Ein Konzept wird entwickelt...
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Nach
der letzten Schicht am 4. April 1985 wurde alles stehen und liegen
gelassen: Werkzeuge, Material, Maschinen, noch brauchbare und
auch teils wertvolle Dinge. Es wurde geplündert und man hatte
Mühe, dies zu verhindern.
Die Frage danach, was mit einer solchen Fläche geschehen
soll, wurde konkret gestellt, als im April 1989 der "Landschaftspark
Duisburg-Nord" als IBA-Projekt angemeldet wurde und sich
qualifizierte mit dem Ziel, den Duisburger Norden aufzuwerten,
indem
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die
Wohn- und Lebensverhältnisse verbessert,
die kulturelle Entwicklung gefördert und
die Identitätsbindung am Ort und in der Region gestärkt
wird.
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Die
Stadt Duisburg beauftragte die Landesentwicklungsgesellschaft
(LEG) Nordrhein-Westfalen mit der Entwicklung der Flächen.
Diese unterteilte den Landschaftspark in folgende Entwicklungsbereiche:
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1. Ingenhammshof
2. Manganeisenlagerplatz
3. Hüttenwerk
4. Industriebrache im Süden
5. Areal "Am Emstermannshof'
6. Kokereigelände / Schachtanlage
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In einem internationalen und interdisziplinären Ideen-wettbewerb
qualifizierten sich in einer Vorentscheidung fünf Teams,
die sechs Monate Zeit hatten, vor Ort zu arbeiten und im Anschluss
ihre Vorschläge vorzulegen mit der Verpflichtung, mit den
umliegenden Bewohnern in Kontakt zu treten und sie an der Planung
zu beteiligen. Zu gleicher Zeit hatten sich Bürger zu einer
Interessen-gemeinschaft, der IG-Nordpark (1989) zusammen-geschlossen
und bereits eigene Planungsvorschläge entwickelt. So schlugen
sie vor, dass Räume und Bauten des Hüttenwerkes für
kulturelle und soziale Zwecke genutzt werden könnten. Wichtig
war ihnen auch der Erhalt der Industrieanlagen, soweit möglich.
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Die
Bürger sollten nicht nur an der Planung beteiligt gewesen
sein, sondern auch an der Realisierung und Nutzung. Doch wie konnten
diese Menschen erreicht werden; wie sollte man sie mit einbeziehen?
Ein wichtiger Punkt dabei war die Tatsache, dass die stadtteilbezogenen
Sozialarbeiter schon engen Kontakt zu den ehemaligen Hüttenarbeitern
und ihren Familien hatten, und hier hat sich insbesondere auch
ein Sozialarbeiter eingesetzt: Herr Forchmann, den wir persönlich
kennen lernten und der folgendes berichtete: Sie erreichten die
Bürger räumlich in Kneipen, Vereinsräumen und Kirchengemeinden.
Gefühlsmäßig erreichten sie die Menschen, indem
sie sie sozusagen als die Geschichtsträger aufforderten,
von ihrer früheren Arbeit zu erzählen. Dies taten sie
meist bereitwillig und erfuhren dabei eine Aufwertung ihrer Person.
Ihre Arbeit war auf einmal zu einem auch für andere wichtigen
Punkt geworden. Gleichzeitig wurden sie durch die IG-Nordpark-Mitglieder
sowie durch die Planungsteams über das IBA-Projekt informiert.
In diesem Zusammenhang gab es zunächst viele Stimmen, die
für den Abriss des "alten Schrotthaufens" plädierten.
Sie hätten das rostige Ding am liebsten weg, und ihre Arbeit
dort hätten sie sowieso gehasst.
In prozesshafter Weise entwickelte sich mit der Zeit jedoch eine
Aufbruchstimmung mit der Vorstellung, dass in greifbarer Nähe
aus der ehemals verbotenen Stadt ein für alle zugängliches
Gelände, endlich auch zugänglich für ihre Familien,
entstehen sollte.
Seit Mai 1990 werden industriegeschichtliche und naturkundliche
Führungen durch die IG-Nordpark organisiert. Hier sind auch
ehemalige Hüttenarbeiter beteiligt, die bei den Führungen
jede Frage beantworten können. Im Frühjahr 1992 wurde
der altlastenfreie Teilbereich auf dem nördlichen Gelände
des Hüttenwerks der Allgemeinheit geöffnet und erste
Wegeverbindungen hergestellt.
Die ersten Schritte zur "Rückgewinnung" des Parks
wurden vollzogen: Die ehemaligen Hüttenarbeiter konnten erstmals
ihren Familien ihre ehemaligen Arbeitsstätten zeigen. Das
Schlüsselerlebnis, dass der Park angenommen worden ist, war,
als dort ehemalige Hüttenarbeiter vor dem Hochofen gemeinsam
gegrillt haben.
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