Stand der Disskussion um Corporate Citizenship
Der weitreichende Themenkomplex des bürgerschaftlichen Engagements von Unternehmen („Corporate Citizenship“) ist unübersichtlich und Begriff selbst außerordentlich unpräzise. Grundsätzlich charakterisiert Corporate Citizenship das gesellschaftsorientierte Engagement von Unternehmen. Wenngleich es unmöglich ist, alle Explikationsversuche über Corporate Citizenship zu sammeln, lassen sich drei Möglichkeiten, Ansätze des Corporate-Citizenship-Managements zu systematisieren(*1):
  1. Corporate Citizenship als Kooperation von Akteuren in der Zivilgesellschaft (Drei-Sektoren-Partnerschaft, Stakeholder-Ansatz)
  2. Corporate Citizenship als mögliche Antwort auf die Frage, unter welchen institutionellen Rahmenbedingungen Sozialkapital künstlich produziert werden kann.
  3. Corporate Citizenship als Konzept zur sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility).

Der Bürgerbegriff ist in der politikwissenschaftlichen Diskussion eng mit der Entwicklung von bürgerschaftlichen Rechten und Pflichten verbunden. Diese garantieren in der Idealvorstellung eine uneingeschränkte Teilnahme (Partizipation) am gesellschaftlichen Leben und lassen sich analytisch in zivile, politische und soziale Aspekte unterscheiden, die sich den drei Sektoren zuordnen lassen: Business, Government, Community
( Abb. 1- 1).

 

Abb 1-1: Sektoren-Dreieck, Sektorenmodell


Mit diesem Konzept ist dann eine Alternative im Verständnis von Corporate Citizenship entwickelt, die der funktionalen Differenzierung insofern widerspricht, als dass die Rolle von Organisationen nicht primär an der Zugehörigkeit zu den einzelnen Sektoren und Lenkungssystemen hängt, sondern an konkreten, jeweils auszuhandelnden Faktoren innerhalb eines Gemeinwesens.

Anmerkungen: vgl. Wieland, J. (2003): Corporate Citizenship, in: Behrent, Michael / Wieland, Josef (Hrsg.): Corporate Citizenship und strategische Unternehmenskommunikation in der Praxis, Mering: Rainer Hampp,
S. 15 f.



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