Wenn wir gleich Anfangs die alten Britten als ein eignes Volk an Sprache und
Dichtungsart absondern, wie die
[422] Reste der walischen Poesie und ihre Geschichte
es darstellt: so wissen wir, daß die Angelsachsen ursprünglich Deutsche waren,
mithin der Stamm der Nazion an Sprache und Denkart deutsch ward. Ausser den Britten,
mit denen sie sich mengten, kamen bald dänische Kolonien in Horden herüber; dieß
waren nördlichere deutsche, noch desselben Völkerstammes. Späterhin kam der Ueberguß
der Normänner, die ganz England umkehrten, und ihre nordische in Süden umgebildete
Sitten ihm abermals aufdrangen; also kam nordische, deutsche Denkart in drey Völkern,
Zeitläuften und Graden der Kultur herüber: ist nicht auch England recht ein Kernhalt
nordischer Poesie und Sprache in dieser dreyfachen Mischung worden?
Ein Wink sogleich aus diesen frühen Zeiten für Deutschland! Der ungeheure Schaz der
angelsächsischen Sprache in England ist also mit unser, und da die Angelsachsen bereits
ein paar Jahrhunderte vor unserm angeblichen Sammler und Zerstörer der Bardengesänge,
vor Karl dem Grossen, hinübergingen; wie? wäre Alles was dort ist, nur Pfaffenzeug?
in dem grossen, noch ungenuzten Vorrath keine weitere Fragmente, Wegweiser, Winke?
endlich auch ohne dergleichen, wie wär' uns Deutschen das Studium dieser Sprache,
Poesie und Litteratur nüzlich! –
Hiezu aber, wo sind äussere Anmunterungen und Gelegenheiten? Wie weit stehen wir, in
Anlässen der Art, den Engländern nach! Unsre Parker, Selden, Spelmann, Whelok, Hickes,
wo sind sie?
wo sind sie izo? Stußens Plan zur wohlfeilern Ausgabe der Angelsachsen kam
nicht zu Stande: Lindenbrogs angelsächsisches Glossarium liegt ungedruckt und wie viel
haben wir Deutsche noch am Stamm unsrer eignen Sprache zu thun, ehe wir unsre
Nebensprößlinge pflegen und darauf das Unsere suchen. Wie manches liegt noch in
der kaiserl. Bibliothek, das man kaum dem Titel nach kennet! und wie manche Zeit
dürfte noch hingehn, ehe es uns im Mindsten zu Statten kommt, daß deutsches Blut
auf so viel europäischen Thronen herrschet!
[423] Hurd hat den Ursprung und die Gestalt der mittlern Ritterpoesie aus dem damaligen
Zustande Europens in einigen Stücken gut, obwohl nichts minder als vollständig erkläret.
Es war Feudalverfassung, die nachher Ritterzeit gebar, und die die Vorrede unsers
aufgepuzten Heldenbuchs im Mährchenton von Riesen, Zwergen, Unthieren und Würmern sehr
wahr schildert. Mir ist noch keine Geschichte bekannt, wo diese Verfassung recht
karakteristisch für Deutschlands Poesie, Sitten und Denkart behandelt und in alle
Züge nach fremden Ländern verfolgt wäre? – Aber freylich haben wir noch nichts
weniger, als eine Geschichte der deutschen Poesie und Sprache! Auch sind unter so
vielen Akademien und Sozietäten in Deutschland wie wenige, die selbst in tüchtigen
Fragen sich die Mühe nehmen, einzelne Oerter aufzuräumen und ungebahnte Wege zu zeigen.
Ich weis wohl, was wir, zumal im juristisch-diplomatisch-historischen Fache, hier
für mühsame Vorarbeiten haben; diese Vorarbeiten aber sind alle noch erst zu nuzen
und zu beleben. Unsre ganze mittlere Geschichte ist Pathologie, und meistens nur
Pathologie des Kopfs, d.i. des Kaisers und einiger Reichsstände. Physiologie des
ganzen Nazionalkörpers – was für ein ander Ding! und wie sich hiezu Denkart, Bildung,
Sitte, Vortrag, Sprache verhielt, welch ein Meer ist da noch zu beschiffen und wie
schöne Inseln und unbekannte Flecke hie und da zu finden! Wir haben noch keinen
Cürne de St. Palage über unser Ritterthum, noch keinen Warton über unsre mittlere
Dichtkunst. Goldast, Schilter, Schatz, Opitz, Eckard haben trefliche Fußstapfen
gelassen: Frehers Manuskripte sind zerstreuet: einige reiche Bibliotheken zerstreuet
und geplündert; wenn sammlen sich einst die Schäze dieser Art zusammen, und wo
arbeitet der Mann, der Jüngling vielleicht im Stillen, die Göttin unsres
Vaterlands damit zu schmücken und also darzustellen dem Volke? Freylich, wenn wir
in den mittlern Zeiten nur Shakespeare und Spenser gehabt hätten; an Theobalden
und Upston, Wharton und Johnson sollte es
[424] nicht fehlen: hier ist aber eben die Frage,
warum wir keine Shakespeare und Spenser gehabt haben?
Der Strich romantischer Denkart läuft über Europa; wie nun aber über Deutschland
besonders? Kann man beweisen, daß es wirklich seine Lieblingshelden, Originalsujets,
Nazional- und Kindermythologien gehabt und mit eignem Gepräge bearbeitet habe?
Parcival, Melusine, Magellone, Artus, die Ritter von der Tafelrunde, die
Rolandsmährchen sind fremdes Gut; sollten die Deutschen denn von jeher bestimmt
gewesen seyn, nur zu übersezen, nur nachzuahmen? Unser Heldenbuch singt von
Dietrich, von dem aber auch alle Nordländer singen; wie weit hinauf zieht sichs,
daß dieser Held deutsch oder romantisch ist besungen worden? Gehört er uns zu, wie
Roland, Arthur, Fingal, Achill, Aeneas andern Nazionen? Noch bey Hostings sangen
die Angelsachsen the Horne-Child, dessen Sage noch in der harleyischen Sammlung
zu Oxford liegt: wo ist er her? wie weit ist er unser? Ich freue mich unendlich
auf die Arbeiten eines gelehrten jungen Mannes in diesem Felde, dem ich bey
kritischem Scharfsinn zugleich völlige Toleranz jeder Sitte, Zeit und Denkart
zur Muse und dann die Bibliotheken zu Rom, Oxford, Wien, St. Gallen, im Eskurial
u.f. zu Gefährten wünschte. Rittergeist der mittlern Zeiten, in welchem Pallaste
würdest du weben!
Auch die gemeinen Volkssagen, Mährchen und Mythologie gehören hieher. Sie sind
gewissermassen Resultat des Volksglaubens, seiner sinnlichen Anschauung, Kräfte
und Triebe, wo man träumt, weil man nicht weis, glaubt, weil man nicht siehet
und mit der ganzen, unzertheilten und ungebildeten Seele wirket: also ein grosser
Gegenstand für den Geschichtschreiber der Menschheit, den Poeten und Poetiker und
Philosophen. Sagen Einer Art haben sich mit den nordischen Völkern über viel Länder
und Zeiten ergossen, jeden Orts aber und in jeder Zeit sich anders gestaltet; wie
trift das nun auf Deutschland? Wo sind die allgemeinsten und sonderbarsten
Volkssagen entsprungen? wie gewandert?
[425] wie verbreitet und getheilet? Deutschland
überhaupt und einzelne Provinzen Deutschlands haben hierin die sonderbarsten
Aehnlichkeiten und Abweichungen: Provinzen, wo noch der ganze Geist der Edda von
Unholden, Zauberern, Riesenweibern, Valkyriur selbst dem
Ton der Erzählung nach voll ist; andre Provinzen, wo schon mildere Mährchen, fast
ovidische Verwandlungen, sanfte Abentheuer und Feinheit der Einkleidung herrschet.
Die alte wendische, schwäbische, sächsische, holsteinische Mythologie,
sofern sie noch in Volkssagen und Volksliedern lebt, mit Treue aufgenommen, mit
Helle angeschaut, mit Fruchtbarkeit bearbeitet, wäre wahrlich eine Fundgrube für
den Dichter und Redner seines Volks, für den Sittenbilder und Philosophen.
Wenn nun auch hier England und Deutschland grosse Gemeinschaft haben, wie weiter
wären wir, wenn wir diese Volksmeynungen und Sagen auch so gebraucht hätten, wie die
Britten und unsre Poesie so ganz darauf gebaut wäre, als dort Chaucer, Spenser,
Shakespear auf Glauben des Volks baueten, daher schufen und daher nahmen. Wo
sind unsre Chaucer, Spenser und Shakespeare? Wie weit stehen unsre Meistersänger
unter jenen! und wo auch diese Gold enthalten, wer hat sie gesammlet? wer mag sich
um sie kümmern? Und doch sind wirklich beyde Nazionen in diesen Grundadern der
Dichtung sich bis auf Wendungen, Reime, Lieblingssylbenmasse und Vorstellungsarten
so ähnlich, wie ein jeder wissen muß, der Rittererzählungen, Balladen, Mährchen beyder
Völker kennet. Der ganze Ton dieser Poesien ist so einförmig, daß man oft Wort für
Wort übersezen, Wendung für Wendung, Inversion gegen Inversion übertragen kann. In
allen Ländern Europens hat der Rittergeist nur Ein Wörterbuch, und so auch die
Erzählung im Ton desselben, Ballade, Romanze überall dieselbe Haupt- und Nebenworte,
einerley Fallendungen und Freyheiten im Sylbenmasse, in Verwerfung der Töne und
Flicksylben, selbst einerley Lieblingslieder, romantische Pflanzen und Kräuter,
Thiere und Vögel. Wer Shakespear in dieser Absicht
stu[426]dirt, und etwa nur Warton
über Spenser gelesen hat, und dann nur die schlechtesten Romanzen und Lieder unsres
Volks kennet, wird Beyspiele und Belege genug darüber zu geben wissen, und ich selbst
könnte es durch alle Kapitel und Klassen geben. Was diese Vergleichung nun für einen
Strom Bemerkungen über die Bildung beyder Sprachen und der Schriftsteller in beyden
Sprachen geben müsse, wenn sich eine Sprachgesellschaft oder belles-Lettres-Academie
einer solchen Kleinigkeit annähme, erhellet von selbst. Hier ist dazu weder Ort noch
Zeit.
Ich sage nur soviel: Hätten wir wenigstens die Stücke gesammlet, aus denen sich
Bemerkungen oder Nuzbarkeiten der
Art ergäben – aber wo sind sie? Die Engländer – mit welcher Begierde haben sie ihre
alte Gesänge und Melodien gesammlet, gedruckt und wieder gedruckt genuzt, gelesen!
Ramsay, Percy und ihres Gleichen sind mit Beyfall aufgenommen, ihre neuern Dichter
Shenstone, Mason, Mallet haben sich, wenigstens schön und müssig, in die Manier
hineingearbeitet: Dryden, Pope, Addison, Swift sie nach ihrer Art gebrauchet:
die ältern Dichter, Chaucer, Spenser, Shakespear, Milton, haben in Gesängen der
Art gelebet, andre edle Männer, Philipp Sidney, Selden, und wie viel müste ich
nennen, haben gesammlet, gelobt, bewundert; aus Samenkörnern der Art ist der
Britten beste lyrische, dramatische, mythische, epische Dichtkunst erwachsen;
und wir – wir überfüllte, satte, klassische Deutsche – wir? – Man lasse in
Deutschland nur Lieder drucken, wie sie Ramsay, Percy u.a. zum Theil haben drucken lassen,
und höre, was unsre geschmackvolle, klassische Kunstrichter sagen!
An allgemeinen Wünschen fehlts freylich nicht. Als vor weniger Zeit die Barden-Windsbraut
brauste: wie wurde nach den Gesängen gerufen, die der grosse Karl gesammlet haben soll!
Wie wurden diese völlig unbekannter Weise gelobt, nachgeahmt, gesungen – ihr Fund so
leicht gemacht, als ob sie nur aus der Hand gelegt wären, an ihnen
[427] nichts weniger
als ein deutscher Ossian gehoffet u.f. Treflich Alles in der Ferne! Wenn da auf
einmal ein Macpherson in Tyrol oder in Baiern aufstünde, und uns da so einen deutschen
Ossian sänge, ginge es hin, so weit liessen wir uns etwa noch mit ziehen. Nun aber
wären diese Gesänge in einer Sprache, wie sie nach Analogie der schilterschen
Sammlung nothwendig seyn müsten; müsten sie, weil vor Ottfried alles undisziplinirte
Sprache war, als lebendiger Gesang im Munde der Barden erst buchstabirt, als eine
Zaubergestalt voriger Zeiten im Spiegel der Glossatoren studirt werden, ohne das
sie so wenig als Ulphila's Evangelien in unsern Kirchen Wunder thun könnten; wie viel
Lobredner und Jünger würden stracks zurückgehen und sagen: "ich kenne euch nicht!
Ich hatte mir so einen klassischen Ossian vermutet!"
Sage ich unrecht, oder ist nicht das Exempel völlig da gewesen? Als der manessische
Kodex ans Licht kam: welch ein Schaz von deutscher Sprache, Dichtung, Liebe und
Freude erschien in diesen Dichtern des schwäbischen Zeitalters! Wenn die Namen
Schöpflin und Bodmer auch kein Verdienst mehr hätten: so müste sie dieser Fund
und den lezten die Mühe, die er sich gab,
der Eifer, den er bewies, der Nazion lieb und theuer machen. Hat indessen wohl
diese Sammlung alter Vaterlandsgedichte die Wirkung gemacht, die sie machen sollte?
Wäre Bodmer ein Abt Millot, der den Säklenfleiß
seines Cürne de St. Palage in einer
histoire literaire des Troubadours nach gefälligstem Auszuge hat verwandeln wollen;
vielleicht wäre er weiter umher gekommen, als izt, da er den Schaz selbst gab und uns
zutraute, daß wir uns nach dem Bissen schwäbischer Sprache leicht hinauf bemühen würden.
Er hat sich geirrt: wir sollen von unsrer klassischen Sprache weg, sollen noch ein ander
Deutsch lernen, um einige Liebesdichter zu lesen – das ist zu viel! Und so sind diese
Gedichte nur etwa durch den Einigen Gleim in Nachbildung, wenig andre durch Uebersezung
recht unter die Nazion gekommen: Der Schaz
[428] selbst liegt da, wenig gekannt, fast ungenuzt,
fast ungelesen.
Aus ältern Zeiten haben wir also durchaus keine lebende Dichterey, auf der unsre neuere Dichtkunst, wie Sprosse auf dem Stamm der Nazion gewachsen wäre; dahingegen andre Nazionen mit den Jahrhunderten fortgegangen sind, und sich auf eigenem Grunde, aus Nazionalprodukten, auf dem Glauben und Geschmack des Volks, aus Resten alter Zeiten gebildet haben. Dadurch ist ihre Dichtkunst und Sprache national worden, Stimme des Volks ist genuzet und geschäzt, sie haben in diesen Dingen weit mehr ein Publikum bekommen, als wir haben. Wir arme Deutsche sind von jeher bestimmt gewesen, nie unser zu bleiben: immer die Gesezgeber und Diener fremder Nazionen, ihre Schicksalsentscheider und ihre verkaufte, blutende, ausgesogne Sklaven,
– Jordan, Po und Tiber
wie strömten oft sie deutsches Blut
und deutsche Seelen –
und so muste freylich, wie Alles, auch der deutsche Gesang werden
ein Pangeschrey! ein Wiederhall
vom Schilfe Jordans und der Tiber
und Thems' und Sein' –
wie Alles, auch der deutsche Geist werden
– ein Miethlingsgeist, der wiederkäut,
was andrer Fuß zertrat –
Der schöne fette Oelbaum, der süsse Weinstock und Feigenbaum ging, als ob er Dornbusch wäre, hin, daß er über den Bäumen schwebe, und wo ist also seine gute Art und Frucht? seine Kraft, Fette und Süsse? Sie wird und ward in fremden Ländern zertreten.
Hohe, edle Sprache! grosses, starkes Volk! Es gab ganz Europa Sitten, Geseze, Erfindungen, Regenten, und nimmt von ganz Europa Regentschaft an. Wer hats werth gehalten, seine Materialien zu nuzen, sich in ihnen zu bilden, wie wir sind? Bey uns wächst alles a priori, un[429]sre Dichtkunst und klassische Bildung ist vom Himmel geregnet. Als man im vorigen Jahrhunderte Sprache und Dichtkunst zu bilden anfing – im vorigen Jahrhunderte? und was hätte man denn wohl mehr thun können, wenns Zweck gewesen wäre, die lezten Züge von Nazionalgeist wirklich auszurotten, als man heuer und izt wirklich gethan hat? Und izt, da wir uns schon auf so hohem Gipfel der Verehrung andrer Völker wähnen, izt da uns die Franzosen, die wir so lang nachgeahmt haben, Gott Lob und Dank! wieder nachahmen und ihren eignen Unrath fressen: izt, da wir das Glück geniessen, daß deutsche Höfe schon anfangen, deutsch zu buchstabiren und ein paar deutsche Namen zu nennen – Himmel, was sind wir nun für Leute! Wer sich nun noch ums rohe Volk bekümmern wollte, um ihre Grundsuppe von Mährchen, Vorurtheilen, Liedern, rauher Sprache: welch ein Barbar wäre er! er käme, unsre klassische, sylbenzählende Litteratur zu beschmizen, wie eine Nachteule unter die schönen, buntgekleideten, singenden Gefieder! –
Und doch bleibts immer und ewig, daß der Theil von Litteratur, der sich aufs Volk beziehet, volksmäßig seyn muß, oder er ist klassische Luftblase. Doch bleibts immer und ewig, daß wenn wir kein Volk haben, wir kein Publikum, keine Nazion, keine Sprache und Dichtkunst haben, die unser sey, die in uns lebe und wirke. Da schreiben wir denn nun ewig für Stubengelehrte und ekle Rezensenten, aus deren Munde und Magen wirs denn zurück empfangen, machen Romanzen, Oden, Heldengedichte, Kirchen- und Küchenlieder, wie sie niemand versteht, niemand will, niemand fühlet. Unsre klassische Litteratur ist Paradiesvogel, so bunt, so artig, ganz Flug, ganz Höhe und – ohne Fuß auf die deutsche Erde.
Wie anders hierin andre Nazionen. Welche Lieder hat z.E. Percy in seine Reliques
genommen, die ich unserm gebildeten
Deutschland nicht vorzuzeigen wagte. Uns wären sie unausstehlich, jenen sind sies nicht.
Das sind Einmal alte Nazionalstücke, die das Volk singt, und sang, woraus
[430] man also die
Denkart des Volks, ihre Sprache der Empfindung kennen lernet, dies Liedchen hat etwa gar
Shakespear gekannt, daraus einige Reihen geborget u.f. Mit milder Schonung sezt man
sich also in die alten Zeiten zurück, in die Denkart des Volks hinab, liegt, hört, lächelt
etwa, erfreuet sich mit oder überschlägt und lernet. Ueberall indeß sieht man, aus welchen
rohen, kleinen, verachteten Samenkörnern der herrliche Wald ihrer Nazionaldichtkunst
worden? aus welchem Marke der Nazion Spenser und Shakespear wuchsen.
Grosses Reich, Reich von zehn Völkern, Deutschland! Du hast keinen Shakespear, hast du
auch keine Gesänge deiner Vorfahren, deren du dich rühmen könntest? Schweizer, Schwaben,
Franken, Bayern, Westphäler, Sachsen, Wenden, Preussen, ihr habt allesamt nichts? Die Stimme
eurer Väter ist verklungen und schweigt im Staube? Volk von tapfrer Sitte, von edler Tugend,
und Sprache, du hast keine Abdrücke deiner Seele die Zeiten hinunter?
Kein Zweifel! Sie sind gewesen, sie sind vielleicht noch da; nur sie liegen unter Schlamm,
sind verkannt und verachtet. Noch neulich ist eine Schüssel voll Schlamm öffentlich
aufgetragen, damit die Nazion ja nicht zu etwas besserm Lust bekomme, als ob solcher
Schlamm das Gold wäre, das man führt, und das ja auch selbst der klassische Virgil in
den Eingeweiden Ennius nicht verschmähte. Nur wir müssen Hand anlegen, aufnehmen,
suchen, ehe wir Alle klassisch gebildet dastehn, französische Lieder singen, wie
französische Menuets tanzen, oder gar allesamt Hexameter und horazische Oden schreiben.
Das Licht der sogenannten Kultur will jedes Winkelchen erleuchten, und Sachen der Art
liegen nur im Winkel. Legt also Hand an, meine Brüder, und zeigt unsrer Nazion, was sie
ist und nicht ist? wie sie dachte und fühlte, oder wie sie denkt und fühlt. Welche
herrliche Stücke haben da die Engländer bey ihrem Suchen gefunden! Freylich nicht
fürs Papier gemacht und auf ihm kaum lesbar; aber dafür voll lebendigen Geistes, im
vollen Kreise des
[431] Volks entsprungen, unter ihnen lebend und wirkend. Wer hat nicht
von den Wundern der Barden und Skalden, von den Wirkungen der Troubadours,
Minstrels und Meistersänger gehört oder gelesen? Wie das Volk dastand
und horchte!
was es alles in dem Liede hatte und zu haben glaubte! wie heilig es also die Gesänge
und Geschichten erhielt, Sprache, Denkart, Sitten, Thaten, an ihnen mit erhielt und
fortpflanzte. Hier war zwar einfältiger, aber starker, rührender, wahrer Sang und
Klang, voll Gang und Handlung, ein Nothdrang ans Herz, schwere Akzente oder scharfe
Pfeile für die ofne, wahrheittrunkne Seele. Ihr neuen Romanzer, Kirchenlieder-
und Odenversler, könnet ihr das? wirkt ihr das? und werdet ihrs auf Eurem Wege
jemals wirken? Für Euch sollen wir alle im Lehnstuhl ruhig schlummern, mit der
Puppe spielen, oder das Versebildlein als Kabinetstück auffangen, daß es im
klassischen vergoldtem Rahm da zierlich müssig hange.
Wenn Bürger, der die Sprache und das Herz dieser Volksrührung tief kennet,
uns einst einen deutschen Helden- oder Thatengesang voll aller Kraft und alles
Ganges dieser kleinen Lieder gäbe: ihr Deutsche, wer würde nicht zulaufen,
horchen und staunen? Und er kann ihn geben; seine Romanzen, Lieder, selbst
sein verdeutschter Homer ist voll dieser Akzente, und bey allen Völkern ist
Epopee und selbst Drama nur aus Volkserzählung, Romanze und Lied worden. –
Ja wären wir nicht auch weiter, wenn selbst unsre Geschichte und Beredsamkeit
den simpeln, starken, nicht übereilten, aber zum Ziel strebenden Gang des
deutschen Geistes in That und Rede genommen oder vielmehr behalten hätte:
denn in den alten Chroniken, Reden und Schriften ist er schon da. Die liebe
Moral und die feine pragmatische Philosophie würde sich jeder Machiavell doch
selbst heraus finden können. Ja endlich wäre selbst unsre Erziehung deutscher,
an Materialien dieser Art reicher, stärker und einfältiger in Rührung der
Sinne und Beschäftigung der lebendsten Kräfte; mich dünkt,
[432] unsre Vorfahren
in ihren Gräbern würden sich deß erfreuen und eine neue Welt ihrer wahreren Söhne segnen.
Endlich (denn lasset uns auch hier Klopstocks Spruch erfüllen
Nie war gegen das Ausland
ein anderes Land gerecht, wie Du!)
zeigte sich hier auch noch ein Ausweg zu Liedern fremder Völker, die wir so wenig kennen und nur aus Liedern können kennen lernen.
Die Karte der Menschheit ist an Völkerkunde ungemein erweitert: wie viel mehr Völker kennen wir, als Griechen und Römer! wie kennen wir sie aber? Von aussen, durch Frazenkupferstiche, und fremde Nachrichten, die den Kupferstichen gleichen? oder von innen? durch ihre eigne Seele? aus Empfindung, Rede und That? – So sollte es seyn und ists wenig. Der pragmatische Geschicht- und Reisebeschreiber beschreibt, malt, schildert; er schildert immer, wie er sieht, aus eignem Kopfe, einseitig, gebildet, er lügt also, wenn er auch am wenigsten lügen will.
Das einzige Mittel dagegen ist leicht und offenbar. Alle unpolizirte
Völker singen und handeln; was sie handeln, singen sie und singen Abhandlung.
Ihre Gesänge sind das Archiv des Volks, der Schaz ihrer Wissenschaft
und Religion, ihrer Theogonie und Kosmogonien der Thaten ihrer Väter und der
Begebenheiten ihrer Geschichte, Abdruck ihres Herzens, Bild ihres häuslichen
Lebens in Freude und Leid, beym Brautbett und Grabe. Die Natur hat ihnen einen
Trost gegen viele Uebel gegeben, die sie drücken, und einen Ersaz vieler
sogenannten Glückseligkeiten, die wir geniessen: d.i. Freyheitsliebe,
Müssiggang, Taumel und Gesang. Da malen sich alle, da erscheinen alle,
wie sie sind. Die kriegrische Nazion singt Thaten; die zärtliche Liebe.
Das scharfsinnige Volk macht Räthsel, das Volk von Einbildung Allegorien,
Gleichnisse, lebendige Gemälde. Das Volk von warmer Leidenschaft kann nur
Leidenschaft, wie das Volk unter schrecklichen Gegenständen sich auch
schreckliche Götter
[433] dichtet. – Eine kleine Sammlung solcher Lieder aus dem
Munde eines jeden Volks, über die vornehmsten Gegenstände und Handlungen
ihres Lebens, in eigner Sprache, zugleich gehörig verstanden, erklärt, mit
Musik begleitet: wie würde es die Artikel beleben, auf die der Menschenkenner
bey allen Reisebeschreibungen doch immer am begierigsten ist "von Denkart und
Sitten der Nazion! von ihrer Wissenschaft und Sprache! von Spiel und Tanz, Musik
und Götterlehre." Von alle diesem bekämen wir doch bessere Begriffe als durch
Plappereyen des Reisebeschreibers, oder als durch ein in ihrer Sprache
aufgenommenes – – – Vater-Unser! Wie Naturgeschichte
Kräuter und Thiere beschreibt,
so schilderten sich hier die Völker selbst. Man bekäme von Allem anschauenden
Begrif, und durch die Aehnlichkeit oder Abweichung dieser Lieder an Sprache,
Inhalt und Tönen,
insonderheit in Ideen der Kosmogonie und der Geschichte ihrer Väter liesse
sich auf die Abstammung, Fortpflanzung und Vermischung der Völker wie viel und
wie sicher schliessen!
Und doch sind selbst in Europa noch eine Reihe Nazionen, auf diese Weise unbenuzt,
unbeschrieben. Esthen und Letten, Wenden und Slaven, Polen
und Russen, Friesen und
Preussen – ihre Gesänge der Art sind nicht so gesammlet, als die Lieder der Isländer,
Dänen, Schweden, geschweige der Engländer, Hersen und Britten oder gar der südlichen
Völker. Und unter ihnen sind doch so manche Personen, denen es Amt und Arbeit ist,
die Sprache, Sitte, Denkart, alte Vorurtheile und Gebräuche ihrer Nazion zu studiren!
und andern Nazionen gäben sie hiemit die lebendigste Grammatik, das beste Wörterbuch
und Naturgeschichte ihres Volks in die Hände. Nur sie müssen es geben, wie es ist,
in der Ursprache und mit gnugsamer Erklärung, ungeschimpft und unverspottet, so wie
unverschönt und unveredelt: wo möglich mit Gesangweise und Alles, was zum Leben des
Volks gehört. Wenn sies nicht brauchen können, könnens andre brauchen.
[434] Lessing hat über zwo litthauische Lieder seine Stimme gegeben: Kleist hat ein Lied der
Lappen und Kannibalen nachgebildet, und Gerstenberg wie schöne Stücke der alten Dänen
übersezt gegeben. Welche schöne Aernte wäre noch dahinten! – Wenn Leibniz den
menschlichen Wiz und Scharfsinn nie wirksamer erklärt als in Spielen; wahrlich so
ist das menschliche Herz und die volle Einbildungskraft nie wirksamer als in den
Naturgesängen solcher Völker. Sie öfnen das Herz, wenn man sie höret, und wie
viele Dinge in unsrer künstlichen Welt schliessen und mauern es zu!
Auch den Regeln der Dichtkunst endlich, die wir uns meistens aus Griechen und
Römern geformt haben, thun Proben und Sammlungen der Art nicht ungut. Auch die
Griechen waren einst, wenn wir so wollen, Wilde, und selbst in den Blüthen ihrer
schönsten Zeit ist weit mehr Natur, als das blinzende Auge der Scholiasten und
Klassiker findet. Bey Homer hats noch neulich Wood abermals gezeiget: er sang
aus alten Sagen, und sein Hexameter war nichts als Sangweise der griechischen
Romanze. Tyrtäus Kriegsgesänge sind griechische Balladen, und wenn Arion,
Orpheus, Amphion lebten, so waren sie edle griechische Schamanen. Die alte
Komödie entsprang aus Spottliedern und Mummereyen voll Hefen und Tanz; die
Tragödie aus Chören und Dithyramben, d.i. alten lyrischen Volkssagen und
Göttergeschichten. Wenn nun Frau Sappho und ein litthauisches Mädchen
die Liebe auf gleiche Art singen, wahrlich
so müssen die Regeln ihres Gesanges wahr seyn, sie sind Natur
der Liebe und reichen bis ans Ende der Erde. Wenn Tyrtäus und der
Isländer gleichen Schlachtgesang anstimmet: so ist der Ton wahr, er
reicht bis ans Ende der Erden. Ist aber wesentliche Ungleichheit da,
will man uns Nazionalformen oder gar gelehrte Uebereinkommnisse über
Produkte eines Erdwinkels für Geseze Gottes und der Natur aufbürden:
sollte es da nicht erlaubt seyn das Marienbild und den Esel zu
unterscheiden, der das Marienbild trägt?
Ich freue mich, daß ich bey dieser Gelegenheit den Freunden der Poesie
und des ächten Naturgesangs eine ganze Sammlung solcher Volkslieder
aus mancherley Sprachen ankündigen darf, die bald,
und vielleicht schon in der künftigen Messe erscheinen wird. Sie wird
an Reichthum und Wahl sicherlich alle ähnliche Sammlungen übertreffen,
und bald den Wust vergessen machen, den man hie und da für Volkslieder
zu verkaufen anfängt. Der Sammler hat sich nicht allein auf seine Nazion
eingeschränkt, sondern gibt, nebst vortreflichen, meistens so gut wie
unbekannten und verlornen deutschen Liedern, die schönsten Gesänge andrer
Völker, zum Theil wahre Meisterstücke des stärksten Gefühls und der
höchsten Simplizität. Zum Glück braucht ein solches Geschenk in Deutschland
noch keiner Empfehlung; also kein Wort mehr davon.
Erstdruck und Druckvorlage
Deutsches Museum.
1777, Bd. 2, Stück 11, November, S. 421-435.
[PDF]
Gezeichnet: B.
Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck
(Editionsrichtlinien).
Zeitschriften-Repertorien
Kommentierte Ausgaben
Literatur
Debrunner, Albert M.: Das güldene schwäbische Alter.
Johann Jakob Bodmer und das Mittelalter als Vorbildzeit im 18. Jahrhundert.
Würzburg 1996.
Endermann, Heinz: Johann Gottfried Herder als Benutzer der Jenaer Liederhandschrift.
In: Beiträge zur Geschichte der Literatur in Thüringen. Hrsg. von Detlef Ignasiak u.a.
Rudolstadt u.a. 1995 (= Palmbaum-Studien, 1).
Fischer, Bernd: Herder heute?
Überlegungen zur Konzeption eines transkulturellen Humanitätsbegriffs.
In: Herder Jahrbuch 8 (2006), S. 175-193.
Gaskill, Howard: Ossian, Herder, and the Idea of Folk Song. In: Literature of the Sturm und Drang.
Hrsg. von David Hill. Rochester, N.Y. u.a. 2003 (= Camden House History of German Literature, 6),
S. 95-116.
Grimm, Gunter E.: Letternkultur. Wissenschaftskritik und antigelehrtes Dichten in Deutschland
von der Renaissance bis zum Sturm und Drang. Tübingen 1998 (= Studien und Texte zur
Sozialgeschichte der Literatur, 60).
Groom, Nick: The Making of Percy's Reliques.
Oxford 1999 (= Oxford English Monographs).
Habel, Thomas: Gelehrte Journale und Zeitungen der Aufklärung.
Zur Entstehung, Entwicklung und Erschließung deutschsprachiger Rezensionszeitschriften des 18. Jahrhunderts.
Bremen 2007 (= Presse und Geschichte – Neue Beiträge, 17).
Herlinghaus, Hermann: Art. Populär / volkstümlich / Popularkultur.
In: Ästhetische Grundbegriffe. Bd. 4.
Stuttgart u.a. 2002, S. 832-884.
Hofstaetter, Walther: Das Deutsche Museum (1776 – 1788) und das Neue Deutsche Museum (1788 – 1791).
Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Zeitschriften im 18. Jahrhundert.
Leipzig 1908 (= Probefahrten, 12).
Huyssen, Andreas: Sturm und Drang.
In: Geschichte der deutschen Lyrik vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Hrsg. von Walter Hinderer.
2. Aufl. Würzburg 2001, S. 177-201.
Irmscher, Hans D.: "Weitstrahlsinniges" Denken.
Studien zu Johann Gottfried Herder.
Hrsg. von Marion Heinz u.a.
Würzburg 2009.
Karthaus, Ulrich: Sturm und Drang.
Epoche – Werke – Wirkung.
2. Aufl. München 2007 (= Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte).
Kemper, Hans-Georg: Deutsche Lyrik der frühen Neuzeit.
Bd. 6/II. Sturm und Drang: Genie-Religion.
Tübingen 2002.
–
S. 244-252: Lieder der Menschheit – Herders idealistische Antwort.
Koepke, Wulf: Das Wort "Volk" im Sprachgebrauch Johann Gottfried Herders.
In: Lessing Yearbook 19 (1987), S. 209-221.
Lohmeier, Dieter: Der Intendant auf dem deutschen Parnaß.
Heinrich Christian Boie im literarischen Leben Deutschlands.
In: Heinrich Christian Boie. Literarischer Mittler in der Goethezeit.
Hrsg. von Dieter Lohmeier u.a. Heide 2008, S. 53-82.
Lüttgens, Donald: Der "Ursprung" bei Johann Gottfried Herder.
Zur Bedeutung und Kontinuität eines Begriffs.
Frankfurt a.M. 1991 (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, 1260).
McCarthy, John A.: Literarisch-kulturelle Zeitschriften.
In: Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700 – 1800.
Hrsg. von Ernst Fischer u.a. München 1999, S. 176-190.
Martínez, Matías: Lyric – Keeper of the Past:
On the Poetics of Popular Poetry in T. Percy's "Reliques of Ancient Poetry" and J. G. Herder's "Volkslieder".
In: Proceedings of the XVth Congress of the International
Comparative Literature Association "Literature as Cultural Memory.
Bd. 5: Genres as Repositories of Cultural Memory. Hrsg. von Hendrik van Gorp u.a.
Amsterdam 2000, S. 205-217.
Peyer, Heinz: Herders Theorie der Lyrik.
Winterthur 1955.
Proß, Wolfgang: Die Ordnung der Zeiten und Räume.
Herder zwischen Aufklärung und Historismus.
In: Vernunft · Freiheit · Humanität.
Über Johann Gottfried Herder und einige seiner Zeitgenossen.
Festgabe für Günter Arnold zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Claudia Taszus.
Eutin 2008, S. 9-73.
Redding, J. Gregory: "So hätten die Engländer nichts – wie wir Nichts haben":
The Influence of Percy's Reliques on Herder's Conception of Volkslied.
In: New German Review 9 (1993), S. 17-29.
Rehm, Patricia: Herder et les lumières.
Essai de biographie intellectuelle.
Hildesheim u.a. 2007 (= Studien und Materialien zur Geschichte der Philosophie, 76).
Sauder, Gerhard: Herders Gedanken über lyrische Sprache und Dichtkunst.
In: Herder-Jahrbuch 6 (2002), S. 97-114.
Sauder, Gerhard (Hrsg.): Theorie der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang.
Stuttgart 2003 (= Universal-Bibliothek, 17643).
Sauder, Gerhard: Herder's Poetic Works, His Translations, and His Views on Poetry.
In: A Companion to the Works of Johann Gottfried Herder. Hrsg. von Hans Adler u.a.
Rochester, NY 2009, S. 305-330.
Scherpe, Klaus R.: Gattungspoetik im 18. Jahrhundert.
Historische Entwicklung von Gottsched bis Herder.
Stuttgart 1968 (= Studien zur allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, 2).
Schmidt, Wolf G.: 'Homer des Nordens' und 'Mutter der Romantik'. James Macphersons Ossian und seine
Rezeption in der deutschsprachigen Literatur. 4 Bde. Berlin u.a. 2003/04 (Bd. 4 mit Howard Gaskill).
Schneider, Ute: Literaturkritische Zeitschriften.
In: Von Almanach bis Zeitung. Ein Handbuch der Medien in Deutschland 1700 – 1800.
Hrsg. von Ernst Fischer u.a. München 1999, S. 191-206.
Stauf, Renate u.a. (Hrsg.): Johann Gottfried Herder: Europäische Kulturtheorie
zwischen historischer Eigenart und globaler Perspektive.
Heidelberg 2007 (= Germanisch-Romanische Monatsschrift 57, 2007).
Tchuidjang, Matthieu N.: Herders Konzept einer Weltliteratur der Volkspoesie.
In: Perspektiven einer anderen Moderne. Hrsg. von Arne Eppers u.a. Hannover 2003, S. 213-221.
Wetzels, Walter D.: The Herder – Nicolai Controversy. In: Johann Gottfried Herder. Language,
History, and the Enlightenment. Hrsg. von Wulf Koepke. Columbia, SC 1990
(= Studies in German Literature, Linguistics, and Culture), S. 87-97.
Windfuhr, Manfred: Herders Konzept von Volksliteratur. Ein Beitrag zur literarischen
Mentalitätsforschung. In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 6 (1980), S. 32-49.
Edition
Lyriktheorie » R. Brandmeyer