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Projektbeschreibung

Langzeitprognose nach cerebrovaskulären Ereignissen unterschiedlicher Ätiologie

Zusammenfassung:

Für zahlreiche Ursachen von cerebralen Durchblutungsstörungen ist es bisher nicht möglich, randomisierte Therapiestudien durchzuführen, da der Spontanverlauf und die Rezidivquote bei den entsprechenden Patienten nicht bekannt sind.
Die seit 6 Jahren in Essen bestehende Deutsche Schlaganfall-Datenbank bietet daher eine ideale Infrastruktur, um Kohortenstudien für die langfristige Nachbeobachtung von Patienten mit gesicherter Schlaganfallätiologie zur repräsentativen Untersuchung der Schwere und Häufigkeit sowie Prädiktoren von Reinsulten und Mortalität über 5 Jahre zu untersuchen.

Bisher kooperierten im Rahmen der Deutschen Schlaganfall-Datenbank 23 neurologische Kliniken. Für die neuen Projekte haben bislang 45 Zentren mit Spezialisierung in der Schlaganfallbehandlung ihre Mitarbeit zugesagt. Sie sollen pro Jahr insgesamt 5000 konsekutive bzw. alternativ nach definierten Ätiologien selektierte Patienten während des Akutaufenthaltes standardisiert erfassen.
Nach zentraler Dateneingabe in Essen und Nachbefragung aller Patienten durch ein zentrales Nachbefragungscenter in Essen nach 3-6 Monaten erfolgt dann eine Auswahl von Patienten mit Einverständnis zur Studienteilnahme und Erfüllung der Einschlusskriterien für eine der folgenden Subgruppen:

    • intrakranielle Stenosen incl. Moyamoya-Syndrom
    • kardialer rechts-links Shunt / offenes foramen ovale
    • spontane Dissektion der hirnversorgenden Arterien
    • Basilarisverschluß
    • nicht-iatrogene Gerinnungsstörungen
    • TIA mit Symptomdauer <1h
    • primäre intracerebrale Blutung
    • Gefäßmalformation bei intracerebraler Blutung
    • isolierte oder systemische Vaskulitis
       

Diese Patienten werden anschließend halbjährlich von der Studienzentrale aus kontaktiert und nach Hinweisen für erneute cerebrovaskuläre Ereignisse befragt. Hierdurch sollen einheitliche Diagnosekriterien etabliert, die Kenntnis über die Prognose von seltenen Schlaganfallerkrankungen verbessert sowie eine Grundlage und Motivation zur Erprobung neuer spezifischer Therapieverfahren in randomisierten Studien geschaffen werden.
Der zeitliche Überblick über den Studienablauf ist in dem nachfolgenden Flußdiagramm dargestellt:

  Akutes cerebrovaskuläres Ereignis

Pfeil1 

  Aufnahme in beteiligtes Zentrum 

Pfeil1

nach Diagnosesicherung

  Zentrale Patientenanmeldung /
Aufnahme des Patienten in Datenbank 

Pfeil1

 Erhebung der Ein- und Ausschlußkriterien sowie Basisdokumentation zu Behandlungsdaten und Vorgeschichte  

Pfeil1 Nachbefragung nach 3-6 Monaten

 Erhebung des Barthel-Index sowie erneuter cerebrovaskulärer Ereignisse oder Dokumentation der Todesursache 

Pfeil1

Langzeitnachbefragung über 5 Jahre bei Erfüllung der Einschlußkriterien für eine Subgruppe
 

Erfassung erneuter cerebrovaskulärer Ereignisse oder Dokumentation der Todesursache

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 webmaster-neurologie@uni-due.de

Stand: 04.03.2007