|
II. DIE FAKULTÄT FÜR PHYSIK
Die Fakultät für Physik befindet sich - mit Ausnahme des Bereichs
"Didaktik der Physik" - am Campus Duisburg. Sie ist hervorgegangen aus
der Fusion des Instituts für Physik der Naturwissenschaftlichen
Fakultät der ehemaligen Universität Duisburg und des Fachbereichs
Physik der ehemaligen Universität Essen.
Struktur
Die Fakultät befindet sich zur Zeit noch in einer Umbruchphase, in der
Strukturen, die insbesondere mit der ursprünglichen Form der
Vorgängereinrichtungen als Gesamthochschulen zusammenhängen, abgebaut
werden. Nach derzeitiger Planung wird die Fakultät Anfang des neuen
Jahrzehnts ihre endgültige Struktur erreichen.
Mit 23 Professuren, ca. 50 Stellen für wissenschaftliche
Mitarbeiter/innen sowie ca. 48 Stellen für weitere Mitarbeiter/innen als
Zielgröße wird die Physik in Duisburg-Essen weiterhin zu den großen
Physikfachbereichen und -fakultäten in Deutschland gehören.
Für das Jahr 2011 wird folgende Gliederung/Ausstattung angestrebt:
·
Experimentalphysik: 12 Professuren (eine davon gemeinsam mit dem FZ Jülich)
·
Theoretische Physik: 9 Professuren
·
Didaktik der Physik: 3 Professuren
Forschung
Die Fakultät für Physik beteiligt sich an drei der insgesamt fünf Profilschwerpunkte der Universität Duisburg-Essen:
· Empirische Bildungsforschung
· Urbane Systeme, Logistik und Verkehr
· Nanowissenschaften
In der Didaktik der Physik liegt der Schwerpunkt in der Empirischen
Bildungsforschung (Forschergruppe "Naturwissenschaftlicher Unterricht"
und GK 902) sowie auf Lerninhaltsforschung. Die empirische
Bildungsforschung beteiligt sich an Projekten wie "Professionswissen in
den Naturwissenschaften (ProWiN)", "Quality of Instruction in Physics
Education (QuIP)" und "Entwicklung eines Physiktests". Die
Lerninhaltsforschung konzentriert sich auf die Elementarisierung
"klassischer" Physikbereiche, die Erschließung moderner Gebiete der
Physik für den Physikunterricht, auf phänomen- und kontextbezogene
Zugänge zu physikalischen Fragestellungen und mit offenen Formen des
Experimentierens.
Die international angesehene Forschung in der Theoretischen Physik
konzentriert sich auf unterschiedliche Gebiete der Statistischen
Physik im weiten Sinne. Dabei sind mathematisch-analytisches
und phänomenologisches Arbeiten sowie Computational Physics
gleichermaßen stark vertreten. Im Einzelnen sind die
Arbeitsgebiete: Theorie der kondensierten Materie (insbesondere
kritische Phänomene, weiche kondensierte Materie, Quantentransport
in Nanostrukturen, Spinelektronik), Molekulardynamiksimulationen
und Ab-initio Dichte-Funktional-Theorie (insbesondere granulare
Materie, Nanopartikel, Wachstumsprozesse, Nukleation, Phasenübergänge),
First-Principles Approaches (insbesondere zur Materialphysik),
Quantenchaos und komplexe Systeme (einschließlich Wirtschaftsphysik),
mathematische Physik, Feldtheorie, Quantendynamik, Quantenoptik und
Quanteninformationstheorie sowie die Physik von Transport und Verkehr.
Im Bereich der Experimentalphysik gibt es international
anerkannte Forschung auf den Gebieten der Ultrakurzzeitphysik, der
Oberflächenphysik, des Magnetismus, der Physik von Nanostrukturen und
der Physik der kondensierten Materie sowie der Astrophysik. Innerhalb
der Universität gibt es enge Kooperationen mit Arbeitsgruppen der
Chemie, des Maschinenbaus und der Elektrotechnik. Arbeitsgruppen der
Experimentalphysik sind Mitglied im Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CeNIDE) sowie im neu gegründeten NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ).
Drittmittel
Die Forschung der Fakultät wird besonders stark von der DFG
gefördert. Diese Förderung erfolgt im Rahmen von vier
Sonderforschungsbereichen
· SFB 445: Nanopartikel aus der Gasphase: Entstehung, Struktur, Eigenschaften
· SFB 491: Magnetische Heteroschichten: Spinstruktur und Spintransport
· SFB 616: Energiedissipation an Oberflächen
· SFB/TR12: Symmetries and Universality in Mesoscopic Systems
von zwei Graduiertenkollegs
· GK 1240: Nanotronics - Photovoltaik und Optoelektronik aus
Nanopartikeln
· GK 902: Naturwissenschaftlicher Unterricht
von
einer Forschergruppe, von Schwerpunktprogrammen und im Rahmen des
Normalverfahrens. Außerdem beteiligt sich die Fakultät an EU-Netzwerken
(teilweise federführend), an BMBF-Programmen u.a.m. Insgesamt sind in
den letzten Jahren ca. 5,6 Mio. € pro Jahr an Drittmitteln eingeworben
worden.
Lehre
Die Fakultät für Physik hat zum WS 2007/08 ihr Lehrangebot vom
Diplom auf Bachelor und Master umgestellt. Dazu werden
Physiklehrerinnen und -lehrer für alle in Nordrhein-Westfalen
vorhandenen Lehrämter (Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien und
Gesamtschulen sowie Berufskollegs) ausgebildet. Die Umstellung der
Lehramtsstudiengänge, die z. Zt. noch mit dem Staatsexamen abschließen,
auf Bachelor und Master ist für das Wintersemester 2011/12 geplant.
Außerdem bietet die Fakultät zusammen mit der Elektrotechnik
(federführend) und dem Maschinenbau das Bachelor/Master-Programm
"NanoEngineering" an sowie Service-Lehrveranstaltungen für Chemie,
Medizin, medizinische Biologie sowie mehrere ingenieurwissenschaftliche
Fächer.
Zur Zeit sind ca. 450 Studierende und ca. 70 Doktorand/inn/en in Physik eingeschrieben.
Außenwerbung
Die Fakultät für Physik unternimmt besondere Anstrengungen, um
junge Menschen für Physik zu begeistern und die Zahl der Studierenden
und insbesondere den Anteil der Studentinnen zu erhöhen. Zu den
"Highlights" gehören:
· das "Probestudium" (ab Klasse 12), jeden Samstag im Semester
· der jährliche Schülerwettbewerb "freestyle-physics" mit im Jahr 2010 ca. 2100(!)
Teilnehmer/inne/n
· das "Schülerlabor" zu Beginn des Jahres mit Vorträgen, Experimentiermöglichkeiten u.ä.
· das "Laboratorium für offenes Experimentieren" (LOFEX) für Lehrerinnen und
Lehrer
· die Beteiligung an der "Bundesweiten Sommeruniversität für Frauen in Naturwissenschaft und Technik" sowie
· am "Girls’ Day" jedes Jahr
|