Lehrstuhl für Naturheilkunde der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung an der 
Universität Duisburg-Essen, Deutschland - Inhaber der Stiftungsprofessur: Prof. Dr. med. Gustav J. Dobos
 
Ausgabe Juli 2011     

Die Integration von Naturheilkunde und konventioneller Krebstherapie und die Zusammenarbeit mit der Klinik für Senologie gehen in großen Schritten voran. Im Februar 2011 wurden die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Onkologische Gynäkologie e.V. aktualisiert und Empfehlungen komplementärer Therapien wurden erweitert, welches eine Etablierung der evidenzbasierten Naturheilkunde in der Standardtherapie bedeutet. Darüber freuen wir uns!

In diesem Newsletter widmen wir uns dem Thema Integrative Onkologie: Im Journal of Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine erschien kürzlich eine Meta-Analyse von Kuan-Yin Lin et al. zum Thema Yoga und Krebserkrankungen. Selbstverständlich berichten wir ebenfalls ausführlich über die Leitlinien-Entwicklung.

Außerdem möchten wir diesen Anlass nutzen, zwei neue Bücher unserer Abteilung vorzustellen: Zusammen mit PD Dr. Sherko Kümmel und Mitarbeitern der Klinik für Senologie schrieben wir den Patientenratgeber „Gemeinsam gegen Krebs“, der Patienten und Angehörige während und nach ihrer Erkrankung mit wissenschaftlichen Informationen begleitet.

Das Fachbuch „Mind-Body-Medizin“ stellt Ärzten und Therapeuten die moderne Mind-Body-Medizin vor. Es handelt sich hierbei nicht nur um theoretische Grundlagen, sondern auch um ihre Anwendung in der klinischen Praxis.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!

 

Prof. Dr. med. Gustav J. Dobos
Universität Duisburg-Essen
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungsprofessur für Naturheilkunde
Direktor der Klinik Naturheilkunde
und Integrative Medizin

Kliniken Essen-Mitte
Knappschafts-Krankenhaus
Am Deimelsberg 34 a
45276 Essen

Tel.: +49 (0) 201/ 174 25008
Fax: +49 (0) 201/ 174 25000
www.uni-essen.de/naturheilkunde
www.kliniken-essen-mitte.de/naturheilkunde
 


Inhalte dieser Ausgabe:

Termine

14. – 17.07.2011
Mind/Body Medicine Summer School

Die Veranstaltung stellt Ihnen in einer kompakten 4-tägigen Summer School mind/body-medizinische Interventionen vor, wie sie im Kontext der modernen Integrativen Medizin Anwendung finden.

Erich-Rothenfußer-Haus,
Kliniken Essen-Mitte, Essen
www.mindbodymedicine.de

17. – 18.07.2011
Fachseminar Mind/Body Medicine bei onkologischen Erkrankungen

Das Fachseminar vermittelt  naturheilkundliche Selbsthilfe-strategien und schult die Fähigkeiten für Entspannung, Stressbewältigung und thematisiert soziale Unterstützung ebenso wie gesundheitsfördernde Ernährung und Bewegung.

www.mindbodymedicine.de/
onkologie.htm

18. – 21.08.2011
Internationaler Kongress Achtsamkeit

Der Kongress zeigt das gesamte Spektrum der Achtsamkeitspraxis heute auf. Es geht um den Ursprung und die Bedeutung im buddhistischen Kontext ebenso wie um ihre Anwendung in moderner Gesellschaft.

Die Abschlussrede am 21.8.2011 hält S.H. der Dalai Lama - "Achtsamkeit - eine buddhistische Praxis für die Gesellschaft heute".

Universität Hamburg
www.achtsamkeitskongress.de

07. & 08.10.2011
4. European Congress for Integrative Medicine (ECIM)
The Future of Comprehensive Patient’s Care

Schwerpunktthemen des Kongresses:

  • Krebs
  • Kinderheilkunde
  • Schmerz
  • Mind-Body-Medizin
  • Forschungsmethoden
    und Terminologie
  • Aus- und Weiterbildung
  • Integrative Pflege

Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow - Klinikum
www.ecim-congress.org



Integrative Onkologie
Aktualisierung der Leitlinien: Komplementäre Therapie bei Brustkrebs 2011

Seit über zehn Jahren werden Brustkrebspatientinnen an den Kliniken Essen-Mitte in einer Tagesklinik integrativ onkologisch betreut. Mit der Gründung der Klinik für Senologie unter der Leitung von PD Dr. Sherko Kümmel wurde diese Betreuung intensiviert. Es wurde direkt in der Klinik für Senologie ein integratives Therapieangebot geschaffen, das den Patientinnen zusätzlich zur modernsten Schulmedizin angeboten wird.  Seit Anfang 2010 werden Brustkrebs-Patientinnen von Beginn an begleitend mit Naturheilverfahren und Mind-Body-Medizin unterstützt. Herr PD Dr. Kümmel ist Mitglied der Organkommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO). Die AGO  „verfolgt die Förderung der Wissenschaft und Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung von Medizinern in dem Themen- und Aufgabenbereichen der gynäkologischen Onkologie […] , befasst sich mit allen klinischen, wissenschaftlichen und organisatorischen Anliegen auf diesem Gebiet […] und entwickelt  Standards für die onkologische Diagnostik und Therapie in der Gynäkologie.“  (Satzung)

Anfang 2011 setzten sich Prof. Dr. med. Blohmer,  PD Dr. Kümmel,  Prof. Dobos und seine Mitarbeiter zusammen und berieten gemeinsam über  die Aktualisierung wissenschaftlich begründeter  naturheilkundlicher Empfehlungen (Komplementäre Therapie & Hormonersatztherapie & „Survivorship“). Ärzte für Naturheilverfahren, Mind-Body Medizin-Therapeuten, Oecotrophologen und Sportwissenschaftler sichteten aktuelle Veröffentlichungen. Für Akupunktur, Sport, Yoga, Mindfulness Based Stress Reduction und eine fleischarme, gemüse- und obstreiche Ernährung können evidenzbasierte Empfehlungen ausgesprochen werden.

Als eine von wenigen  Kommissionen, auch im internationalen Vergleich, erarbeitet die AGO schon seit 2002 Empfehlungen zu komplementärer Therapie bei Mamma Carcinom. Diese werden jährlich erweitert. Die AGO  trägt hiermit der zunehmenden Bedeutung der komplementären Therapie in der Krebsbehandlung und –forschung Rechnung.

Die kurzen und prägnanten Empfehlungen werden den (niedergelassenen) Gynäkologen, Onkologen, Hausärzten in ausführlichen Anmerkungen dargelegt, erläutert und wissenschaftlich durch Literaturverweise untermauert. Außerdem erscheint jährlich ein verständlich abgefasster Patientenratgeber. Auch bei diesen Veröffentlichungen hat der Lehrstuhl für Naturheilkunde mitgewirkt und für die entsprechenden Angaben gesorgt.

Ziel des Lehrstuhls für Naturheilkunde ist es vor allem, Ärzte und Patienten über wissenschaftlich fundierte und gesicherte Behandlungen aus dem Gebiet der Naturheilkunde zu informieren, die bei einer Brustkrebserkrankung empfehlenswert sind.

Lesen Sie nach:
Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie, Kommission Mamma

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Effects of Yoga on Psychological Health, Quality of Life, and Physical Health of Patients with Cancer: A Meta-Analysis
Journal of Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine

Yoga beinhaltet Atemtechniken, Körperhaltungen und Meditation und stellt einen wichtigen Bestandteil des Mindfulness-Based Stress Reduction Program (MBSR) dar. In den USA ist Yoga die am dritt häufigsten angewandte komplementäre Therapie von Überlebenden einer Krebserkrankung. Diese Meta-Analyse zielte darauf ab, die Effekte von Yoga auf die psychische Gesundheit, die Lebensqualität und die körperliche Gesundheit von an Krebs erkrankten Patienten zu untersuchen.

In sieben elektronischen Datenbanken wurde eine systematische Suche durchgeführt. Randomisierte kontrollierte Studien, die die Wirkung von Yoga auf an Krebs erkrankte Patienten untersuchten, wurden ausgewählt. Die Qualität jeder Studie wurde anhand der PEDro Scale von 2 der Autoren bewertet. Zehn Studien wurden in die Meta-Analyse eingeschlossen. Der PEDro Score lag zwischen 4 bis 7. Entweder wurden die Yoga Gruppen mit einer Warteliste oder mit einer unterstützenden Therapiegruppe verglichen. Eine signifikante Verbesserung für die Yoga-Gruppen zeigte sich in Bezug auf die psychische Gesundheit: Angst (P = .009), Depression (P = .002), Distress (P = .003) und Stress (P = .006).

Auf Grund der niedrigen bis mittelgradigen Qualität der Studien und der geringen Patientenzahlen sind die Ergebnisse vorläufig und limitiert und sollten durch randomisierte kontrollierte Studien höherer Qualität bestätigt werden.

Wir bieten seit November 2010 Yoga für unsere Patientinnen in der Integrativen Onkologie ambulant an. Yoga stößt auf ein großes Interesse bei an Brustkrebs erkrankten Frauen.

Literatur:
Lin KY, Hu YT, Chang KJ, Lin HF, Tsauo JY (2011) Effects of yoga on psychological health, quality of life, and physical health of patients with cancer: a meta-analysis. In : Evid Based Complement Alternat Med.

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Neuerscheinung „Mind-Body-Medizin. Die Moderne Ordnungstherapie in Theorie und Praxis“ Gustav Dobos, Anna Paul (Hrsg.)

Die Chancen der Mind-Body Medizin

Mind-Body-Medizin -  Dobos, G.; Paul, A. (Hrsg.)
Mind-Body-Medizin »
Dobos, G.; Paul, A. (Hrsg.)

Jeder Mensch – ob gesund oder krank – verfügt über enorme Selbstheilungskräfte und Gesundheitsressourcen. Das „Mind-Body-Medizin“ Buch stellt detailliert dar, wie sich diese Potenziale nutzen lassen und wie Patienten durch eine professionelle Begleitung aktiv in den Prozess ihrer Genesung und Heilung einbezogen werden können.

Der Fokus der konventionellen Medizin liegt bisher vor allem auf krankmachenden Faktoren. In Ergänzung dazu nutzt die Mind-Body-Medizin (MBM) die bestehende Interaktion zwischen Geist und Körper, um die Fähigkeit der Patienten zur Selbsthilfe und Selbstheilung zu stärken. Dabei versteht sich die MBM ausdrücklich nicht als Alternative zur konventionell bewährten Medizin. Vielmehr hält sie ergänzende ressourcenorientierte Methoden bereit.

Dabei konzentriert sich der Blick der MBM auf das Zusammenspiel von Geist, Psyche, Körper, Verhalten und darauf, wie emotionale, mentale, soziale, spirituelle und Verhaltens-Faktoren positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Praktisch zielen mind-body-medizinische Interventionen auf die Stärkung eines gesundheitsfördernden Lebensstils im Alltag. Faktoren wie Ernährung, Entspannung, Bewegung, soziale Kontakte, Spiritualität und vor allem der Umgang mit Stress spielen dabei eine zentrale Rolle.

Zielgruppe

Das vorliegende Buch richtet sich an Angehörige aller Gesundheitsberufe, insbesondere an Mediziner, MBM-Therapeuten, Psychologen, Pflegekräfte, Sport- und Physiotherapeuten, Sozialpädagogen, Oecotrophologen und ggf. Seelsorger. Die möglichen Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Prävention über die ambulante und stationäre Therapie bis zu Reha-Angeboten und zur palliativen Versorgung.

Der Einsatz der MBM hat sich vor allem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen als sehr sinnvoll erwiesen. Erfolge hat die MBM – vor allem in Kombination mit Behandlungsformen der konventionell bewährten Medizin – bei folgenden Beschwerden und chronischen Erkrankungen:

  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Elsenbruch et al., 2005);
  • Hypertonie (Linden und Chambers, 1994);
  • Rehabilitation bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Dusseldorp et al., 1999: Linden et al., 1996);
  • Onkologische Erkrankungen (Meyer und Mark, 1995);
  • Inkontinenz (Weatherall, 1999);
  • Vorbereitung vor chirurgischen Eingriffen (Devine, 1992; Johnston, 1993);
  • Schlafstörungen (Murtagh und Greenwood, 1995);
  • Kopfschmerz (Haddock et al., 1997; Holroyd und Penzien, 1990);
  • Chronische Rückenschmerzen (van Tulder et al., 2000);
  • Arthritis (Superio-Cabuslay, 1996)

Das Essener Modell

Das Buch widmet sich einerseits den theoretischen Grundlagen der MBM, anderseits ihrer Umsetzung in der klinischen Praxis, der niedergelassenen Praxis und in der Prävention. Dabei stellen wir schwerpunktmäßig das Essener Behandlungskonzept vor.

Die Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin wurde 1999 als Modellvorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen an den Kliniken Essen-Mitte geöffnet. Nach 5-jähriger Evaluation durch einen unabhängigen Wissenschaftsbeirat der Universität Duisburg-Essen wurde die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungsprofessur für Naturheilkunde im Oktober 2004 etabliert.

Das Essener Modell kombiniert wissenschaftlich geprüfte Verfahren und Programme aus dem Bereich der MBM mit Ansätzen der konventionell bewährten Inneren Medizin sowie mit traditionellen Verfahren aus der europäischen Naturheilkunde und der chinesischen Medizin - je nach Indikation, individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der jeweiligen Patienten. Das „Mind-Body-Medizin“ Buch dokumentiert die Ergebnisse und Hintergründe und stellt handhabbare Praxiskonzepte zur Verfügung. 

Vom 14. – 17. Juli 2011 findet die 6. Mind/Body Medicine Summer School statt. Dort werden die wichtigsten Aspekte der Mind/Body Medicine sowie der aktuelle Stand der Forschung zu diesem Thema vermittelt. Weitere Schwerpunkte sind die Physiologie von Stress, Entspannung, Spannungsregulation und Psychoneuroimmunologie sowie praxisorientierte mind-body-medizinische Interventionen.

Weitere Information zu der Veranstaltung und zum anschließenden Mind/Body Medicine Fachseminar in der Onkologie erfahren Sie unter www.mindbodymedicine.de

Literatur:
Devine EC. Effects of psychoeducational care for adult surgical patients: a meta-analysis of 191 studies. Patient Educ Couns 1992;19:129–42.
Dusseldorp E, van Elderen T, Maes S, Meulman J, Kraaij V. A meta-analysis of psycho-educational programs for coronary heart disease patients. Health Psychol 1999;18:506 –19. 
Elsenbruch S, Langhorst J, Popkirowa K, Muller T, Luedtke R, Franken U, Paul A, Spahn G, Michalsen A, Janssen OE, Schedlowski M, Dobos GJ.: Effects of mind-body therapy on quality of life and neuroendocrine and cellular immune functions in patients with ulcerative colitis. Psychother Psychosom. 2005;74(5):277-87.
Haddock CK, Rowan AB, Andrasik F, Wilson PG, Talcott GW, Stein RJ. Home-based behavioral treatments for chronic benign headache: a metaanalysis of controlled trials. Cephalalgia 1997;17:113–8.
Holroyd KA, Penzien DB. Pharmacological versus non-pharmacological prophylaxis of recurrent migraine headache: a meta-analytic review of clinical trials. Pain 1990;42:1–13.
Johnston M, Vogele C. Benefits of psychological preparation for surgery: a meta-analysis. Ann Behav Med 1993;15:245–56
Linden W, Chambers L. Clinical effectiveness of non-drug treatment for hypertension: a meta-analysis. Ann Behav Med 1994;16:35– 45
Linden W, Stossel C, Maurice J. Psychosocial interventions for patients with coronary artery disease: a meta-analysis. Arch Intern Med 1996;156: 745–52.
Meyer TJ, Mark MM. Effects of psychosocial interventions with adult cancer patients: a meta-analysis of randomized experiments. Health Psychol 1995;14:101– 8.
Murtagh DR, Greenwod KM. Identifying effective psychological treatments for insomnia: a meta-analysis. J Consult Clin Psychol 1995;63:79–89.
Superio-Cabuslay E, Ward MM, Lorig KR. Patient education interventions in osteoarthritis and rheumatoid arthritis: a meta-analytic comparison with nonsteroidal antiin.ammatory drug treatment. Arthritis Care Res 1996;9:292–301.
van Tulder MW, Ostelo R, Vlaeyen JW, Linton SJ, Morley SJ, Assendelft WJ. Behavioral treatment for chronic low back pain: a systematic review within the framework of the Cochrane Back Review Group. Spine 2000;25:2688 –99.
Weatherall M. Biofeedback or pelvic floor muscle exercises for female genuine stress incontinence: a meta-analysis of trials identified in a systematic review. BJU Int 1999;83:1015–16.

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Patienten-Ratgeber „Gemeinsam gegen Krebs“
- Gustav Dobos ∙ Sherko Kümmel

70 Prozent der Krebspatienten nehmen aus Angst vor den massiven Nebenwirkungen einer onkologischen Therapie zusätzlich Naturheilmittel ein – allerdings meist, ohne den Arzt zu informieren.

Doch gerade bei der Krebstherapie ist es wichtig, dass die Patienten offen mit ihrem Arzt über ihr Interesse an naturheilkundlichen Therapien sprechen. Denn einerseits hat die Naturheilkunde ein großes Potential in der begleitenden Krebsbehandlung: Sie wirkt gegen Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie, sie lindert Schmerzen und nimmt Angst und Unruhe. Vor allem aber befähigt sie die Patienten, selbst etwas für sich und ihre Gesundheit zu tun – zum Beispiel mit Methoden des Stressabbaus, aber auch mit Ernährung und Bewegung. Anderseits kann falscher Einsatz von Heilkräutern oder Vitaminen zu Störungen oder einer Verringerung der Wirksamkeit der Krebstherapie führen. Schon ein Glas Grapefruitsaft, die tägliche Dosis Johanniskraut oder auch Vitamine in hohen Dosen können Chemo- oder Strahlentherapie beeinträchtigen und ihre Wirkung stören.

Eine neue Ära der Krebsmedizin

Eine Reihe von renommierten Kliniken in den USA, etwa das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York oder das MD Anderson Cancer Center, haben bereits Abteilungen für Integrative Onkologie aufgebaut. Dieses zeigt, wie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Onkologen und Naturheilkunde-Experten eine neue Ära der Krebsmedizin zugunsten der Patienten einleitet. Im Rahmen der zunehmend individualisierten Tumortherapie hat die Naturheilkunde vieles zu bieten, was die gefürchteten Nebenwirkungen einer onkologischen Behandlung mildern kann. Beispielsweise lindert Akupunktur Schmerzen, Übelkeit und auch Angst. Kältehandschuhe wirken Nagelschäden und Polyneuropathie entgegen. Bewegung in Verbindung mit gesunder Ernährung beugt nicht nur langfristig einem Rückfall vor, sondern hilft auch kurzfristig gegen Depressionen und chronische Müdigkeit. Sehr wichtig sind Meditation und Entspannung. Lebensstiländerungen, so zeigen amerikanische Studien, verändern nachweisbar die Aktivität der Gene.

Gemeinsam gegen Krebs - Gustav Dobos · Sherko Kümmel
Gemeinsam gegen Krebs »
Gustav Dobos, Sherko Kümmel
Gemeinsam gegen Krebs
  • zeigt einen Paradigmenwechsel in der Krebsmedizin, der individualisierte Hochleistungsmedizin mit ganzheitlichen Heilverfahren kombiniert
  • informiert wissenschaftlich fundiert über die erfolgreiche Behandlung von Nebenwirkungen der onkologischen Therapie
  • gibt Patienten Ratschläge, wie sie selbst aktiv werden können und darüber mit ihrem Arzt sprechen sollten
  • bietet Orientierungshilfe für Patienten und Angehörige im Dschungel von zahlreichen medizinischen Heilangeboten

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© Prof. Dr. med. Gustav Dobos
Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin
Universität Duisburg-Essen, Kliniken Essen-Mitte, Knappschafts-Krankenhaus