|
Die
Fakultät für Mathematik und die Arbeitsgruppen der Algebraischen
und Arithmetischen Geometrie an der Universität Duisburg-Essen
trauern um Herrn
Universitätsprofessor
Dr. Dr. h.c. Eckart Viehweg
∗ 30.12.1948 † 30.01.2010. Nach
Studium in Heidelberg und Promotion und Habilitation in Mannheim
wurde Eckart Viehweg im Jahre 1984 als Universitätsprofessor (C4) an
die Gesamthochschule Essen berufen. Als Wissenschaftler hat er
maßgeblich dazu beigetragen, dass Essen im Bereich der Algebraischen
Geometrie ein international anerkanntes Zentrum wurde.
Für
seine außerordentlichen wissenschaftlichen Leistungen erhielt er
zahlreiche Auszeichnungen. Im Jahr 1986 war er ein eingeladener
Sprecher auf dem alle 4 Jahre stattfindenden Internationalen
Mathematiker-Kongress. Er wurde im Jahre 2003 gemeinsam mit seiner
Frau Hélène Esnault mit dem Leibnizpreis der Deutschen
Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet und 2009 in die Deutsche
Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen. Er war
Mitherausgeber
mehrerer hochrangiger
mathematischer Journale insbesondere von Crelles Journal für die
reine und angewandte Mathematik, und hat sich in vielen nationalen
und internationalen Fach- und Gutachtergremien und an der
Organisation internationaler Konferenzen beteiligt. Gemeinsam mit
Hélène
Esnault pflegte er wissenschaftliche Kontakte
in zahlreiche Länder, wie Frankreich, England, die USA, Japan, aber
auch Mexiko, China und Vietnam. Beide
erhielten im Jahr 2009 die Ehrendoktorwürde der Vietnamese Academy
of Science and Technology, Hanoi.
Gleichzeitig
war ihm die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein
zentrales Anliegen. Bereits Anfang der 90er Jahre gab es gemeinsam
mit Kollegen am Institut für Experimentelle Mathematik ein erstes
Graduiertenkolleg. Zahlreiche Promotionen sowie mehrere
Habilitationen wurden in den Arbeitsgruppen der Algebraischen
Geometrie in Essen abgeschlossen. Zuletzt und dann bereits an der
gemeinsamen Universität Duisburg-Essen war Eckart Viehweg maßgeblich
an der Einrichtung des mit Bonn und Mainz gemeinsamen SFB-Transregio
45 beteiligt. Neben dem Ziel international herausragender Forschung
ist auch hier die Förderung von Doktoranden und junger
Nachwuchswissenschaftler von hoher Bedeutung.
Trotz
dieses starken Engagements in der Forschung hat Eckart Viehweg auch
in der Fakultät eine wichtige Rolle gespielt. Von 1990 bis 1992 war
er Dekan. Er war in vielen Gremien der Fakultät aktiv beteiligt.
Seine ruhige Art, seine Erfahrung und seine konstruktiven Beiträge
waren hoch geschätzt.
Eckart
Viehweg verstarb nach kurzer schwerer Krankheit. Mit ihm verliert die
Fakultät einen hervorragenden Wissenschaftler, Kollegen, Freund,
Berater und einen wunderbaren Menschen.
|