Einführung

"Nachkriegsliteratur"

1994 ist im Essener Klartext-Verlag unter dem Titel"Vom Nullpunkt zur Wende" die erste Auflage eines Lesebuchs für den Schul- und Hochschulunterricht erschienen, das nicht nur einen repräsentativen Querschnitt durch die deutschsprachige Literatur zwischen 1945 und 1990 offerieren, sondern zugleich als Lesebuch zur deutschen Nachkriegsgeschichte verstanden werden wollte. Fünf Jahre später taugt der Titel dieses Buches immer noch als Metapher zur Charakterisierung deutscher Nachkriegsliteraturgeschichte, weshalb es keinen Grund gab, für die um ein Kapitel zur Literatur der neunziger Jahre erweiterte Neuausgabe einen neuen zu suchen. Nach wie vor will unser Lesebuch solche Aspekte des literarischen Lebens im Nachkriegs-Deutschland veranschaulichen, die die Literatur in West und Ost charakterisieren. Besonders im neuen Schluß-Kapitel zeigt sich aber, daß es zunehmend problematisch wird, von der deutschen Literatur zu sprechen. Wir haben uns deshalb um ein facettenreiches Bild der zeitgenössischen Literatur bemüht, das das Buch vielfältig benutzbar macht. Auswahl- und Ordnungskriterien folgen teils unmittelbar der Sozialgeschichte, teils orientieren sie sich an Problemfeldern, die wesentlich mit der gesellschaftlichen Entwicklung zusammenhängen, wie z. B. Diskussionen um Geschlechterrollen, Fragen der Nationalität oder die Funktion der Literatur selbst.

Nutzerinnen und Nutzern sollen die Möglichkeit haben, je nach Vorkenntnis und Interesse ihrer Zielgruppe spezifische thematische Schwerpunkte zu wählen und Unterrichtseinheiten nach eigenen Kriterien zusammenzustellen. Um dies zu erleichtern, gab es schon seit längerem den Plan, das Lesebuch um einen Interpretations- und Materialienband zu ergänzen. Aus technischen und finanziellen Gründen ließ sich dies leider bis heute nicht realisieren. Um trotzdem die Arbeit mit unserem Lesebuch im In- und Ausland zu erleichtern, haben wir uns jetzt entschlossen, das bereits zusammengetragene Material interessierten Leserinnen und Lesern in dieser Form zur Verfügung zu stellen. Es soll allen, die mit unserem Buch arbeiten, Zusatz- und Hintergrundinformationen zur Verfügung stellen und durch Interpretationsvorschläge eine produktive Auseinandersetzung mit den Texten befördern.

Wie Sie mit unserem Lesebuch arbeiten und uns Ihre eigene Interpretationsvorschläge einreichen können, erfahren Sie in der Benutzerführung.

Impressum:

Dr. Andreas Erb

Universität GH Essen
FB3 / Germanistik
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andreas.erb@uni-essen.de

Dr. Hannes Krauss

Universität GH Essen
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hannes.krauss@uni-essen.de