Text
Editionsbericht
Kommentar
Literatur
"Die Geister erwachen."
Hutten.
"Unser Credo!"
Wir wissen, daß dieser Titel etwas kühn und stolz klingt. Es werden mit der Zeit sogar genug Stimmen laut werden, die ihn anmaßend schelten, womöglich noch härtere Ausdrücke dafür haben. Man wird uns in allen Farben und Tönen, die ganze prismatische Farbenkarte, die ganze Tonscala hinauf und hinunter, "heimleuchten" und uns unsere Unbescheidenheit, unsere Vermessenheit parlamentarisch und – unparlamentarisch ad oculos demonstriren.
Ob wir aber zerknirscht sein werden?
Ob wir büßen werden in Sack und Asche?
Ich glaube kaum.
Warum auch?
Wir wissen ganz genau, was wir in dieser Anthologie ausgeben.
Wir sind uns, um diesen Punkt hier gleich zu erwähnen, ihrer Schwächen vollkommen bewußt.
Wir machen nicht den Anspruch, Vollkommenes, Makelloses nach Form und Inhalt zu bieten.
Wir begreifen vollkommen, daß manches Poem, das wir aufgenommen, nicht originell ist; daß es in tausendmal angestimmte Weisen einfällt; daß es, absolut genommen, vielleicht nicht einmal werthvoll ist.
Und doch erheben wir den Anspruch, endlich die Anthologie geschaffen zu haben,
mit der vielleicht wieder eine neue Lyrik anhebt; durch die vielleicht wieder weitere
Kreise, die der Kunst untreu geworden, zurückgewonnen und zu neuer, glühaufflammender
Begeisterung entzündet werden; und durch die alle die Sänger und Bildner zu
uns geführt werden, um mit uns zu Schöpfern einer neuen Lyrik zu werden, die bisher
abseits stehen mußten, weil sie kein Organ gefunden, durch das sie zu ihrem Volke in neuen,
freien, ungehörten Weisen reden durften, weil nur das Alte, Conventionelle, Bedingte,
Unschuldige oder das Frivole, Gemeine, Schmutzige – nie aber das Intime,
[II] das Wahre, das
Natürliche, das Ursprüngliche, das Große und Begeisternde, offene Ohren
und gläubige Herzen findet.
Wir brechen mit den alten, überlieferten Motiven. Wir werfen die abgenutzten Schablonen von uns. Wir singen nicht für die Salons, das Badezimmer, die Spinnstube – wir singen frei und offen, wie es uns um's Herz ist: für den Fürsten im geschmeidefunkelnden Thronsaal wie für den Bettler, der am Wegstein hockt und mit blöden, erloschenen Augen in das verdämmernde Abendroth starrt . . .
Das ist es ja eben: Wir haben wohl eine Cliquen-, eine Parteilitteratur, aber keine
Litteratur, die aus germanischem Wesen herausgeboren, in sich stark und daseinskräftig
genug wäre, um für alle Durstigen, mögen sie nun Söhne des Tages
oder der Nacht sein, Stätte und Zehrung zu haben. Wir sind eigentlich recht arm.
Was sollen wir's uns verhehlen? Scheinbar zeitigt unsere Litteratur fortwährend
die edelsten Früchte – wieder und wieder neue Triebe, neue Blüthen, neue
Erzeugnisse: aber ist nur der dritte Theil von dem, was – und noch dazu in unabsehbaren Massen! –
unsere Poeten schaffen und bilden, auch existenzberechtigt? – Existenzberechtigt, weil es lebenswahr,
weil es national, weil es auch wirklich Künstlerwerk ist und nicht fein und sauber polirtes,
zierlich gedrechseltes und gefeiltes und bei aller Peinlichkeit doch roh und geistlos gebliebenes
Stümperwerk – gleißende, aber in sich morsche und haltlose Fabrikarbeit?
Das ist es ja eben: Unsere Litteratur ist überreich an Romanen, Epen, Dramen – an sauber gegossener, feingeistiger, eleganter, geistreicher Lyrik – – aber sie hat mit wenigen Ausnahmen nichts Großes, Hinreißendes, Imposantes, Majestätisches, nichts Göttliches, das doch zugleich die Spuren reinster, intimster Menschlichkeit an sich trüge! Sie hat nichts Titanisches, nichts Geniales.
Sie zeigt den Menschen nicht mehr in seiner confliktgeschwängerten Gegenstellung zur Natur,
zum Fatum, zum Ueberirdischen. Alles philosophisch Problematische geht ihr ab. Aber auch alles
hartkantig Sociale. Alles Urewige und doch zeitlich Moderne. Unsere Lyrik spielt, tändelt.
Wie gesagt: mit wenigen Ausnahmen. Zu diesen rechne ich u.A. Dranmor,
Lingg, Grosse,
Schack,
Hamerling. Vor allen Dranmor. Er ist eigentlich der Einzige, der in seinen Dichtungen einen
prophetischen, einen confessionellen Klang anschlägt. Bei ihm fließt jede Strophe
aus einer ernsten, tiefen, gewaltigen, vulkanischen Dichternatur. Aus ihm spricht ein
großartig erhabener Dichtergeist. Dranmor darf mit seiner hinreißenden
Intimität, seiner
macht[III]vollen Bildnerkraft, seiner lebendigen Künstlerwahrheit,
seiner freien, kosmopolitisch-germanischen Weltanschauung, uns jüngeren Stürmern
und Drängern, die wir alles epigonenhafte Schablonenthum über den Haufen werfen
wollen, weil in uns ein neuer Geist lebt, wohl Meister und Führer sein.
Aber wir brauchen nicht blindlings seiner Spur zu folgen. Der Geist, der uns treibt zu
singen und zu sagen, darf sich sein eigen Bett graben. Denn er ist der Geist wiedererwachter
Nationalität. Er ist germanischen Wesens, das all fremden Flitters und Tandes nicht bedarf.
Er ist so reich, so tief, so tongewaltig, daß auf unserer Laute alle Weisen anklingen
können, wenn er in seiner Unergründlichkeit und Ursprünglichkeit uns ganz
beherrscht. Dann werden wir endlich aufhören, lose, leichte, leichtsinnige Schelmenlieder
und unwahre Spielmannsweisen zum Besten zu geben – dann wird jener selig-unselige,
menschlich-göttliche, gewaltige faustische Drang wieder über uns kommen,
der uns all den nichtigen Plunder vergessen läßt; der uns wieder sehgewaltig,
welt- und menschengläubig macht; der uns das lustige Faschingskleid vom Leibe
reißt und dafür den Flügelmantel der Poeten, des wahren und großen,
des allsehenden und allmächtigen Künstlers, um die Glieder schmiegt – den Mantel,
der uns aufwärts trägt auf die Bergzinnen, wo das Licht und die Freiheit wohnen,
und hinab in die Abgründe, wo die Armen und Heimathlosen kargend und duldend hausen,
um sie zu trösten und Balsam auf ihre bluttriefenden Wunden zu legen. Dann werden die
Dichter ihrer wahren Mission sich wieder bewußt werden. Hüter und Heger, Führer
und Tröster, Pfadfinder und Weggeleiter, Aerzte und Priester der Menschen zu sein. Und vor
Allen die, denen ein echtes Lied von der Lippe springt – ein Lied, das in die Herzen
einschlägt und zündet; das die Schläfer weckt, die Müden stärkt;
die Frevler schreckt, die Schwelger und Wüstlinge von ihren Pfühlen wirft –
brandmarkt oder wiedergeboren werden läßt! Vor Allen also die Lyriker!
In dieser Anthologie eint sich ein solcher Stamm von Lyrikern, die sich das Gelübde auferlegt, stets nur dieser höheren, edleren, tieferen Auffassung ihrer Kunst huldigen zu wollen.
Keiner legt sich damit eine Widernatürlichkeit auf – zieht damit ein Moment
in sein Schaffen, das seiner Individualität fremd wäre. Schrankenlose, unbedingte
Ausbildung ihrer künstlerischen Individualität ist ja die Lebensparole dieser Rebellen
und Neuerer. Damit stellen sie sich von vornherein zu gewissen Hauptströmungen des modernen
sozialen Lebens in Contrast. Und doch steht der Dichter auch wieder, eben kraft seines
Künstler[IV]thums, über den Dingen – über Sonderinteressen und
Parteibestrebungen und repräsentirt somit nur das reine, unverfälschte, weder
durch raffinirte Uebercultur noch durch paradiesische Culturlosigkeit beeinflußte
Menschenthum.
Gleich stark und gleich wahr lebt in Allen, die sich zu diesem Kreise zusammengefunden, das grandiose Protestgefühl gegen Unnatur und Charakterlosigkeit; gegen Ungerechtigkeit und Feigheit, die auf allen Gassen und Märkten gepflegt wird; gegen Heuchelei und Obscurantismus; gegen Dilettantismus in Kunst und Leben; gegen den brutalen Egoismus und erbärmlichen Particularismus, die nirgends ein großes, starkes Gemeingefühl, ein lebendiges Einigkeitsbewußtsein aufkommen lassen!
In mannigfachen Tönen und Farben, bald leiser, bald lauter, bald milder, bald greller, erhebt die Phalanx diese Anklagen. Sie verschleiert und verwässert sie nicht – sie ist sogar so kühn, sie offen und deutlich in ihrem "Credo" anzudeuten. Ich sage bewußt: anzudeuten.
Denn das "Credo" soll nicht nur diese Seite der dichterischen Individualitäten bezeichnen –
es soll den Modus charakterisiren, in dem die neue Richtung sich ausgiebt: Sie will mit der Wucht,
mit der Kraft, mit der Eigenheit und Ursprünglichkeit ihrer Persönlichkeiten eintreten
und wirken; sie will sich geben, wie sie leben will: wahr und groß, intim und confessionell.
Sie protestirt damit gegen die verblaßten, farblosen, alltäglichen Schablonennaturen,
die keinen Funken eigenen Geistes haben und damit kein reiches und wahrhaft verinnerlichtes
Seelenleben führen. Sie will die Zeit der "großen Seelen und tiefen Gefühle" wieder
begründen.
Darum hat diese neue Anthologie nicht nur einen litterarischen – sie hat einen culturellen Werth!
Und darum ist sie in sich und durch sich lebenskräftig, mögen ihr auch verschiedene Schwächen anhaften, die später getilgt werden können.
Charles <Baudelaire> sagt: "Tout homme bien portant peut se passer de manger pendant
deux jours; de poésie – jamais!"
Ist unsere Lyrik wieder wahr, groß, starkgeistig, gewaltig geworden, dann werden
die Gesunden und Kranken wieder zu ihren Quellen pilgern.
Dann wird <Baudelaire's> "de poésie jamais!" zur lauteren Wahrheit werden! –
"Groß ist die Wahrheit und übergewaltig."
Wir siegen, wenn wir dieses Wort nicht vergessen.
Und wir werden es nicht vergessen!
| |
Erstdruck und Druckvorlage
| Moderne | Dichter-Charaktere | herausgegeben | von | Wilhelm Arent. | Mit Einleitungen von |
Hermann Conradi und Karl Henckell. | Berlin 1885. | Selbstverlag des Herausgebers. |
(In Commission der Kamlah'schen Buchhandlung.) |
[PDF]
Hier: S. I-IV.
[PDF]
Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck
(Editionsrichtlinien).
Zwei Druckfehler wurden korrigiert (S. IV).
Das Erscheinungsdatum der "Modernen Dichter-Charaktere" wird häufiger mit "1884" angegeben.
Das ist aber eine Fehlinformation;
vgl. die zuverlässigen Rekonstruktionen der Entstehungs- und Druckgeschichte
bei Scheuer 1971, S. 47-48 und Bunzel /Schneider 2005, S. 126-130.
Die jüngste Datierung (Bunzel 2011, S. 47: "Auslieferung: ca. Mai 1885")
wird bestätigt durch das Einsetzen der Rezensionen im Juni 1885.
Bleibtreus Besprechungen vom
1. und 8. März 1885 beruhen auf der Einsicht in die Druckfahnen.
Zur weiteren Druckgeschichte
Eine Titelauflage des Erstdrucks von 1885 erschien 1886,
und zwar in zwei Ausgaben, die sich im Titelblatt voneinander unterscheiden:
| Jungdeutschland. | Unter Mitwirkung | von | Hermann Conradi und Carl Henckell |
herausgegeben | von | Wilhelm Arent. | Zweite Auflage. | Friedenau (Berlin) und Leipzig. |
Verlag von Fr. Thiel. | 1886. |
[PDF]
| Moderne Lyrik | (Jung-Deutschland) | | Unter Mitwirkung | von | Hermann Conradi und Karl Henkell |
herausgegeben | von | Wilhelm Arent. | Friedenau (Berlin) und Leipzig |
Verlag von Fr. Thiel. |
[PDF]
In der Titelauflage ist die (unpag.) Seite der Motti verändert;
das Inhaltsverzeichnis bleibt unverändert. Tatsächlich fehlen:
– Vorwort von Conradi (1885: S. I-IV):
– Biographien der Beiträger (1885: S. 297-303);
– Bibliographie der Beiträger (1885: S. 304).
Die Restauflage des Erstdrucks von 1885 wurde 1891 in den Verlag von Wilhelm Friedrich (Leipzig) übernommen.
Die Exemplare sind erkennbar an dem neuen, aufgeklebten Erscheinungsvermerk:
| Leipzig. | Verlag von Wilhelm Friedrich, | K. R. Hofbuchhändler. |
[PDF]
Vgl. dazu Bunzel /Schneider 2005, S. 141.
Bibliographie der deutschsprachigen Lyrikanthologien 1840 – 1914
Kommentierte Ausgaben
Dokumente zur Wirkungsgeschichte der "Modernen Dichter-Charaktere" (1885 – 1886)
Moderne Lyrik: Anthologien 1885 – 1905
Auswahl nach
Moderne Dichter-Charaktere herausgegeben von Wilhelm Arent.
Mit Einleitungen von Hermann Conradi und Karl Henckell.
Berlin: Selbstverlag des Herausgebers (In Commission der Kamlah'schen Buchhandlung) 1885.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 22.
Berliner Bunte Mappe herausgegeben von Eugen Düsterhoff [d.i. Wilhelm Arent].
Berlin: Selbstverlag des Herausgebers (In Commission der Kamlah'schen Buchhandlung) 1885.
[PDF]
bei Häntzschel nicht verzeichnet.
Quartett. Dichtungen.
Unter Mitwirkung von Arthur Gutheil, Erich Hartleben, Alfred Hugenberg
herausgegeben von Karl Henckell.
Hamburg: Meißner 1886.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 599.
Deutsche Lyrik von 1891.
Gesammelt und herausgegeben von C. G. Bruno [d.i. Julius Schultz], Felix Montanus und Franz Servaes.
Stuttgart u.a.: Union Deutsche Verlagsgesellschaft 1892.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 214.
Moderne Lyrik. Eine Sammlung zeitgenössischer Dichtungen.
Herausgegeben von Leo Berg und Wilhelm Lilienthal.
Berlin: Waldau 1892.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 94.
Moderner Musen-Almanach auf das Jahr 1893.
Herausgegeben von Otto Julius Bierbaum. München: Albert o.J. [1893]
–
2. Jg. ebd. o.J. [1894]
[PDF];
mehr nicht erschienen.
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 2012 u. 2012.2.
Neuere deutsche Lyrik. Ausgewählt und herausgegeben von Carl Busse.
Mit einer litterar-historischen Einleitung.
Halle: Hendel o.J. [1895].
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 240.
Deutsche Lyrik von Heute und Morgen.
Mit einer geschichtlichen Einleitung herausgegeben von Alexander Tille.
Leipzig: Naumann 1896.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 1400.
Die Perlenschnur.
Eine Anthologie moderner Lyrik herausgegeben von Ludwig Gemmel.
Berlin u.a.: Schuster & Loeffler 1898.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 456.
Großstadtlyrik. Herausgegeben von Heinz Möller.
Leipzig: Voigtländer o.J. [1903].
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 954.
Jungdeutsche Lyrik. Eine Anthologie.
Diessen: Huber 1903.
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 1829.
Moderne Deutsche Lyrik. Mit einer literargeschichtlichen Einleitung und biographischen Notizen
herausgegeben von Hans Benzmann. Leipzig: Reclam o.J. [1904] (Universal-Bibliothek, 4511-4515).
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 89.
Deutsche Lyrik seit Liliencron.
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Hans Bethge.
Leipzig: Hesse o.J. [1905].
[PDF]
Häntzschel 1991, Bd. 1, Nr. 118.
Conradis Vorstellung der Anthologie mangelt es nicht an Selbstbewusstsein, und dieses Bewusstsein
ist zuallererst das einer Pionierleistung. Im Namen der Beiträger artikuliert er den "Anspruch, endlich
die Anthologie geschaffen zu haben, mit der vielleicht wieder eine neue Lyrik anhebt" (I).
Die Zeit, so die im "endlich" dieser Aussage liegende Suggestion von Bedürfnis und Erfüllung, schien
ihm reif zu sein für eine solche Publikation bzw. für den mit ihr sichtbaren Auftritt einer
innovativen Lyrik. Über die Manifestation dieses nicht geringen Anspruchs hinaus versteht
Conradi die Anthologie zugleich als eine notwendig gewordene Plattform der neuen Lyriker.
So heißt es im selben Absatz, dass diejenigen, die "zu Schöpfern einer neuen Lyrik" werden,
"bisher abseits stehen mußten"; sie hätten "kein Organ gefunden, durch das sie zu ihrem Volke
in neuen, freien, ungehörten Weisen reden durften" (I).
Die Wendung vom "bisher" sekundiert dabei dem "endlich", insofern dem Auftritt des Neuen nun auch die Behebung eines konkreten Mangels bzw. die Erfüllung eines tatsächlichen Publikationsbedürfnisses entspricht. Den Kennern des Literaturbetriebs der frühen achtziger Jahre dürfte klar gewesen sein, auf welche Zustände und Erwartungen Conradi anspielte, wenn er 1885 eine Lyrik-Anthologie überwiegend junger, nicht etablierter Autoren als gleichsam fällig und notwendig deutete und sie mit einem derartig ambitionierten Anspruch versah. Klären wir zunächst die Hintergründe dieser emphatischen Ankündigung.
Im Frühsommer 1884 war das sechste und letzte Heft der von den Brüdern Julius und Heinrich Hart herausgegebenen, allein mit ihren Beiträgen versehenen "Kritischen Waffengänge" erschienen. Das von 1882 bis 1884 erschienene zeitschriftenähnliche Periodikum (Tillmann 1923; Boulby 1969) stellte in der Formationsphase des Frühnaturalismus (1878-1885) das Publikationsorgan dar, in dem – mit einer dem Titel durchaus entsprechenden Kampfrhetorik – sich der Bruch mit der Literatur und mit dem literarischen Geschmack der Gründerzeit zuerst artikulierte (Behrmann 1985, S. 217 ff.; Magerski 2004, S. 48 ff.; Schneider 2005, S. 193 ff.). Zwei Beiträge enthielten die Hefte auch zur zeitgenössischen Lyrik, in denen die Harts die kritischen und programmatischen Leitvokabeln ausgaben, mit denen Traditionsbruch und Neubeginn in dieser Gattung bezeichnet und als historisch fällig begriffen werden konnten.
Der erste Beitrag – "Ein Lyriker à la mode" (3. Heft, 1882) – befasst sich mit dem damals erfolgreichen und berühmten Lyriker Albert Träger. In ihm wollten sie einen "namhaften Vertreter jenes Dilettantismus" treffen, der, wie sie formulieren, "unsere Literatur überwuchert" (67). Die Diagnose, die man seiner Lyrik stellte, lautete: verbrauchte Metrik, läppische Bildlichkeit und statt origineller Gedanken nur "Anempfindung und Nachempfindung" (67). Und diese Zeichen waren für die Harts die der zeitgenössischen Lyrik überhaupt, der es, so der Kern ihrer Bestandsaufnahme, an Originalität und Vitalität fehlte, "an kräftigen Gedanken, an lebendiger Gluth, an starken Empfindungen" (56 f.). Demgegenüber hätte eine neue Lyrik "aus den Impulsen der eigenen Seele und der Zeit heraus zu schaffen" und eine Kunst zu sein, "welche Aktualität und modernen Geist athmet" (58). In der Träger-Besprechung wird diese Forderung nach authentischer Subjektivität und Modernität der Lyrik freilich noch in moderatem Ton vorgetragen. Sie ist insgesamt noch mehr eine – übrigens akribisch genaue – Bestandsaufnahme und Kritik der verbrauchten Formen und Themen.
Ein Jahr später allerdings – in dem Aufsatz "Graf Schack als Dichter" (5. Heft, 1883) – hat sich der Ton erheblich verschärft. Schack ist das Gegenbild von Träger; er ist ihnen in seinen Gedichten und Epen authentisch und aktuell: "Er lebt in seiner Zeit und seine Zeit lebt in ihm und was er singt, das hat ihn zuvor im Innersten gepackt" (20). Das Authentische seiner Dichtungen wie der von ihnen geforderten wird nun auch mit Stilbegriffen ausgezeichnet, die Richtungen angeben und Kampfbegriffe der neuen Literatur werden: sie soll "naturalistisch" (5) sein und auf "Wahrheit durch realistischen Gehalt" zielen (64).
Die Präsentation des positiven Beispiels einer nicht mehr modischen Lyrik trägt darüber hinaus
wesentliche Züge einer Bewegungs-Rhetorik: "Wir rufen den Kritikern zu: Helft uns kämpfen gegen
die Tyrannei der Modedichterlinge und Poesiefabrikanten" (3). Auch die Modernitätsforderung ist
nun nicht mehr allein ein mimetisches Gebot aus dem Geist der Kritik, sondern zugleich ein Wille,
der sich etwas Größerem, nämlich dem Gebot der Zeit unterstellt: "Wir wollen eine Literatur, die
eigenartig wurzelt und wipfelt, die dem Ernst und der Größe dieser Zeit entspricht" (4).
Und diese Zeit ist die der neu gegründeten Nation (Köster 1991). Der "nationalen Wiedergeburt" (9)
korrespondiert die Hoffnung, dass die Dichtung "an der Schwelle einer neuen Blütezeit" (10) steht.
Und in dieser Perspektive verknüpft man die kommende Literatur mit den Schlagworten "modern" und
"national" (vgl. S. 3, 4, 10, 17, 63 f.). Sie geben der Forderung nach authentischer Subjektivität
schließlich Würde und großen Gehalt.
Die Brüder Hart waren sehr wahrscheinlich die ersten, welche die Idee zu einer Lyrik-Anthologie hatten, die solchen Ansprüchen und Erwartungen entsprochen hätte (Bunzel/Schneider 2005, S. 120 f., 127 f.), aber die "Modernen Dichter-Charaktere" sind schließlich eine editorische Unternehmung der jungen Autoren geworden. Dass die Harts dahinter standen, wird im Übrigen an den beiden Vorworten deutlich, in denen Conradi und Henckell die Stichworte aufgriffen, die die beiden Bahnbrecher eines neuen Lyrikverständnisses in den Jahren zuvor ausgegeben hatten.
Das im Vergleich mit Henckells Text und auch mit Blick auf die Vorgaben der Harts Besondere von Conradis Einleitung ist die Eindeutigkeit, mit der er spricht. Das wie aus der Gewissheit eines Glaubens gesprochene Bekenntnis zum Neuen benennt gleichsam die Artikel der Wahrheit; von ihnen ausgehend kann das Unwahre identifiziert und zurückgewiesen werden. Die von den Harts gewünschte und skizzierte Bewegung soll zum Sieg geführt werden; diskussionslos und ohne Begründung wird die Welt der zeitgenössischen Lyrik aufgeteilt in die, welche im Besitz der Wahrheit ist, und die, welcher sie mangelt und die daher keinen Anspruch auf Zukunft hat.
"Wir brechen mit den alten, überlieferten Motiven" (II). Conradi spricht von ihnen nicht im Einzelnen, sondern benennt sie summarisch als die "abgenutzten Schablonen" (II); er setzt diese Charakterisierung des Alten als des Vorgeprägten und Unoriginellen insgesamt dreimal ein, um die alte Lyrik zu bezeichnen ("alles epigonenhafte Schablonenthum" III; "Schablonennaturen" IV). Anders als die Brüder Hart verzichtet Conradi dabei auch auf die Nennung von Namen. Aber der Kenner der Lyrikszene bzw. der "Kritischen Waffengänge" wusste, wer gemeint war. Es waren die Träger, die Baumbach und der mit seinen "Liedern des Mirza Schaffy" überaus erfolgreiche Bodenstedt. Auf deren Werke spielt Conradi mit dem Begriff der "Spielmannsweisen" (III) an, der ebenso wie der in der Kritik übliche Ausdruck "Butzenscheibenlyrik" zum Etikett der Epigonenlyrik geworden war.
Diese Lyrik, bei deren weiterer Charakterisierung Conradi die kritischen Stichworte der Harts wiederholt ("das Frivole" I; gemacht für "die Salons" II) steht für das Unwahre, dem mit der neuen Lyrik die aus der Wahrheit kommenden Schöpfungen gegenüberstehen. Dieses "Wahre" (II), folgt man dem Häufigkeitswort, mit dem es näher charakterisiert wird, ist das "Intime" (I). Das damit gemeinte Authentische einer sich originell aussprechenden Individualität kommt aus "intimster Menschlichkeit" (II); es ist, wie am Beispiel des Dichters Dranmor sichtbar, von "hinreißender Intimität" (III). Und zu dieser Schöpfung aus Innerem gehören die "Ursprünglichkeit" (III) und das Gegenstück des Schablonentums, das Unverwechselbare:
Schrankenlose, unbedingte Ausbildung ihrer künstlerischen Individualität ist ja die Lebensparole dieser Rebellen und Neuerer (IV).
Mit dem Insistieren auf der "Individualität" entspricht Conradi ebenso wie Henckell dem Titel der
Anthologie. Beide richten sich gegen das Vergangene als das Verbrauchte und das zum Schema Gewordene,
dem mit den neuen Lyrikern das aus der Künstlerpersönlichkeit kommende Originelle als Ziel gegenübersteht.
"Wir wollen", so Henckell, "mit einem Worte, dahin streben, Charaktere zu sein" (VII).
Diese Definition des Neuen kommt also zuallererst aus der Negation des Alten:
Gleich stark und wahr lebt in Allen, die sich zu diesem Kreise zusammengefunden, das grandiose Protestgefühl gegen Unnatur und Charakterlosigkeit (IV).
Die Gewissheit des "Credo" kommt nicht aus Einsichten in bereits gültige, beispielhafte Werke. Ein Zola oder Ibsen der Lyrik stand nicht zur Verfügung, und die Entdeckung Liliencrons ließ noch auf sich warten. Jene Gewissheit folgt auch nicht – wie von Arno Holz in einem frühen Aufsatz von 1883 und in dem programmatischen Einleitungsgedicht zu seinem "Buch der Zeit" angemahnt – aus der Verpflichtung, den neuen Anforderungen der Zeit mit einer neuen Semantik zu entsprechen. Zwar spricht Conradi an einer Stelle der alten Lyrik das ersichtlich positiv gemeinte "zeitlich Moderne" (II) ab, aber die Konstatierung dieses Mangels mündet nicht in eine Gründung des Wahren auf das Moderne der Zeit und ihrer in der Lyrik bisher fehlenden Themen. Sie führt vielmehr – in der Hymne auf den als Beispiel und Orientierung vorgestellten Schweizer Dichter Dranmor – zur Feier des Künstlers, in dessen "Dichternatur" (II) allein die Möglichkeit einer neuen Lyrik beschlossen ist, weil sie mit all den genannten Gegenstücken des "Schablonentums" ausgestattet ist.
Der geniale Künstler ist so der Garant des Neuen. Indem er aus sich selbst schafft, steht er
mit dem Ausdruck und der Ausbildung seiner Individualität für die Möglichkeit des Neuen ein.
Dabei geht es nicht so sehr um seinen genauen Blick auf die Gegenwart oder um ein neues
Engagement, aus dem heraus ihm schöpferische Kräfte zuwachsen könnten. Ausdrücklich heißt es
vielmehr, dass er sich mit seiner Individualität "von vornherein zu gewissen Hauptströmungen
des modernen sozialen Lebens in Contrast" stellt; er steht "kraft seines Künstlerthums
über den Dingen – über Sonderinteressen und Parteibestrebungen und repräsentiert somit nur
das reine, unverfälschte [...] Menschenthum" (III f.).
Allein die Nation bzw. der schon von den Brüdern Hart als Ressource der Erneuerung immer wieder beschworene "Geist wiedererwachter Nationalität" (III f.) kommt als Stütze der individuellen Erneuerung in Frage. In dem deutlich bemühten Modell des inspirierten Dichters kommt aus der Nation "der Geist, der uns treibt"; er entspricht der Disposition des Dichters, denn der nationale Geist ist der der "Ursprünglichkeit" (III). Ausgehend von ihm wird der Künstler schließlich auch über seine pure Selbstbehauptung und sein konfessionelles Sprechen hinausgetragen. Er wird zum "allsehenden und allmächtigen Künstler" (III), der – im Unterschied zu den Poeten der Unterhaltung – auch eine große Aufgabe hat:
Dann werden die Dichter ihrer wahren Mission sich wieder bewusst werden. Hüter und Heger, Führer und Tröster, Pfadfinder und Weggeleiter, Aerzte und Priester der Menschen sein (III).
So gesehen konnte Conradi für die Anthologie "nicht nur einen litterarischen", sondern auch
"einen culturellen Werth" (IV) beanspruchen.
Die beiden programmatischen Vorworte zu den "Modernen Dichter-Charakteren" sind nicht das einzige Zeichen, mit dem im Jahr 1885 ein neues Verständnis von Lyrik sichtbar wurde. Das Bewusstsein, eine neue Epoche der Lyrik eröffnen zu können, manifestiert sich in einer ganzen Reihe von Texten, die alle in diesem Jahr erschienen und den später so genannten "Naturalismus" als eine neue Richtung der Literatur auf dem Gebiet der Lyrik ankündigten.
Im November 1885 veröffentlichte Carl Bleibtreu in der Zeitschrift "Die Gesellschaft" einen Aufsatz, der schon im Titel den Elan der bisher erschienenen Programme wiederholte: "Andere Zeiten, andere Lieder!" Bleibtreu fügte dem Diskriminierungs-Vokabular und der Bewegungsrhetorik seiner Vorgänger keinen neuen Begriff hinzu; wichtig für die mit Bleibtreu verstärkte öffentliche Präsenz des Anspruch auf eine neue Lyrik ist die Gemeinsamkeit der Perspektive: Das Neue, das er mit Emphase forderte, ist nach Bleibtreu historisch fällig; die Zeit selbst, als deren Sprecher er sich so selbstverständlich gab wie die anderen, schien es zu fordern. Und die "Modernen Dichter-Charaktere" waren in diesem Zusammenhang ein erstes Zeichen; ihre Beiträger hatten "die lyrische Revolution [...] eingeleitet" (S. 892).
"Die Gesellschaft", in welcher der Aufsatz erschien, war ihrerseits ein Organ der neuen Bewegung. Im Januar 1885 in München als "Realistische Wochenschrift für Litteratur, Kunst und öffentliches Leben" gegründet, war sie nach den zeitschriftenähnlichen "Waffengängen" der Brüder Hart die erste professionell gemachte Zeitschrift, die für die neue Literatur einstand (und bis 1889 auch die führende naturalistische Zeitschrift blieb; vgl. Strieder 1985). Dass Bleibtreu in diesem Organ die "Modernen Dichter-Charaktere" als revolutionär einstufte, bedeutete eine wesentliche Auszeichnung ihres Anspruchs und darüber hinaus eine solidarische Einführung bzw. Einfügung der neuen Lyrik in die Aktivposten der sich konstituierenden Bewegung für eine moderne Literatur, der sich "Die Gesellschaft" verschrieben hatte.
Als Zeichen der Solidarität bzw. des Willens zu Zusammenhalt und gemeinsamem Durchbruch darf man auch die Tatsache deuten, dass 1885 drei Gedichtsammlungen von Autoren erschienen, die zugleich als Beiträger der "Modernen Dichter-Charaktere" hervorgetreten waren und von denen zwei mit Vorworten versehen waren, die den Anspruch auf Innovation explizierten und bekräftigten.
Da ist zunächst Henckells "Skizzenbuch" zu erwähnen, dem Heinrich Hart u.d.T. "Auf den Weg!" das Geleitwort schrieb. Es wiederholt in einer kurzen Diagnose der zeitgenössischen Lyrik die Kampfbegriffe der Aufsätze zu Träger und Schack und reiht schließlich Henckells Sammlung in die Bewegung ein, die vor dem Hintergrund einer in Epigonalität erstarrten Lyrik historisch fällig ist: "In diese Entwicklung, welche ich wünsche und voraussehe, tritt der Dichter des Skizzenbuchs ein" (IX). Henckells Verse, so das Vorwort, hätten jenes notwendig Zeitgemäße; und ihr Verfasser sei ein "Charakter" (IX). Er könne für das Authentische und Konfessionelle stehen, dessen die Lyrik bedürfe, wenn sie aus der gesichtslosen Epigonalität herauswolle.
In seinem Vorwort zu Arents Sammlung "Aus tiefster Seele", das er der Gedichtsammlung des Herausgebers der "Modernen Dichter-Charaktere" mitgab, bemüht schließlich Conradi von den beiden Elementen der mit dem Titel der "Modernen Dichter-Charaktere" angegebenen Formel der Innovation nur das Element des Authentischen. Authentizität begründet den Anspruch auf Wahrheit. Und in diesem Zeichen der Authentizität, dem Gegenstück des Epigonalen, liegt nach Conradi auch die Möglichkeit, Arents Texte in die Zukunft einer Bewegung einzureihen, mit deren Beschwörung er schließt: "die Zeit bricht an – wir stehen schon im Frühroth der großen Bewegung" (VIII).
Die dritte Sammlung, von der hier als Zeichen eines solidarischen Aufbruchs der jungen Lyriker zu sprechen ist, erschien ohne Vorwort. Es ist eine mit der Jahreszahl 1886 ebenfalls 1885 erschienene Sammlung von Arno Holz. Sie trägt den bewegungscharakteristischen Titel: "Buch der Zeit. Lieder eines Modernen". Holz hat sein eigenes Vorwort geschrieben, und zwar in Gestalt eines poetologischen Gedichts, das die Sammlung eröffnet: "Zum Eingang" (S. 5-16). Einerseits wiederholt Holz hier die Stichworte der seit den ersten Aufsätzen der Harts gängig gewordenen Kritik der verbrauchten Epigonen-Lyrik; andererseits zeichnet er sich in diesem Gedicht wie auch in vielen anderen poetologischen Texten seiner Sammlung als ein selbständiger Programmatiker aus. Denn der Schwerpunkt seiner Polemik wie auch seiner Programmatik liegt auf dem, was in den titelgebenden Worten "Zeit" und "Modern" bereits angezeigt ist. Holz kann nicht nur das Alte als solches ausweisen und die allen Mitstreitern verhassten Autoren in polemischen Gedichten zerreißen und mit Emphase die neue Zeit der Lyrik ansagen; er kann dem Neuen auch einen Gehalt geben, indem er die Aufnahme der modernen großstädtischen und industriellen Stoffe in die Lyrik fordert und in seiner Sammlung auch praktiziert:
Nein, mitten nur im Volksgewühl,
Beim Ausblick auf die großen Städte,
Beim Klang der Telegraphendrähte
Ergießt ins Wort sich mein Gefühl.
Dann glaubt mein Ohr, es hört den Tritt
Von vorwärts rückenden Kolonnen,
Und eine Schlacht seh ich gewonnen,
Wie sie kein Feldherr noch erstritt.
Doch gilt sie keiner Dynastie,
Auch kämpft sie nicht mit Schwert und Keule –
Galvanis Draht und Voltas Säule
Lenkt funkensprühend das Genie.
(S. 10 f.)
Die programmatische Linie für eine neue Lyrik war also klar, und auch die Gegner waren identifiziert. Das für eine Gruppenbildung so wichtige Vorgehen, sich eine Identität zu geben, um Abgrenzung und Ausschluss zu ermöglichen, war erledigt. Die Modernen: profilierten sich nunmehr erkennbar gegenüber den Alten. Diese programmatische Aufteilung des Feldes der Lyrik ist die wesentliche Erfindung der jungen Kritik in den Jahren 1882-1885.
Literatur
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In: Deutsches Dichterheim. Jg. 8, 1888, Nr. 4, S. 78.
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In: Die Gesellschaft. Monatschrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik.
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Formationskämpfe der "Jüngstdeutschen" im Berlin der 1880er-Jahre.
In: Literatur – Kunst – Medien. Festschrift für Peter Seibert zum 60. Geburtstag.
Hrsg. von Achim Barsch u.a. München 2008 (= Kontext, 8), S. 286-306.
Schneider, Lothar L.: Realistische Literaturpolitik und naturalistische Kritik.
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Vgl. S. 229-233 (Conradi und Nietzsche).
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In: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie.
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4. Aufl. Stuttgart u.a. 2008, S. 530-531.
Schütt, Rüdiger: "Eine neue Epoche. Und ich marschiere mit".
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In: Mathias Mainholz / Rüdiger Schütt / Sabine Walter:
Artist Royalist Anarchist. Das abenteuerliche Leben des Baron Detlev Freiherr von Liliencron 1844 – 1909.
Ausstellung in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky;
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Schuhmann, Klaus: Lyrik des 20. Jahrhunderts.
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Schutte, Jürgen: Lyrik des deutschen Naturalismus (1885 – 1993).
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Schutte, Jürgen (Hrsg.): Lyrik des Naturalismus. Stuttgart 1982
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Schutte, Jürgen u.a. (Hrsg.): Die Berliner Moderne 1885 – 1914.
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Soergel, Albert: Dichtung und Dichter der Zeit. Eine Schilderung der deutschen Literatur der letzten Jahrzehnte.
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Sprengel, Peter: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1870 – 1900. Von der Reichsgründung bis
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S. 619-626: "Moderne Dichtercharaktere" und andere naturalistische Lyriker.
Sprengel, Peter: Hartlebens Duelle.
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Stöckmann, Ingo: Naturalismus.
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Weddigen, Otto: Die deutsche Lyrik der Gegenwart.
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Jg. 55, 1886: Nr. 10, 6. März, S. 145-149;
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Wunberg, Gotthart: Utopie und Fin de siècle.
Zur deutschen Literaturkritik vor der Jahrhundertwende.
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Zum 70. Geburtstag des Autors hrsg. von Stephan Dietrich.
Tübingen 2001, S. 149-167.
Edition
Lyriktheorie » R. Brandmeyer