Gewichtsverlauf, Essstörungssymptomatik und Lebensqualität bei ehemalig stationär behandelten Anorexie-Patientinnen
Dr. S. Tagay, Dipl. Psych. C. Zick, Dipl. Psych. S. Schlegl, Prof. W. Senf
Kooperation
Zusammenfassung
In dieser Studie wurde der Gewichtsverlauf, die Essstörungssymptomatik und die psychische Befindlichkeit von 134 ehemaligen Anorexia nervosa (AN) Patientinnen, die in der Zeit von 1993 bis 2006 stationär in der Psychosomatischen Klinik Essen behandelt wurden, nachuntersucht.
Neben einem strukturierten Interview kamen das Strukturierte Inventar für Anorektische und Bulimische Essstörungen (SIAB-S) und der Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-12) zum Einsatz.
In die Untersuchung gingen Daten von 74 Probandinnen ein (Alter zum Katamnesezeitpunkt: 25,8±7,5 Jahre, range 20-53). Zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme lag der BMI bei 14,9±1,4 kg/m²; der BMI erhöhte sich bei der Entlassung auf 17,4±1,6 kg/m² (p≤0,000). Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung war der BMI mit 18,1±2,6 kg/m² signifikant größer (p≤0,044).
Insgesamt war die Stichprobe gegenüber einer gesunden Kontrollgruppe weiterhin klinisch stark auffällig in den Bereichen der Essstörungssymptomatik, der Befindlichkeit und der Lebensqualität.
An dieser Katamnesestudie ist aktuell eine Doktorarbeit angeknüpft (Fr. Dipl. Psych. C. Zick).
Literatur
Tagay S, Senf W. Stationäre Gewichtseinbrüche als Indikatoren für einen Therapieabbruch bei Anorexia nervosa. Chiemsee, DGESS, 2007
Tagay S, Zick C, Mewes R, Senf W. Clinical course and outcome of anorexia nervosa – a follow-up study of twelve years. Tirol, Internationaler Essstörungskongress 2007.
Förderung
Eigenmittel
