Systems Engineering" nach einem breit angelegten Kernstudium die Auswahl zwischen zwei Vertiefungsrichtungen wählen, die kurz durch die Stichworte Network und Software charakterisiert werden können. Das Studienprogramm definiert den Praxisbezug als wesentlichen Bestandteil des Studiums. Danach schließt sich ein vertiefendes Masterstudium im Umfang von 4 Semestern (2 Jahre) an.
Der Anteil der grundständigen Bachelorabsolventen (erster berufsqualifizierender Anschluss) hat im Jahr 2010 bezogen auf die grundständigen Studiengänge insgesamt bei 53 % gelegen. Lehramtsstudierende - soweit dafür ausgewiesen - sind dabei nicht berücksichtigt worden.
| Studiendauer und Alter - Informatik (Uni) | |||||||||
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| Studiendauer und Alter - Informatik (FH) | |||||||||
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| Absolventen: Studiendauer und Alter - (Bachelor insgesamt) | ||||||||
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Quelle: Statistisches Bundesamt
Hinweis zur Studiendauer Bachelor

Die Studienanfängerentwicklung verläuft unstetig: Zunächst sinkt sie 1995 auf ihren Tiefstand, da in dieser Zeit die Nachfrage nach Informatikern konjunkturell bedingt deutlich zurückging. Als ab 1998 die Nachfrage spürbar anzog und die Arbeitsmarktprognosen günstig ausfielen, stieg auch die Studienanfängerzahl wieder deutlich an. Besonders in den Jahren bis zur Jahrtausendwende waren sprunghafte Zunahmen bei den Anfängern zu verbuchen. 2001 gab es - vor allem bedingt durch den Zusammenbruch der New Economy und einer damit einhergehenden geringeren Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt - erstmals wieder einen Rückgang bei den Anfängerzahlen. Dieser negative Trend scheint 2010/2011 eindeutig gebrochen zu sein: An den Fachhochschulen wurde ein neuer Einschreiberekord erzielt und auch an den Universitäten kommt es wieder zu Zuwächsen.

Die
Schwankungen bei der Zahl der Studienanfänger haben sich
zwischen 1993 und 1997 weniger sichtbar auf die Gesamtzahl der
Studierenden ausgewirkt: Diese ist über mehrere Jahre hinweg
im
wesentlichen konstant geblieben. Erst ab 1998 haben
die
Anfängerzahlen zu einem deutlichen Ansteigen auch der
Studierendenzahl geführt. Dieser Trend setzte sich bis 2003
weiter
fort. Im Jahr 2003 waren über 125.000 Studierende der
Informatik
an Universitäten und Fachhochschulen eingeschrieben. Im Jahr
2004
erfolgt zum erstenmal in der Entwicklung der Studierendenzahlen ein
leichter Rückgang, der aber 2010/11 nicht mehr von
Bestand
ist. Vielmehr könnte in wenigen Jahren ein neuer Höchststand an Studierenden eintreten.
Bei den grundständigen Absolventen war in den Jahren bis
1997 ein kontinuierlicher
kleiner Anstieg zu verzeichnen gewesen. Aufgrund des zwischenzeitlichen
Absinkens der Anfängerzahlen kam es ab 1998 zu einer
Trendumkehr, die jedoch nur von relativ kurzer Dauer war. Im
Jahr 2003 wurden bereits wieder mehr Absolventen als im Vorjahr
gezählt, ein Trend, der bis 2009 anhielt. In den Jahren ab
2009/10 könnten sich die grundständigen Absolventenzahlen der Universitäten -
wahrscheinlich - aufgrund des beschriebenen Rückgang bei den
Anfängerzahlen
weiter rückläufig entwickeln. An
den Fachhochschulen ist davon
auszugehen, dass die Absolventenzahlen auch in Zukunft stabil
bleiben.

Setzt man die Absolventenzahlen der letzten Jahre in Beziehung mit den zeitversetzt zurückliegenden entsprechenden Anfängerzahlen, so dürften sich kalkulatorisch die grundständigen Absolventenzahlen in den kommenden Jahren in einer Bandbreite von 17.000 bis 18.000 bewegen. Bis 2017 sind bis zu 20.000 grundständige Absolventen möglich.


8.463 Informatiker bestanden die Bachelorprüfung im Jahr 2010. Mit Blick auf das Studienjahr 2010/2011 haben 6.718 Studierende mit dem entsprechenden Masterstudium (ohne Lehramt) begonnen. Die Zahl der Masterabschlüsse wird mit Sicherheit vor diesem Hintergrund weiter ansteigen.
Die Promotionen folgen zeitversetzt den Absolventenzahlen: Im Betrachtungszeitraum von 1993 bis 2001 ist ein deutlicher kontinuierlicher Anstieg der Promotionen - mit einem kleineren Rückgang 1997 - zu verzeichnen. Auch in Zukunft - unterstellt man eine dreijährige Promotionsdauer - dürften die Promotionszahlen weiter steigen.
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