NEWSLETTER des Lehrstuhls für Naturheilkunde Ausgabe April 2009  

Willkommen beim 6. Newsletter des Lehrstuhls für Naturheilkunde der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung an der Universität Duisburg-Essen, Kliniken Essen-Mitte, Standort Knappschafts-Krankenhaus.

Mit großer Freude können wir Ihnen in diesem Newsletter drei Mitarbeiter präsentieren, die im März 2009 für hervorragende wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet wurden.

Wir beglückwünschen PD Dr. Jost Langhorst für den Erhalt des CAM Awards und wir freuen uns mit Dipl. Psych. Romy Lauche und Dipl. Psych. Anna Choi für die Zuerkennung des Trainee Travel Awards von je 1000 US$ zur Teilnahme an der North American Conference on Integrative & Complementary Medicine in Minneapolis, USA.

 

Prof. Dr. med. Gustav J. Dobos
Universität Duisburg-Essen
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungsprofessur für Naturheilkunde
Chefarzt Innere Medizin V, Naturheilkunde und Integrative Medizin
Kliniken Essen-Mitte

Kliniken Essen-Mitte
Knappschafts-Krankenhaus
Am Deimelsberg 34 a
45276 Essen

Tel.: +49 (0) 201/ 174 25008
Fax: +49 (0) 201/ 174 25000

www.uni-essen.de/naturheilkunde
www.kliniken-essen-mitte.de

Weitere Termine

20. – 24. Mai
40. TCM-Kongress Rothenburg

Wildbad Kongresszentrum
» www.tcm-kongress.de

12. – 15. Mai
North American Conference on Integrative & Complementary Medicine

Grenzen und Grenzüberschreitungen in der Schmerztherapie

Hilton Minneapolis Hotel Minneapolis, USA
» www.imconsortium-conference.org

14. & 15. August
Mind/ Body Medicine Fachseminar zur Onkologie


Klinik für Naturheilkunde & Integrative Medizin Essen-Steele
» mindbodymedicine.de

20. – 23. August
Mind/Body Medicine Summer School

Aus der Forschung für die Praxis – die aktive Fortbildung für Ärzte und Therapeuten

Klinik für Naturheilkunde & Integrative Medizin,
Essen-Steele
» mindbodymedicine.de

   

Inhalte dieser Ausgabe:


PD Dr. med. Jost Langhorst erhält den CAM Award

Anfang März wurde der leitende Oberarzt der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin PD Dr. Jost Langhorst der erstmalig von der EFN - European Federation for Naturopathy e.V. ausgeschriebene und mit 2000 Euro dotierte CAM Award zugedacht!

In ihrer Einladung rief die EFN zur Teilnahme auf:

"Körper, Geist und Seele ganzheitlich behandeln – unter diesem Motto läuft der von der EFN und dem BDH anläßlich der CAM, der europäischen Fachmesse für komplementäre und alternative Medizin, zum ersten Mal ausgeschriebene CAM-Award . … Mit diesem Wettbewerb … fördern und suchen (wir) deshalb überzeugende, praxisrelevante Veröffentlichungen und Vorträge, die wir durch Auszeichnung sichtbar machen wollen."

Mit deutlicher Mehrheit entschied sich die Jury für den von Dr. Langhorst eingereichten Beitrag mit dem Titel "Naturheilkunde und Komplementärmedizin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen". Der Preis wurde am Samstag, den 21. März 2009 im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der CAM 2009 in Düsseldorf im Congress Center vergeben. Der Preis wird von nun an jährlich verliehen und soll dazu beitragen. die Zahl der qualitativ anspruchsvollen Fachartikel und Vorträge zu erhöhen.

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Wirksamkeit der Akupunktur bei Kopfschmerz bestätigt: Aktuelle Übersichtsarbeiten empfehlen die Behandlung mit Akupunktur bei Spannungskopfschmerz und Migräne

In vielen Ländern wird Akupunktur bereits bei der Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt, um deren Häufigkeit und Intensität zu vermindern. Klinische Studien zur Wirksamkeit allerdings waren uneindeutig oder methodisch mangelhaft. Zwei aktuelle Übersichtsarbeiten über klinische Studien zu Akupunktur bei Migräne bzw. Spannungskopfschmerz empfehlen nun ausdrücklich Akupunktur als Therapieoption sowohl in der Prophylaxe als auch in der Behandlung von Kopfschmerzen einzusetzen (Linde et al., 2009). Nachdem die Autoren 2001 in einem früheren Review die Behandlungsoption noch als vielversprechend, aber die Evidenz als unzureichend klassifizierten, kommen sie nun unter Berücksichtigung aktuelleren, methodisch reineren Studien zu dem Schluss, dass die durch Akupunktur erzielte Schmerzminderung mindestens im Wirkungsbereich vieler Medikamente liegt und darüber hinaus risikoärmer ist. Insgesamt 22 Studien zu Migräne an insgesamt 4419 Patienten erfüllten die Kriterien bezüglich Randomisierung, Beobachtungszeitraum (mindestens 8 Wochen nach Behandlung) sowie das Vorhandensein einer Kontrollgruppe (Standardbehandlung oder Scheinakupunktur). In die Übersichtarbeit zur Prophylaxe von Spannungskopfschmerz flossen die Ergebnisse von insgesamt 11 Studien an 2317 Patienten ein. Akupunktur zeigte sich bezüglich der Schmerzlinderung und der prophylaktischen Wirkung im Vorteil gegenüber einer Standardtherapie und die behandelten Patienten berichteten über weniger Nebenwirkungen. Allerdings scheint im Gegensatz zu der Überzeugung von vielen Akupunkteuren der genaue Ort der Nadelung keinen besonderen Effekt zu haben. In vielen Studien erwies sich die Nadelung an Nichtakupunkturpunkten als nahezu genauso wirksam wie eine punktspezifische Akupunktur.

Neben Rückenschmerzen zählen Kopfschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen: Etwa 4-5 % der deutschen Bevölkerung leidet täglich, ca. 70 % gelegentlich unter Kopfschmerzen. Sie können anfallsartig, einschleichend oder wellenförmig sein. Mit 90 % machen die beiden primären Kopfschmerzformen Migräne und Spannungskopfschmerzen den Großteil der Kopfschmerzerkrankungen aus. Migräne-Patienten leiden unter wiederkehrenden Attacken von meist einseitigen starken Kopfschmerzen. Die Attacken können mit neurologischen Symptomen wie z.B. Sehstörungen bis hin zu Sprechstörungen verbunden sein. Typischerweise leiden Migränepatienten vor und während der Attacken auch unter Übelkeit und Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen.

Patienten mit Spannungskopfschmerz leiden unter Schmerzepisoden, die typischer Weise bilateral (beide Seiten des Kopfes betreffend) auftreten. In der Regel werden die Schmerzen als drückend und leicht bis moderat stark beschrieben. Typisch ist weiterhin, dass routinemäßige physische Aktivität die Symptome nicht verstärkt. Bei den meisten Patienten taucht der Spannungskopfschmerz unregelmäßig auf und außer einer Akutbehandlung ist keine weitere Behandlung nötig. Nur bei wenigen Personen tritt der Spannungskopfschmerz tatsächlich an mehreren Tagen bis täglich im Monat auf.

Die Ursachenzuschreibung für diese Erkrankungen ist vielfältig und uneindeutig. Präventiv wird versucht, Auslöser und Faktoren für die Entstehung der Schmerzen zu identifizieren und sie zu vermeiden. Die Behandlung besteht trotzdem vor allem in einer schnellen und anhaltenden Schmerzlinderung. Daneben sollen aber auch Vorsorgestrategien identifiziert werden. Auch in der Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie wird die Kombination von nicht medikamentösen Verfahren untereinander oder mit einer medikamentösen Prophylaxe als besonders wirksam bezeichnet. Der Einsatz der Akupunktur in der Migräneprophylaxe wird auch dort als Expertenkonsens empfohlen und findet nun auch durch die aktuellen Übersichtsarbeiten in ihrer Empfehlung Bestätigung.

Evers S, May A, Fritsche G, Kropp P, Lamp C, Limmroth V, Malzacher V, Sandor P, Straube A, Diener HC (2008). Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne: Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Nervenheilkunde, 10, 933-949

Linde K, Allais G, Brinkhaus B, Manheimer E, Vickers A, White AR. Acupuncture for migraine prophylaxis. The Cochrane Library 2009, Issue 1; http://www.thecochranelibrary.com

Linde K, Allais G, Brinkhaus B, Manheimer E, Vickers A, White AR. Acupuncture for tension-type headache. The Cochrane Library 2009, Issue 1; http://www.thecochranelibrary.com

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Entspannte Gene?

Eine aktuelle amerikanische Studie (Dusek et al. 2008) konnte kürzlich zeigen, dass aktive Entspannung nicht nur zu physiologischen Veränderungen im Sinne einer Relaxation Response (RR) führt, sondern auch die Genexpression, also die Realisierung der genetischen Information, beeinflusst.

Relaxation Response (RR) wird als Zustand tiefer Entspannung definiert, sie kann durch verschiedenste Entspannungsverfahren ausgelöst werden, z.B. durch Meditation, PME, Qi Gong oder Yoga. Durch sie sinken Blutdruck und Puls sowie die Atemfrequenz, die Atmung selbst wird gleichmäßig und tief. Die RR verändert auf lange Sicht auch die physiologischen und emotionalen Reaktionen auf Stress, d.h. durch regelmäßiges Üben bleibt man auch während belastender Situationen ruhiger und gelassener.

Einen objektiven Nachweis für dieses subjektive Empfinden einer "Stressresistenz" erbrachten bereits Hoffman und Benson mit einer Untersuchung aus dem Jahre 1982 (Hoffman et al. 1982). Sie fanden schon damals heraus, dass die Zellrezeptoren bei Personen, die sich regelmäßig in Entspannung übten, weniger stark auf Stresshormone reagierten.

Stressresistenz lässt sich aber nicht nur auf Zellebene nachweisen, sondern bereits auf genetischer Ebene, wie diese aktuelle Studie nahelegt. Dazu wurden die Genexpressionsprofile von 19 regelmäßig Übenden mit denen von 19 Anfängern vor und nach 8 Wochen Training verglichen. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Profile von Entspannungsprofis und Anfängern zu Beginn der Untersuchung deutlich unterscheiden, sie aber durch 8 Wochen Training immer ähnlicher werden. Insbesondere verändern sich durch das Training die Gene, die für die Stressregulation relevant sind. Diese veränderte Genexpression könnte z.B. Zellschäden, die in Zusammenhang mit chronischem Stress entstehen, entgegenwirken.

Dusek JA, Otu HH, Wohlhueter AL, Bhasin M, Zerbini LF, et al. (2008) Genomic Counter-Stress Changes Induced by the Relaxation Response. PLoS ONE 3(7): e2576.

Hoffman JW, Benson H, Arns PA et al. (1982) Reduced sympathetic nervous system responsivity associated with the relaxation response. Science; 215: 190-192.

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Zusatzweiterbildung Naturheilverfahren – Erster Jahrgang erfolgreich beendet

Das erste Kursjahr der Zusatzweiterbildung Naturheilverfahren ist erfolgreich abgeschlossen.

Das Weiterbildungsprogramm "Zusatzweiterbildung Naturheilverfahren", hat der Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung der Universität Duisburg-Essen unter Leitung von Prof. Dr. med. Gustav Dobos 2008 zum ersten Mal in Essen angeboten.

Die vier Kurse mit insgesamt 160 Unterrichtseinheiten sowie 80 Std. Fallseminar einschließlich Supervision zum Erwerb der Zusatzbezeichnung sind in der Zeit September 2008 bis April 2009 durchgeführt worden.
Neben den klassischen naturheilkundlichen Themen wie Phytotherapie, Hydrotherapie, Ernährung, Bewegung und der modernen naturheilkundlichen Ordnungstherapie bzw. Mind/Body Medicine sind komplementärmedizinische Verfahren wie Neuraltherapie, Schröpfen, Blutegel und weitere ausleitende Verfahren in die Ausbildung integriert.

Das Weiterbildungskonzept profiliert sich besonders durch das stationäre und teilstationäre Umfeld und die angegliederte Ambulanz für Naturheilkunde und Traditionelle Chinesische Medizin. Dadurch wird eine große Praxisrelevanz angeboten. Die Praxisanteile werden anwendungsnah vermittelt und werden durch Fallberichte aus dem klinischen Alltag ergänzt.

Die rund 40 Teilnehmer – Fachärzte aus dem gesamten Bundesgebiet – schätzten vor allem diese Verbindung aus Theorie und Praxis "Durch anschauliche Präsentationen und die Möglichkeit zu praktischen Übungen im theoretischen Teil der Zusatzausbildung konnte ich bereits einige Therapien (z.B. Blutegel-Therapie, Schröpfen, GuaSha etc.) in meine Arbeit implementieren." 

Die nächste Zusatzweiterbildung beginnt am 17. Juni 2009. Für weitere Informationen zu Inhalt, Teilnahme und Anmeldung besuchen Sie bitte auch die Webseite » www.zusatzbezeichnungnaturheilkunde.de

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Die 4. Mind/Body Medicine Summer School

Wie werden Patienten zu Experten ihrer Genesung?

"Mit den erlernten Mind/Body Methoden gelingt es mir, meine Patienten aus der passiven Rolle der Behandelten herauszuführen und sie bei der Übernahme von Selbstverantwortung zu begleiten. Sie lernen dabei, dass sie selbst Einfluss auf die Bewältigung ihrer Symptome und damit letztlich auf die eigene Gesundheit haben. Das macht Mut zum Einsatz weiterer integrativer Behandlungsmethoden."

Dr. E. K., niedergelassene Allgemeinmedizinerin und
Teilnehmerin an Summer School und Vertiefungsseminar

Im August richtet der Stiftungslehrstuhl für Naturheilkunde in Essen die vierte Mind/Body Medicine Summer School aus. Die Veranstaltung, die als zertifizierte Fortbildung von der Ärztekammer anerkannt ist, wird wie in den vergangenen Jahren in Kooperation mit dem Benson-Henry Institute for Mind/Body Medicine an der Harvard Medical School und mit Unterstützung der Erich Rothenfußer Stiftung durchgeführt.

In der Summer School präsentieren Experten die neuesten Erkenntnisse zu Themen wie den emotionalen und kognitiven Aspekten von Krankheit und Heilung, der Kultivierung von Achtsamkeit und Selbstfürsorge oder der Rolle von Stress und Stressbewältigung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Darmerkrankungen, Schmerz oder Krebs. Vor dem Hintergrund der stetigen Zunahme stressbedingter Erkrankungen schätzt der amerikanische Kardiologe Herbert Benson von der Harvard Medical School, dass bis zu 90% aller Arztbesuche auf chronischen Stress zurückzuführen seien. Das primäre Ziel mind/body medizinischer Interventionen besteht darin, die PatientInnen zu befähigen, durch gezielte Lebensstilveränderung den Krankheitsverlauf und den Umgang mit ihren vor allem chronischen Erkrankungen positiv und nachhaltig zu beeinflussen. In der Summer School präsentieren Experten die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit und diskutieren Wirkzusammenhänge. Die praktische Durchführung mind/body medizinischer Methoden wird dabei nicht nur theoretisch behandelt, sondern durch praktische Anwendungen auch erlebbar gemacht. So werden Workshops zur achtsamen Selbstwahrnehmung und Selbstregulation sowie zur kognitiven Umstrukturierung angeboten. Auf dem Programm stehen auch Qigong und Yoga sowie eine schmackhafte Einführung in die mediterrane Vollwerternährung.

"Ich habe eine wissenschaftliche Bestätigung für den Ansatz meiner Arbeit bekommen. Ich besuche viele Kongresse, aber dieser war besonders. Es wurde nicht nur erzählt, sondern uns wurde wirklich etwas gezeigt".

Dr. F. O., Facharzt für Gynäkologie und Psychotherapie
und Teilnehmer an der Summer School.

Für die Vermittlung der Inhalte und Methoden werden international anerkannte Experten ihres Faches gewonnen. Der Einladung von Prof. Dr. Gustav J. Dobos, dem Inhaber des Lehrstuhls für Naturheilkunde, folgen neben "hausinternen" Wissenschaftlern und Ärzten auch wieder Frau Dr. Eva Selhub, die medizinische Leiterin des Health Centers am Benson-Henry Institute for Mind/Body Medicine an der Harvard Medical School; Prof. Dr. Andreas Michalsen, Lehrstuhlinhaber der Professur für klinische Naturheilkunde der Charité Berlin sowie der niedergelassene Internist und Facharzt für Innere Medizin und Naturheilkunde, Dr. Ulrich Deuse.

Die 4. Mind/ Body Medicine Summer School findet vom 20. – 23. August 2009 im Erich-Rothenfußer-Haus am Knappschafts-Krankhaus der Kliniken Essen-Mitte statt. Für weitere Informationen zu Inhalt, Teilnahme und Anmeldung besuchen Sie bitte auch die Webseite » www.mindbodymedicine.de

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