Aufzeichnung der Videokonferenz
Die Arbeit mit der Videokonferenz stellt die Forschenden von Anfang an vor eine Reihe von technischen und methodischen Herausforderungen: So erfordert sie ein differenziertes Instrumentarium der Datenerhebung dahingehend, daß dieses sich den jeweiligen technischen Bedingungen der verschiedenen Anlagen anpaßt und gleichzeitig den aus den Charakteristika der Kommunikationsform „Videokonferenz“ einerseits und den Forschungsinteressen und -verfahren andererseits resultierenden Anforderungen gerecht wird.
Dabei profitiert die Datenerhebung zunächst von der auch der technisch vermittelten Kommunikation zugrundeliegenden Entwicklung: Der Markt bietet vielfältige Optionen einer einfacheren, flexibleren und detaillierteren Aufzeichnung, für die Kameras, Mikrophone, Logfileanalysen und Videocapturing das (digitale) Material liefern. Der sinnvolle Einsatz dieser Instrumente bringt allerdings neben deutlich gestiegenen Anforderungen an das praktische Technikwissen auch die Notwendigkeit einer detaillierten Analyse der jeweiligen Kommunikationsform mit sich: Was sind deren relevante Merkmale und wie können diese im Sinne eine angemessenen Abbildung des Interaktionsgeschehens aufgezeichnet werden?
Auf der technischen Ebene werden vielfältige Anforderungen an das Zusammenspiel digitaler und analoger Aufzeichnungen gestellt, die zudem die Bündelung verschiedener Video- und Audioquellen bei einer für die vorgesehenen Analyseverfahren angemessenen Qualität gewährleisten sollen. Aus theoretischer Perspektive kommen weitere Anforderungen hinzu: So mündet die für die Videokonferenz zentrale Frage nach der zeitlichen Verzögerung zwischen den beteiligten Standorten in der Forderung nach einer Synchronisation verschiedener, räumlich getrennter Aufnahmequellen. Gilt das kommunikationswissenschaftliche Forschungsinteresse zudem der zeitlichen Koordination kommunikativer Aktivitäten wie Mimik oder Backchannel-Signale, kommt die Forderung nach einer framegenauen (1/25 Sekunde) Koordination der Video- und Audiosignale hinzu.
Vor diesem Hintergrund wird exemplarisch das für die Datenerhebung relevante Spannungsfeld zwischen technischer Machbarkeit und (kommunikations-) wissenschaftlicher Anforderung beleuchtet.
Literatur
Schulte, Olaf A. / Friebel, Martin / Klotzek, Christian: Aufzeichnung technisch vermittelter Kommunikation - das Beispiel Videokonferenz. In: Gesprächsforschung. Online-Zeitschrift zur verbalen Interaktion. Ausgabe 2 (2001), S. 222-242.
(Online)
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