| start | forschung | projekte | spielwiese | kontakt | suche | goto Uni Essen
projekte: modulares system:
design    

Die Gestaltung des modularen Blindengerätesystems

Die Gestaltstruktur ist gekennzeichnet durch einen zweischaligen Aufbau mit dachförmigen Oberschalen, die eine große gespannte Vorder- und eine kleine gerade Hinterfläche haben. Die Oberschalen sind aus Kunststoff. Die Unterschalen springen wie ein Sockel umlaufend zurück. Sie sind aus Metall. Die Tastenanordnung auf den Brailleeingabegeräten entspricht der unterschiedlichen Länge der Finger und der Schrägstellung der beiden Hände zueinander. Die Tastengrösse ist für kurze und lange Finger geeignet. Die dachförmige Anmutung der Geräte, die formschlüssige Verbindung der einzelnen Komponenten in Höhe und Breite und die handhöfliche Anordnung der Brailletastatur, sowie der Braillelesezeilen sind die unverwechselbaren Gestaltmerkmale des modularen Blindengerätesystems.

Beurteilung durch Blinde

In unseren Versuchen mit Blinden fanden wir heraus, dass die formale Ordnung als wesenhaftes Gestaltmerkmal an die erste Stelle gesetzt wurde. Formen, Gestaltelementen und Texturen werden taktil auch an unterschiedlich großen und unterschiedlich komplexen Vergleichsobjekten wahrgenommen. Bei der subjektiven
 

Bewertung der ästhetischen Anmutung des Gerätesystems formulierten die Versuchsteilnehmer: “klar definiert, Form drückt professionelle Intelligenz aus, paßt zu einem sauberen Büro, konsequent durchgestaltet und damit fast schon langweilig”.

Das Design Zentrum Nordrhein-Westfalen zeichnete das modulare Blindengerätesystem 1992 mit dem roten Punkt für höchste Designqualität aus.

| abbildung |

Designstudien

Designstudien des Studenten Jörg Ibach aus dem Jahr 1992 zeigen elektronische Blindenschrift-Notizgeräte, die das modulare Blindengerätesystem mit einem emotionalen Aspekt ergänzt hätten. Sie sind so gestaltet, dass sie zusammen geklappt in die Jackentasche passen würden und auseinander geklappt auf dem Tisch oder sogar auf dem Schoss benutzt werden könnten. Wegen ihres Erscheinungsbildes und ihrer handfreundlichen Form bekamen sie den Spitznamen "Tatzen". Das kleinste der abgebildeten Modelle war damals eher eine Zukunftsstudie, während die anderen drei Modelle technisch realisierbar gewesen wären.

| abbildung |

  | einleitung | komponenten | design |