Gasometer
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Die Geschichte"Gasometer",
das ist eigentlich eine nicht korrekte Bezeichnung für ein Gebäude,
welches zur Speicherung von Gasen dienen soll. Korrekt müßte
es Hochofengas-Behälter heißen, welches ein wenig auf die Nutzung
schließen läßt. In der Stadt Oberhausen fiel während der Zeit der Montanindustrie relativ viel Gas an. Bei der Koksherstellung in der Kokerei Osterfeld war das Koksgas ein Abfallprodukt. In den Hochöfen der Eisenhütte I und II war es das Gichtgas. Zwar wurden die Gase, wenn möglich, zur Feuerung des Walzwerkes genutzt. Allerdings konnten die Gase nur dann zur Feuerung genutzt werden, wenn sie auch grade anfielen. Zu Zeiten in denen weniger Gas als notwendig anfiel, mußte Öl zugekauft werden; fiel mehr Gas als notwendig an, wurde es abgefackelt. Ein Speichergebäude in Form eines Gasometers sollte dem Abhilfe schaffen. Der Gasbedarf konnte dann so reguliert werden, daß bei Überschuß das Gas zwischengespeichert wurde, welches bei Mangel verbraucht werden konnte. Die Gutehoffnungshütte
(GHH) beschloß schließlich einen solchen Gasometer-Bau in
Oberhausen. Am 27. Februar 1927 war Baubeginn direkt am Rhein-Herne-Kanal
auf dem Gelände der Gutehoffnungshütte. Zunächst wurden
auf einer Betonplatte 24 Doppelstahlträger errichtet, an diesen Blechbahnen
von 8,80 Meter Länge, 0,81 Meter Breite und 5 mm Dicke kalt vernietet
wurden. Allerdings wurde nicht wie beim klassischen Häuserbau unten
angefangen und weiter nach oben gebaut. Beim Gasometer wurde zuerst die
Am 15. Mai 1929 war der Gasometer Oberhausen fertig gestellt und wurde in Betrieb genommen. Mit 347.000m3 Nutzvolumen war (und ist) er der größte Gasometer in Europa. Aber auch die anderen technischen Daten sind in Europa unübertroffen: Seine Höhe von 117,5 m, sein Durchmesser von 67,6 m und sein Umfang von 210 m. Die Investitionskosten
betrugen Auch während des 2. Weltkrieges war der Gasometer in Betrieb. Erst die Granateinschüsse der alliierten Streitkräfte brachten ihn zum Erliegen. Allerdings kam es dabei zu keiner Explosion. Das Gas fackelte ab und die Scheibe sauste unbeschädigt nach unten. Am 31. Dezember 1944 wurde der Gasometer offiziell stillgelegt. Nach dem
Krieg versuchte man die Schäden zu beheben, wobei der Gasometer am
10. Juni 1946, aus bis heute nicht nachvollziehbarem Grund, in Brand geriet.
Der gesamte Gasometer mußte demontiert werden. Ein Abriß war
aufgrund der Vernietung der Bleche nicht möglich, so daß die
Demontage 18 Monate dauerte. Im Jahr 1988 beschloß der letzte Besitzer des Gasometers Oberhausen, die Ruhrkohle AG, die Stillegung. |
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Der WandelNach der
Stillegung des Gasometers im Jahre 1988 stand der Betreiber, die Ruhrkohle
AG (RAG), vor einer schwerwiegenden Entscheidung: soll sie den Gasometer
abreißen oder nicht? Eine unabhängige Untersuchung ergab, daß
mit einem Abriß Kosten in Höhe von etwa 1,5 Millionen DM verbunden
gewesen wären, weil bei einer sicheren Abtragung des Bauwerks jede
Niete einzeln hätte herausgeschweißt werden müssen. Es
entstand die Frage, ob man den Gasometer abreißen oder erhalten
sollte. Dazu hatte sich auch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe
zusammengefunden. Diese setzte sich zusammen aus Vertretern des Ruhrlandmuseums
und verschiedenen Theatergesellschaften des Ruhrgebiets. Verschiedene
Vorschläge zu einer Umnutzung des Gasometers wurden auch von einigen
im Ruhrgebiet ansässigen Firmen gemacht. So plante das in Essen beheimatete
Unternehmen Coca-Cola aus dem nun stillgelegten Gasbehälter für
Werbezwecke eine überdimensional große "Cola-Dose"
in den Farben Rot und Weiß zu gestalten. Von der Bevölkerung
gab es für diesen Vorschlag auch erheblichen Zuspruch. Außerdem
reichte die Firma "Klepper Regale" den Vorschlag ein, den Gasometer
als Regal-Lager zu nutzen. Ebenfalls hatte sich eine Bürgerbewegung gebildet. Diese Bewegung (pro Erhaltung) war zwar klein, hatte aber das Thema "Gasometer" bei den Bürgern ins Bewußtsein gebracht. Gegenbewegungen entstanden, aus den verschiedensten Milieus kamen die Bürger zusammen, um über eine weitere Nutzung des Gasometers nachzudenken. Letztendlich konnte eine Entscheidung aber nur durch die Politik gefällt werden. Nach vier Jahren der Diskussionen und Ideensammlungen, war schließlich im Jahre 1992 die Zeit der Abstimmung über die Zukunft des Gasometers durch den Rat der Stadt Oberhausen gekommen. Die damaligen Mitglieder des Rates, vertreten durch die Parteien SPD, CDU und FDP, waren zu diesem Zeitpunkt konträrer Meinung hinsichtlich einer Erhaltung des ehemaligen Gasspeicherbehälters, so daß ungefähr eine Hälfte der verschiedenen Fraktionen für und die andere Hälfte gegen einen Abriß waren. Letzten Endes stimmten die Abgeordneten des Stadtrats mit nur einer Stimme Mehrheit zugunsten einer Erhaltung des Gasometers. Ein weiterer Impuls, der zu dieser Entscheidung geführt hat, kam von Karl Ganser, dem Initiator der IBA Emscherpark. Er hatte die Idee einer Ausstellung, welche die Geschichte des Ruhrgebiets erzählen und im Gasometer stattfinden sollte. Somit war eine im ersten Moment ungewöhnliche, aber dennoch sinnvolle neue Art der Nutzung gefunden. "Feuer und Flamme", so der Titel der später sehr erfolgreichen Ausstellung, war also der Leitfaden für die Nutzung des Gasometer als Museum.
Die Internationale Bauausstellung Emscher Park und die Stadt Oberhausen haben sich also auf eine kulturelle Nutzung des ehemaligen Hochofen-Gasbehälters geeinigt. Nicht zuletzt aufgrund der Initiative Karl Gansers, der ein solides finanzielles Konzept zum Umbau vorgelegt hatte, konnte der Gasometer in Zukunft also "ein noch nicht bekanntes Raumerlebnis für verschiedenartige Veranstaltungen bieten". Der Weg für die neue Nutzung des Gasometers war durch die Politik geebnet. Jetzt galt es, die Pläne zu realisieren. Als erste Handlung wurde der "Riese am Kanal" in den Besitz der Stadt Oberhausen gebracht. Ganser veranlaßte den rechtmäßigen Besitzer RAG, den Gasometer an die Stadt entgegen herkömmlicher Verkaufshandlungen abzugeben. Das bedeutet, daß die RAG nicht nur den Gasometer der Stadt überließ, sondern auch insgesamt 1,8 Mio. DM, die für einen Abriß fällig geworden wären, an die Stadt Oberhausen zahlte. Die Firma Babcock wurde für den Umbau engagiert und mit einem sogenannten "Globalvertrag" ausgestattet, d.h. sie hatte sich um alle Belange des Umbaus zu kümmern. Im Herbst 1992 war die Finanzierung der Ausstellung gesichert. Insgesamt 15,9 Millionen DM wurden dafür bereitgestellt. Im Juli 1994 sollte die erste Ausstellung "Feuer und Flamme" starten, das bedeutete für alle Beteiligten eine effektive Arbeitszeit von etwas mehr als 18 Monaten, um den Gasometer in eine Ausstellungsfläche zu verwandeln. |
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Die
Nutzung heute
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