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"un-sichtbar" | |||
Internet und Blindsein sind keine unüberwindbaren Gegensätze!Das Internet bietet behinderten Menschen die Möglichkeit, verstärkt am sozialen Leben teilzuhaben. Die zur Verfügung stehende Informationen und die einfache Zugänglichkeit sind gerade für behinderte Menschen eine Plattform, sich beruflich oder privat zu informieren und zu kommunizieren. Leider stehen viele Internetinhalte den Blinden nicht zur Verfügung, weil bei der Programmierung der Seiten Elemente verwendet werden, die von ihren benötigten Hilfsgeräten und -programmen nicht verarbeitet werden können. Auch nimmt der Einsatz von graphischen Oberflächen zu und die bisher genutzten Hilfen werden immer unbrauchbarer. Diese zunehmende Ausgrenzung muss nicht sein, denn Internet und Blindsein sind keine unüberwindbaren Gegensätze! Ein "barrierefreies" Internet, bei dem der uneingeschränkte Zugang für alle möglich ist, scheint aus heutiger Sicht nicht realistisch, weil die technische Entwicklung (grafische Oberflächen, bewegte Bilder, schnellere Computer, neue Browser, Plug-Ins) zu schnell vorangeht. Wenn man aber verfügbare Gestaltungparameter bei Internetseiten anwendet, werden keine Nutzer mehr ausgeschlossen. Forschung und Design für Blinde - barrierefrei dargestelltDie Aufgabe war, Internetseiten zu gestalten, auf denen Forschungs- und Designprojekte der Universität Essen, Studiengang Industrial Design aus dem Bereich "Blindenspezifische Produktgestaltung" präsentiert werden. Sie sollte für Sehende und Blinde gleichermaßen informativ und interessant sein und mit experimentellen Ansätzen eine erweiterte Wahrnehmung von Internetinhalten diskutieren. Das Ergebnis sind die vorliegenden Internetseiten. |
Grundsätzlich gelten für die Gestaltung von Websites für Blinde ähnliche Regeln wie für die hier dokumentierte blindenspezifische Gestaltung von Produkten. Ebenso wie Blinde dreidimensionale Formen nach und nach ertasten, erschließt sich ihnen das Layout und der Inhalt einer Internetseite nur zeilenweise. So ist das wichtigste Kriterium eine formale Ordnung: die Informationen auf das Wesentliche reduzieren, klar und eindeutig strukturieren und benennen, auf unnötige dekorative Elemente ohne Funktion verzichten. Damit sich der Benutzer nur einmal auf eine neue Gestaltung einstellen muss, ist ein einheitliches, klar gegliedertes Layout der Seiten hilfreich, d.h. wiederkehrende Elemente (z.B. die Navigation) befinden sich auf jeder Seite an der gleichen Position. "Barrierefreies Internet" - eine Ergonomiestudie der Universität EssenDie Ergonomiestudie der Designstudenten Mark Ruta und Kai Uetrecht bei Prof. Dr. Bruder (www.uni-essen.de/ergonomie) dokumentiert die barrierefreie Gestaltung einer Internetseite für blinde und stark sehgeschädigte Menschen. Die Reaktionen von sehenden und sehbehinderten Benutzer der Internetseiten "un-sichtbar" zeigt, daß sich gestalterische Attraktivität und barrierefreier Zugang nicht ausschließen. Wie bei der Produktgestaltung gilt für Blinde "Weniger ist Mehr". Auch für die Internetseiten erhöht die hohe formale Ordnung und der Verzicht auf dekorative Elemente die Benutzbarkeit , ohne auf eine moderne Formensprache verzichten zu müssen. Auch den Sehende nützt eine klare, reduzierte Gestaltung bei der Vermittlung großer Informationsmengen. Der Verzicht auf vordergründige Effekte wirkt beruhigend im gestalterischen Chaos des Internet. |
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