Klinik für Neurologie

Hufelandstr. 55
45147 Essen

Tel.: 0201 - 723 - 2368
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Neurologische Infektionserkrankungen und HIV


Seit Beginn der HIV-Epidemie zu Beginn der achtziger Jahre hat sich die Prognose HIV-infizierter Patienten, insbesondere seit Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) 1996 dramatisch verbessert.

Seitdem hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung bei Patienten mit HIV deutlich erhöht und ermöglicht vielen Patienten ein weitgehend normales Leben.

Dennoch rücken besonders die langfristigen Auswirkungen der HIV- Infektion und die Nebenwirkungen der Medikamente immer mehr in den Vordergrund. Neurologische Komplikationen können zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Unsere Ambulanz ist spezialisiert auf infektiös-entzündliche Erkrankungen des Nervensystems mit Schwerpunkt auf neurologische Manifestationen/Komplikationen bei HIV-Patienten und der Früherkennung neurologischer Systemmanifestationen der HIV- Infektion (Infos z. B.: www.hiv.net oder www.dnaa.de).

Die spezielle neurologische Sprechstunde findet jeden Mittwoch zwischen 13:30 und 15:30 h in den Räumen der STD-Ambulanz der Klinik für Dermatologie statt.

Anmeldung bitte unter der Telefonnummer
0201 - 723 - 3696

Krankheitsbeispiele und Schlüsselsymptome

HIV-Enzephalopathie:
Vergeßlichkeit, Konzentrationsstörungen, Gangstörung. Wenn das Gehirn infiziert ist, kann es langsam zu Konzentrations- und Aufmerksamkeits - sowie Gedächtnisstörungen kommen. Manchmal verlangsamen sich auch nur das Gangbild und die mentale Verarbeitungsgeschwindigkeit.




HIV-Polyneuropathie:
Gefühlsstörungen, Kribbeln und zum Teil Schmerzen, meist in den Zehen und Füßen beidseits beginnend und langsam über Wochen zunehmend. Sowohl das HIV selbst als auch antiretrovirale Medikamente können die Funktion der peripheren Nerven an Armen und Beinen schädigen. Wenn Sie Beschwerden wie Kribbelmissempfindungen , Schmerzen , Taubheitsgefühle, Warm-Kalt-Mißempfindungen oder Schwäche in den Händen oder Füssen haben, könnte eine solche Polyneuropathie vorliegen.



HIV-Myelopathie:

Gefühlsstörungen und Lähmungen der Beine, Blasen- und Mastdarmstörungen


HIV-Myopathie:
Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Abnahme der Muskulatur


Neuroborreliose:
Wochen nach einem Zeckenstich auftretende Kopf- oder Rückenschmerzen und/oder Lähmungen im Gesicht oder Arm/Bein.


Enzephalitis (z. B. Herpes, Toxoplasmose):
Kopfschmerzen, Fieber, neurologische Probleme wie z. B. Sprachstörung, Lähmungen


Meningitis (bakteriell/viral):
Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Nackensteife, Lichtscheu, zunehmende Müdigkeit bis zum Koma, innerhalb von Stunden schlechter werdend. Hier ist meist ein rasches Handeln erforderlich, so dass eine unmittelbare Vorstellung in unserer Notaufnahme erfolgen sollte.

Die Schwere der Erkrankung erfordert eine stationäre und zum Teil eine intensivmedizinische Überwachung und Therapie (z. B. bakteriell-eitrige Meningitis oder Herpes-Enzephalitis). Eine moderne neurologische Intensivstation ist für diesen Notfall vorhanden.


Zusammen mit dem interdiziplinären Team der STD-Ambulanz betreuen Sie:

Herr Dr. med. Mark Obermann und Frau Dr. med. Kasja Rabe

Für kleinere neurologische Fragen stehen wir unter neuro-aids@uni-duiburg-essen.de jederzeit zur Verfügung.


Informationen über die Neuro-AIDS Arbeitsgruppe finden Sie hier!