Förderung:

DFG-geförderte Studie

Kooperationspartner:

PD Dr. med. S. Herpertz, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Prof. Dr. med. W. Senf); Abteilung für Endokrinologie der Universitätsklinik Essen (Prof. Dr. med. K. Mann); Dr. med. C. Albus, Institut und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität zu Köln (Prof. Dr. med. K. Köhle)

Zusammenfassung:

Die Annahme einer überzufälligen Koinzidenz von insulinpflichtigem Diabetes mellitus und klinischen (Anorexia nervosa, AN, Bulimia nervosa, BN) und subklinischen Eßstörungen (Nicht Näher Bezeichnete Eßstörungen, EDNOS, "Binge-Eating Störung", BED) entsprechend den Kriterien des amerikanischen Klassifikationsschemas, DSM IV wird in der Literatur kontrovers diskutiert, ebenso die Frage der schlechteren Stoffwechsellage und der frühzeitigen Entwicklung diabetischer Spätschäden. Ziel der multizentrischen Studie war die Erforschung der Komorbidität von Ess-Störungen sowohl bei primär insulinpflichtigen (Typ 1) wie auch nicht-insulinpflichtigen Diabetikern (Typ 2) unter folgenden Forschungsaspekten:

  1. Untersuchung der Prävalenz von Eßstörungen in einer großen Stichprobe von Patienten mit Typ-1 und Typ-2 Diabetes mellitus.
  2. Evaluation unterschiedlicher Altersstrukturen, Geschlechtsverteilungen und Ess-Störungsspektren in den beiden Subtypen des Diabetes mellitus.
  3. Untersuchung der zeitlichen Abfolge von Diabetes mellitus und Ess-Störungen in beiden Stichproben zwecks Klärung der Frage einer bahnenden Funktion des Diabetes mellitus für die Entwicklung einer Ess-Störung.
  4. Evaluation der psychosomatischen/psychiatrischen Komorbidität der Diabetiker im Allgemeinen und der essgestörten Diabetiker im Besonderen mittels psychometrischer Testverfahren.
  5. Gesonderte Untersuchung der Stichprobe der Typ-2 Diabetiker zwecks Erforschung der Zusammenhänge von Ess-Störungen und Übergewicht/Adipositas.
  6. Vergleichende Untersuchung der Stoffwechsellage essgestörter und nicht-essgestörter Diabetiker zwecks Einschätzung des spezifischen Risikos der Komorbidität von Diabetes mellitus und Ess-Störung für die Entwicklung von Spätschäden.
  7. Evaluation des Langzeitverlaufs (zweijährige Katamnese).

Die von der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik der Rheinischen Kliniken Essen und dem Institut und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität zu Köln gemeinsam durchgeführte Datenerhebung erfolgte in einem Zeitraum von einem Jahr an insgesamt 12 diabetologischen Zentren in Essen und Köln. Der methodische Ansatz zur Einschätzung der Prävalenz der Ess-Störungen bestand in einem "two stage design". Psychometrische Tests zur Abklärung der wichtigsten Kriterien einer Ess-Störung: Essverhalten, Gewicht, Selbstakzeptanz und Körperakzeptanz kamen als Screeninginstrumente zur Anwendung. Die Diagnose und diagnostische Zuordnung entsprechend der Kriterien des DSM-IV (APA 1994) erfolgte durch ein strukturiertes Interview. Neben der diagnostischen Zuordnung wurden verschiedene psychische Störungsmerkmale wie Körper- und Selbstakzeptanz, Depressivität und allgemeine psychische Belastung mittels psychometrischer Testverfahren untersucht.

Publikationen:

  • S Herpertz, C Albus, K Lichtblau, K Köhle, K Mann, W Senf (2000) The relationship of weight and eating disorders in type-2 diabetic patients - a multicenter study. International Journal of Eating Disorders 28, 68-77
  • S Herpertz, C Albus, S Lohff, K Michalski, M Masrour, K Lichtblau, K Köhle, K Mann, W Senf (2000) Komorbidität von Diabetes mellitus und Eßstörungen - ein Vergleich psychologischer Störungsmerkmale eßgestörter und nicht-eßgestörter Patienten mit Diabetes mellitus. Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie (PPmP) 50, 161-168
  • S Herpertz, C Albus, R Wagener, M Kocnar, R Wagner, A Henning, F Best, H Foerster, B Schulze Schleppinghoff, W Thomas, K Köhle, K Mann, W Senf (1998) Comorbidity of diabetes mellitus and eating disorders: Does diabetes control reflect disturbed eating behavior? Diabetes Care, 21: 1110-1116
  • S Herpertz, R Wagener, C Albus, M Kocnar, R Wagner, F Best, B Schulze Schleppinghoff, H-P Filz, H Förster, K Mann, K Köhle, W Senf (1998) Diabetes mellitus and eating disorders. A multicenter study on the comorbidity of the two diseases. Journal of Psychosomatic Research 44: 503-515
  • S Herpertz, B von Blume, W Senf (1995) Eßstörungen und Diabetes mellitus. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychoanalyse 4: 329-344
  • S Herpertz, C Albus, R Wagener, M Kocnar, A Henning, K Köhle, W Senf (1998) Diabetes mellitus und Eßstörungen - eine multizentrische Komorbiditätsstudie. In: W Gaebel, P Falkai (Hrsg.) Zwischen Spezialisierung und Integration. Perspektiven der Psychiatrie und Psychotherapie. Springer Wien, New York, S 210-216
  • S Herpertz, C Albus, R Wagener, M Kocnar (1997) Diabetes mellitus und Eßstörungen: Multizentrische Studie zur Erforschung der Komorbidität von Diabetes mellitus und Eßstörungen. In: H Willenberg, SO Hoffmann (Hrsg.) Handeln - Ausdrucksform psychosomatischer Krankheit und Faktor der Therapie. Verlag für akademische Schriften, Frankfurt/M. S 73-84
  • S Herpertz, R Paust (1999) Psychosoziale Aspekte in Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus. Pabst Science Publishers, Lengerich
  • S Herpertz, C Albus, K Köhle, W Senf (1998) Komorbidität von Diabetes mellitus und Eßstörungen - eine multizentrische Studie. 1998, Der Nervenarzt, 69, Supplement 1, P 264, S 76
  • S Herpertz, C Albus, R Wagner, A Henning, M Kocnar, W Senf (1997) Diabetes mellitus und Eßstörungen. Ergebnisse einer multizentrischen Studie. Verhaltenstherapie, 7, A11
  • S Herpertz, C Albus, M Kocnar, C Laug, R Wagner (1997) Komorbidität von Diabetes mellitus und Eßstörungen. Medizinische Klinik, P-150, S 121
  • S Herpertz, C Albus, M Kocnar, A Henning, R Wagner, W Senf (1997) Komorbidität von Diabetes mellitus und Eßstörungen. Diabetes und Stoffwechsel, Bd 6 (Supplement-Heft 1), S 145
  • S Herpertz, C Albus, R Wagner, M Kocnar, A Henning, W Senf (1997) Diabetes mellitus and Eating Disorders. DIABETES, S 266 A
  • S Herpertz (1996) Eßstörungen und Diabetes mellitus. Der Nervenarzt, Bd67, S 76