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Kopfschmerz
Leitung
Prof. H. C. Diener
PD. Dr. med. Z. Katsarava
Mitarbeiter
PD Dr. med. M. Obermann, Dr. med. Min-Suk Yoon, Dr. med. U. Johansson, Dr. med. M. Küper, Dr. C. Schorn, Dr. med. D. Müller, Dr. med. N. Hansen, Dr. med. K. Rabe, F. Poitz, D. Holle, Dr. rer. nat. G. Fritsche, A. Doevenspeck
Arbeitsgebiete
Klinische Epidemiologie: Risikofaktoren und Prädiktoren der Kopfschmerzchronifizierung
Chronische Kopfschmerzen sind ein sehr verbreitetes Leiden und gehören deswegen zu den wichtigsten Gesundheitsproblemen. Die Mechanismen und Prädiktoren der Kopfschmerzchronifizierung sind trotz intensiver Forschung bislang wenig untersucht. Diese Erkenntnisse wären jedoch von großer Bedeutung. Die Früherkennung der Hochrisikopatienten würde erlauben früh zu intervenieren um die Kopfschmerzchronifizierung zu verhindern. Die epidemiologische Studie des Deutschen Kopfschmerzkonsortiums (Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung) untersucht an einer populationsbasierten Stichprobe von 18,000 Personen die Prävalenz von chronischen Kopfschmerzen in der Deutschen Bevölkerung. Im zweiten Schritt werden die Patienten mit episodischen Kopfschmerzen (episodischer Migräne bzw. episodischem Spannungskopfschmerz) 3 Jahre lang prospektiv nachuntersucht. Im Rahmen dieser longitudinalen Beobachtung sollen die Inzidenz und die möglichen Prädiktoren der Kopfschmerzchronifizierung ermittelt werden.
Klinische Neurophysiologie
Der Migränekopfschmerz entsteht innerhalb des trigeminalen nozizeptiven Systems. Für das Verstehen der Pathophysiologie des Kopfschmerzes ist die Untersuchung der trigeminalen Schmerzverarbeitung daher von entscheidender Bedeutung. In unserer Arbeitsgruppe entwickelten wir eine neuartige nozizeptionsspezifische Stimulationselektrode, die in der Lage ist die nozizeptiven A-delta Fasern in der Haut selektiv zu depolarisieren, ohne die tiefer liegenden A-beta Fasern gleichzeitig zu erregen. Mittels der neuen Technik der nozizeptiv evozierten Potentiale und des nozizeptiven Blink Reflexes zeigten wir eine transiente Fazilitierung der trigeminalen Nozizeption während der akuten Migräneattacke. In weiteren Arbeiten geling uns Nachweis einer supratentoriellen Übererregbarkeit der trigeminalen Nozizeption bei Patienten mit chronischer Migräne und bei Patienten mit einer chronifizierten Trigeminusneuralgie.
Ein wesentlicher Fortschritt im Verständnis der plastischen Veränderungen der Schmerzmatrix konnte durch den Einsatz der funktionellen Kernspin-Tomographie (fMRI) erzielt werden. Hierbei ist es unserer Arbeitsgruppe gelungen, ein humanes Model der Schmerzverarbeitung zu etablieren. Nach einer schmerzspezifischen Stimulation haben wir eine gute quantitative Korrelation zwischen dem subjektiven Schmerzempfinden, den EEG/EVOP Veränderungen und dem BOLD Signal zeigen können. Im Weiteren soll dieses Modell zur Untersuchung der Mechanismen der Schmerzchronifizierung sowie der pharmakologischen Interventionen ausgebaut werden. Seit Kurzem stehen in der Universität Duisburg-Essen auch ein 7 Tesla MR sowie ein Kleintier MR zur Verfügung.
Psychologie des Schmerzes (Fritsche)

Förderungen
BMBF - Link zur website
An der Klinik für Neurologie ist das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 6,5 Mio. Euro über 6 Jahren finanzierte (Nr. 01 EM 0513) Deutsche Kopfschmerzkonsortium angesiedelt - ein Forschungsverbund von acht Universitätskliniken im Bereich Kopfschmerz, der seit 2002 mehrere Studien zu den grundlegenden Mechanismen der Entstehung und Entwicklung chronischer Kopfschmerzen durchführt. Mittel- und langfristig sollen hierdurch neue Strategien zur Prävention und Behandlung chronischer Kopfschmerzen entwickelt werden.
EUROHEAD
Eurohead ist ein Forschungsverbund-Projekt im Rahmen der 6. Forschungsförderungsinitiative der EU. Ziel des Projektes ist die Erforschung der genetischen Grundlagen verschiedener Kopfschmerzerkrankungen, insbesondere der Migräne und ihrer Sonderformen wie der familiär-hemiplegischen Migräne. An dem Projekt sind neben der neurologischen Universitätsklinik Essen als deutscher Vertreter der Universität Leiden (koordinierendes Zentrum) die Universitäten Helsinki, Kopenhagen, Mailand, Lüttich und London beteiligt und wird mit ca. 3 Mio Euro für 3 Jahre gefördert. Damit ist es das grösste internationale Forschungsprojekt in der Schmerz- und Kopfschmerzforschung.
EUROLIGHT
EUROLIGHT ist ein Forschungsprojekt der EU (Grant Nr 2006110; insgesamt 1.147.456,00 Euro). An dem Projekt sind neben der neurologischen Universitätsklinik Essen (Deutscher Vertreter) weitere epidemiologische und soziologische Arbeitsgruppen aus Zürich, Valencia, Trondheim, Pavia, Luxemburg, London, beteiligt. Ziel des Projektes ist die Untersuchung der sozioökonomischen Beeinträchtigung, die durch Migräne und insbesondere durch chronische Migräne verursacht wird.
Westdeutsches Kopfschmerzzentrum - Link zur website
Das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum ist das bundesweit erste Behandlungsmodell zur Integrierten Versorgung bei Migräne und chronischen Kopfschmerzen, welches 2005 seine Arbeit aufgenommen hat. Mittlerweile haben sich zahlreiche Krankenkassen diesem Verbund angeschlossen. Personell ist das Kopfschmerzzentrum mit 3 Ärzten, 2 Psychologen, 3 Arzthelferinnen und 3 Sekretärinnen ausgestattet. Die Kopfschmerzambulanz betreut jährlich 4.500 neue Patienten. Zahlreiche Studien zur Untersuchung der Risikofaktoren und Prädiktoren der Schmerzchronifizierung bei verschiedenen Kopfschmerzformen durchgeführt.
Es besteht eine enge klinische und wissenschaftliche Zusammenarbeit der Kopf- und Schmerzambulanzen. Zu den interdisziplinären Aktivitäten gehören eine wöchentliches Schmerzkolloquium, eine monatliche zertifizierte interdisziplinäre Schmerzkonferenz sowie eine seit 2006 angebotene Ringvorlesung ‚Schmerztherapie'. Schwerpunkte der Ambulanz sind Diagnostik und Therapie Rückenschmerzen, Tumorschmerzen sowie chronischen neuropathischen Schmerzen.

Publikationen (Auszug)
Weiller C, May A, Limmroth V, Jüptner M, Kaube H, van Schayck R, Coenen HH, Diener HC (1995) Brain stem activation in spontaneous human migraine attacks. Nature Medicine 1:658-660 (Impact Factor 28.8; second most quoted reference in the headache literature)
Olesen J, Diener HC, Husstedt IW, Goadsby PJ, Hall D, Meier U, Pollentier S,Lesko LM; BIBN 4096 BS Clinical Proof of Concept Study Group. Calcitonin gene-related peptide receptor antagonist BIBN 4096 BS for the acute treatment of migraine. N Engl J Med. 2004;350:1104-10 (Impact Factor 51.3)
Kurth T, Gaziano JM, Cook NR, Logroscino G, Diener HC, Buring JE. Migraine and risk of cardiovascualr disease in women. JAMA 2006;296:283-291 (Impact Factor 24.8)
Diener HC, Kronfeld K, Boewing G, Lungenhausen M, Maier C, Molsberger A, Tegenthoff M, Trampisch HJ, Zenz M, Meinert R. Efficacy of acupuncture for the prophylaxis of migraine: a multicentre randomised controlled clinical trial. Lancet Neurol 2006;5(4):310-6. (Impact Factor 9.5)
Diener HC, Bussone G, Van Oene J, Lahaye M, Schwalen S, Goadsby P. Topiramate reduces headache days in chronic migraine: A randomized, double-blind, placebo-controlled study. Cephalalgia 2007;in press (Impact Factor 6.1)
Limmroth V, Katsarava Z, Fritsche G, Diener HC. Headache after frequent use of serotonin agonists zolmitriptan and naratriptan. Lancet 1999; 353: 378 (Impact Factor: 25.8)
Katsarava Z, Lehnerdt G, Duda B, Ellrich J, Diener HC, Kaube H. Sensitization of trigeminal nociception is specific for migraine but not for peripheral pain in acute sinusitis. Neurology 2002; 59: 1450-1453 (Impact Factor: 5.7)
Katsarava Z, Limmroth V, Finke M, Diener HC, Fritsche G. Rates and predictors for relapse in medication overuse headache: a 1-year prospective study. Neurology. 2003; 60:1682-1683 (Impact Factor: 5.7)
Katsarava Z, Schneeweiss S, Kurth T, Kroener U, Fritsche G, Eikermann A, Diener HC, Limmroth V. Incidence and predictors for chronicity of headache in patients with episodic migraine. Neurology 2004; 62:788-790 (Impact Factor: 5.7)
Obermann M, Yoon MS, Ese D, Maschke M, Diener HC, Kaube H, Katsarava Z. Impaired trigeminal nociceptive processing in patients with classical and chronic trigeminal neuralgia. Neurology 2007; 28: 835-841 (Impact Factor: 5.7)
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