Die Essener Kommunikationswissenschaft versteht sich als eine theoretisch und empirisch arbeitende Sozialwissenschaft, die sich mit kommunikativen Phänomenen in all ihren Ausprägungsformen beschäftigt. Sie grenzt sich darin explizit von namensgleichen, rein publizistischen oder medienwissenschaftlichen Studienangeboten in Deutschland ab, die sich vornehmlich auf massenmedial vermittelte Kommunikationen beschränken. Anders als diese Studiengänge befasst sich die Essener Kommunikationswissenschaft umfassend mit der Beschreibung, Analyse und Erklärung von kommunikativen Prozessen, aber auch mit den Verarbeitungsformen von Information und Wissen. Sie begreift kommunikative Prozesse als Sozialhandlungen der Kommunikationspartner, die nur unter Verlust ihrer Einheit in die einzelnen Teilhandlungen zerlegt werden können. Sie untersucht also den Kommunikationsprozess als einheitliches Geschehen, unabhängig davon, ob er mittels moderner Kommunikationstechnologien oder in Face-to-face-Situationen erfolgt, sie richtet sich sowohl auf die Voraussetzungen als auch auf die Struktur- und Funktionsmerkmale jedweder Form von Kommunikation. Die kommunikationswissenschaftliche Perspektive ist dabei grundsätzlich interdisziplinär. In sie gehen naturwissenschaftliche, aber vor allem geistes- und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse ein, insofern sie sich auf menschliche Kommunikationsformen in Kultur, Gesellschaft und Technik beziehen.