![]() |
|
||||||||||||||||||
| |
|
|
|||||||||||||||||
|
BüRGER- |
Prosper III
Darstellung des BürgerbeteiligungsverfahrensDa sowohl die Grundkonzeption der Verfahren, die Projektabläufe, die planerischen Voraussetzungen sowie die Sozialstrukturen und Anforderungen der betroffenen Bürger sehr unterschiedlich waren, wird im folgenden zwischen dem Wohnungsbauprojekt und der Reihenhaussiedlung unterschieden. Bei der Planung der Gartensiedlung Beckheide wurde besonderer Wert auf flexible Gestaltung der Wohntypen und Wohnformen gelegt. So war sowohl die klassische Nutzung als Reihenhaus, das Familienhaus mit weniger Flächenbedarf und der Integration einer Einliegerwohnung, als auch die Großwohnung für kinderreiche Familien innerhalb des Konzeptes angelegt.
Für die Mietwohnungen an der Rheintalstraße war ursprünglich die Belegung durch Bergleute aus der Region Aachen vorgesehen, die im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen der Ruhrkohle AG im Ruhrgebiet einen neuen Arbeitsplatz und Wohnort finden sollten. Zu Beginn der Planung war deshalb bereits in Kooperation von Ruhrkohle AG und der VEBA Wohnstätten AG eine Bedarfsermittlung der Wohnungsgrößen mit den Bergleuten organisiert worden. Zudem wurden eine Reihe von Gemeinschaftswohnungen und Gästewohnungen geplant, vorgesehen für Freunde und Verwandte der Mieter, sowie eine Reihe von Gemeinschaftseinrichtungen wie Spielwohnungen, Hobbywerkstätten, Bewohnertreff. Diese sollten nach dem Einzug unter intensiver Nutzerbeteiligung betrieben werden.
Besondere Schwierigkeiten dieses ProjektesSpeziell das Wohnprojekt an der Rheintalstraße hat in der öffentlichen Diskussion in Bottrop ein sehr schlechtes Image. In der zunächst sehr positiven Medien-Berichterstattung gab es nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts einen gravierenden Umschwung. Die blockförmige Architektur der Siedlung wurde sehr kritisch bewertet. Im Zusammenhang mit der veränderten Sozialstruktur der Mieter (Aussiedler- statt Bergarbeiterfamilien) gab es auch in der direkten Nachbarschaft, einer alten Zechensiedlung, Irritationen. Pensionierte Bergarbeiter oder ihre Kinder, die die ursprünglichen Mietwohnungen gekauft und renoviert hatten, befürchteten einen Wertverlust Ihrer Häuser. Es gab zudem unterschwellig starke Vorurteile gegenüber den neuen Nachbarn. Bei der Bewertung des Verfahrens muss kritisiert werden, dass es zwar für die Mieter der Wohnungen zahlreiche Maßnahmen zur Beteiligung gab, die direkte Nachbarschaft aber lediglich über die Medien (und deren negative Berichterstattung) informiert wurde. Eine offensivere Informationspolitik über das Projekt und der Initiierung eines offenen Dialoges zwischen den neuen und alten Bewohnern des Stadtteiles hätte hier sicherlich positive Auswirkungen gehabt. So war das Klima geprägt von Misstrauen und auch das große Engagement der Stadtverwaltung und der anderen Projektteilnehmer wurde von der Öffentlichkeit sehr kritisch, sogar ‚neidisch' zur Kenntnis genommen. Das schlechte Image führte innerhalb der Siedlung zu einer großen Fluktuation der Mieter und einer zunehmenden Anonymisierung. Die Nachbarschaftshelfer, gestartet mit Aufgaben im sozialen Bereich, wurden zunehmend für Instandhaltungsmaßnahmen und kleinere Reparaturen herangezogen, welches eine demotivierende Wirkung auf die zunächst sehr engagierten Helfer hatte. Heute ist keiner der vier Nachbarschaftshelfer mehr Mieter in der Siedlung. Das Gremium wurde zugunsten eines hauptamtlichen Hausmeisters aufgegeben, was eine klare Abkehr von ursprünglich angedachten ‚sozialen Qualitäten' dieser Mieterbeteiligung bedeutet. Besondere Qualitäten dieses ProjektesDie generelle Kooperationsbereitschaft und der intensive Austausch der Projektbeteiligten ermöglichte die Umsetzung eines sehr komplexen Planungsprozesses in einer dafür sehr kurzen Zeitspanne zwischen der ersten Idee und Umsetzung der einzelnen Baumaßnahmen. Für die Verwaltung war durch die Einbindung des Projektes in das IBA Programm besonders der Kontakt zu anderen Planern im Ruhrgebiet, der Dialog über gemeinsame Probleme und die Anregungen der Kollegen sehr positiv.
|
||||||||||||||||||