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Haptische AnmutungsleistungenKarola Baumann u. a. formulieren: “Wahrnehmung als sinnliche Erkenntnis findet nicht nur optisch, sondern simultan, mit allen Sinnesorganen statt, von denen der haptische den unmittelbaren Zugang zur Realität bietet....Gewöhnlich ist der Empfindungscharakter des Wahrgenommenen nicht von den Informationen über seine Gegenstandsbedeutung zu trennen. ...Wir treffen immer bereits eine Auswahl unter dem potentiellen Reizangebot, z.B. durch Orientierungsbewegungen und Einstellen der Sinnesorgane...So ist eine Sinneswahrnehmung, auch eine haptische, nicht total, sondern reduziert, nicht neutral, sondern parteiisch und von Vorurteilen bestimmt, nicht wertfrei, sondern mit moralischen Bedeutungen behaftet...Die haptischen Eigenschaften eines Objektes werden nicht “an sich” wahrgenommen, sondern immer in Verbindung mit allen seinen anderen sinnlichen Qualitäten und seiner Form. Das Ding besteht auch nicht isoliert, sondern befindet sich an einem bestimmten Ort, in einem bestimmten Zusammenhang mit seiner Umwelt, es hat eine allgemeine Bedeutung und eine ganz spezifische für den jeweils Wahrnehmenden. Zum sehr interessanten Thema der taktilen Wahrnehmung physiognomischer Merkmale konnte nur eine Literaturquelle ausfindig gemacht werden: In ihrer Dissertation von 1973 untersucht Netta Kohn Dershowitz an blinden und schwersehgeschädigten Kindern einer New Yorker Blindenschule die Vermittlung physiologischer Merkmale mit flachen und räumlichen Figuren. Zunächst hat sie mit Kunststudenten Formen entwickelt und ausgewählt, die Korrelationen zu Eigenschaften, wie Stolz, Furcht, Traurigkeit, Angst, Friede, Hoffnung haben. Dann hat sie mit blinden, sehenden und sehenden Kindern mit verbundenen Augen untersucht, ob die haptische Wahrnehmung zu den gleichen Ergebnissen kommt wie die optische Wahrnehmung von anmutungshaft dargebotenen Eigenschaftskorrelationen. Sie kommt zu dem Ergebnis, daß ein taktiles Erkennen überhaupt stattfindet und daß blinde Kinder diese Eigenschaften wahrnehmen trotz ihres Mangels an visuellen Erfahrungen. Die Tatsache, daß Blinde Ausdruckseigenschaften (Physiognomic Properties) von Körpern (Forms) wahrnehmen können, stellt Révészs Beweisführung |
in Frage, wenn er behauptet, daß die haptische Wahrnehmung für das ästhetische Erkennen ungeeignet sei (siehe auch Arne Harder). Dershowitz erinnert an Ziehen, der 1913 demonstriert hat, daß Blinde ästhetische Präferenzen für einfache Formen und Proportionen ähnlich wie Sehende bekunden. Und sie zitiert Helen Keller (1938): “Every subjekt is associated in my mind with the tactual qualities which, combined in countless ways, give me a sense of power, of beauty, or of incongruity: for with my hands I can feel the comic as well as the beautiful in the outward appearance of things” Es ist ihre Hypothese, daß Blinde expressive Qualitäten (Anmutungsqualitäten) aufnehmen und fähig sind, physiognomische Eigenschaften taktil zu erkennen und damit demonstrieren, daß für die anmutungshafte Wahrnehmung der Tastsinn unabhängig ist von der visuellen Erfahrung. Blinde sind in der Lage, Formen ästhetisch zu würdigen. “ ...wenn ein Verwender seine Sinne nutzt, um sich in der Umwelt zurechtzufinden, so muß die Produktgestaltung dieser Gelegenheit Rechnung tragen und entsprechende Sinnesreize in der Objektwelt anbieten” (H.H.Schmitz-Maibauer) Ergonomie, Industrial Design, NormenFür die ergonomischen Problemstellungen bezüglich der Mensch-Maschine-Umwelt-Systeme waren für uns die Ausführungen von Professor Ulrich Burandt maßgebend. Für den gestalterisch-methodischen Industrial Design-Prozess war die eigene Fachkompetenz maßgebend. Innerhalb dieses langdauernden Projektes mußten die zeitlichen, personalen und finanziellen Veränderungen flexibel den Projektanforderungen angepaßt werden. Grundsatzerkenntnisse über Methoden und Prozessabläufe im Industrial Design, sowie über das Berufsbild des Industrial Designer vermitteln zusätzlich die aufgeführten Literaturhinweise. Die einschlägigen Normen waren bei der Entwicklung von Geräten und Maschinen zu beachten. Für den Designer sind sie zugleich Einschränkung und Anregung seiner gestalterischen Arbeit. Das Literaturverzeichnis weist deshalb nur auf die grundlegenden hin. |
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