Die Arbeitsgebiete des DST umfassen zwei Schwerpunkte. Der erste schiffstechnische
Schwerpunkt betrifft die Entwicklung und Untersuchung von Binnen- und Küstenschiffen.
Das DST hat sich von Beginn an auf Fragen der Flachwasser-Hydrodynamik konzentriert,
also auf Fragen der Umströmung von Schiffen, die in seitlich und tiefenmäßig
begrenztem Fahrwasser verkehren. Hier verfügt das DST über jahrzehntelange
Erfahrungen und umfangreiche Datenbestände, auch sind die Versuchsanlagen
entsprechend ausgelegt. Zur Bewältigung der Aufgaben stehen heute zwei Methoden
zur Verfügung, nämlich einmal das Experiment (EFD) und zum anderen die
numerische Berechnung (CFD). Die Ergebnisse unserer Forschungsarbeiten sind sowohl
für den Bau von Schiffen als auch - vor allem in Zeiten begrenzter Mittel
für Verkehrsinfrastrukturinvestitionen - für den Ausbau der Wasserstraßen
von grundlegender Bedeutung.
Der zweite Schwerpunkt, der seit 1992 hinzugekommen ist und zunehmend an Bedeutung
gewinnt, beinhaltet technische und wirtschaftliche Fragen der verkehrlichen
Einbindung von Binnen- und Küstenschifffahrt in Transportsysteme. Im Vordergrund
steht hier vor allem die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrssystems
Binnenschifffahrt gesteigert werden kann. Für derartige Fragestellungen
ist in der Regel eine Beschränkung auf die Fahrzeuge nicht ausreichend,
sondern dies erfordert eine Betrachtung des Gesamtsystems einschließlich
Häfen und Wasserstraßen wie auch der gesamten Transportkette zwischen
dem Versender und dem Empfänger der Waren. Dadurch können umfassendere
Problemlösungen erarbeitet werden, die über die technischen Aspekte
des Schiffbaus hinausgehen - und dies häufig auf der Grundlage einer interdisziplinären
Zusammenarbeit von Ingenieuren und Ökonomen.