Kooperationspartner:

PD Dr. med. S. Herpertz, Dr. med. C. Ritter, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Prof. Dr. med. W. Senf); PD Dr. med. R. Wagner, Abteilung für Endokrinologie am Universitätsklinikum Essen (Prof. Dr. med. K. Mann); P. Englaro, Universitätskinderklinik Giessen (Prof. Dr. med. W. F. Blum); Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Marburg (Prof. Dr. med. J. Hebebrand)

Zusammenfassung:

In einem naturalistischen Design untersuchten wir die Plasmaleptinkonzentrationen einer 39-jährigen Patientin mit Bulimia nervosa, die an einer 30 Wochen umfassenden ambulanten symptomorientierten Gruppentherapie teilnahm. In Zeitintervallen von 2 bis 7 Stunden wurden bei der Patientin in ihrer häuslichen Umgebung und an einem Wochenende insgesamt 10 Blutentnahmen vorgenommen. Angeglichen an BMI und Alter lagen die Plasmaleptinkonzentrationen der Patientin im Normbereich. Trotz zahlreicher bulimischer Episoden wiesen die Plasmaleptinkonzentrationen keinerlei größere Schwankungen auf, was gegen eine direkte Abhängigkeit der Leptinsynthese von der Nahrungsaufnahme sprach. Auch ein Zusammenhang zwischen niedrigen Plasmaleptinkonzentrationen und Essanfällen konnte nicht nachgewiesen werden, was die Induktion von Essanfällen durch niedrige Leptinkonzentrationen unwahrscheinlich macht.

Publikationen:

  • S Herpertz, WF Blum, R Wagner, C Ritter, P Englaro, W Senf, J Hebebrand (1998) Plasma concentrations of leptin in a bulimic patient. International Journal of Eating Disorders 23: 459-463