Traumatisches Erleben, Soziale Unterstützung, Lebensqualität und Sense of Coherence bei Dialyse-Patienten


Dr. Tagay, Prof. Dr. Kribben, A. Hohenstein, Prof. Dr. Senf

Kooperation

Prof. Dr. med. A. Kribben, Klinik für Nieren- & Hochdruckkrankheiten, Universität Duisburg-Essen

Zusammenfassung

Mehrere Studien liefern Belege darüber, dass Dialysepatienten signifikant mehr unter Depression und Angst leiden sowie eine reduzierte Lebensqualität aufweisen als in der Allgemeinbevölkerung. Es fehlen jedoch bislang Daten darüber, in wie weit die Dialyse eine psychische Traumatisierung darstellt und als Folge daraus sich eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) entwickelt.
179 Dialysepatienten (61.3+15.8 Jahre) und 139 gesunde Blutspender (37.3+12.7 Jahre) wurden untersucht. Ergebnisse: 81% der Dialysepatienten berichteten mindestens ein Trauma in ihrem bisherigen Leben erlebt zu haben; immerhin 61% erfüllten das Eingangstraumakriterium nach DSM-IV und 7.2% der Patienten, die die Dialyse als schlimmstes Ereignis angaben, waren nach unseren Studienkriterien PTSD positiv. Dialysepatienten hatten gegenüber Blutspendern hochsignifikant mehr Depression (p<.000), mehr Angst (p<.001), eine reduzierte körperliche und psychische Lebensqualität (beide p<.000) und eine geringere allgemeine Lebenszufriedenheit (p<.000) sowie eine höhere PTSD-Prävalenz (p<.017).
Die allgemeine Prävalenz des Eingangstraumakriteriums nach DSM-IV fällt mit 61% ausgesprochen hoch aus. Eine nicht zu unterschätzende Zahl der Dialysepatienten erlebt die Dialyse als eine starke unkontrollierbare Stressbelastung und entwickelt daraus die typischen Symptome einer PTSD. Bei gut 7% der Patienten wurde testpsychometrisch eine PTSD festgestellt.

An diesem Projekt  ist aktuell eine Doktorarbeit angeknüpft (Herr A. Hohenstein, Arzt).

Literatur

  • Tagay S, Kribben A, Hohenstein A, Mewes R, Senf W. Posttraumatic stress disorder in hemodialysis patients. American Journal of Kidney Diseases, Oct;50(4):594-601.

Förderung

Eigenmittel