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The Pride of Africa - Rovos Rail 2001
Durban - Pretoria
14 Tage waren wir mit dem Mietwagen schon durch Südafrika gefahren. Vom
schönen Kapstadt
aus
recht ungewöhnliche Routen, die meist nicht zum Standardprogramm
der Tourismusfirmen für eine Safari gehören. Ich
wollte meinem Bruder und seiner Frau einmal zeigen, was Südafrika
landschaftlich bedeuten kann. Vom 5-Sterne-Hotel bis zur einfachsten,
aber dennoch stets weit mehr als nur befriedigenden privaten Unterkunft
mit Familienanschluß (B&B), vom touristischen Zentrum bis zur
absolut einsamen Gegend ohne Touristen und oft auch ohne Einheimische
sollte möglichst viel gesehen werden. Ganze 3 Wochen Zeit standen
dazu zur Verfügung. Jeder Südafrikaner kann jetzt hier nur
mitleidig den Kopf schütteln und leise "diese Europäer"
murmeln.
Um Ihnen den Grund dazu näher verständlich zu machen, sollten
Sie mal an die Amerikaner denken, die etwas sehr ähnliches
versuchen mit ihren "Europe in 6 days".
Unser Zielpunkt war Durban und dort die "Durban Station", wie
das Bestätigungsfax der nur über e-mail getätigten
Buchung des Rovos Rail aussagte. Eine 3-tägige Fahrt mit dem
"Pride of Africa" sollte der abschließende Höhepunkt unserer
Safari werden.
Apropos Buchung: die gesamte, rein elektronische
Buchungsphase aus Deutschland direkt mit dem Büro des Rovos Rail
ging absolut reibungslos und korrekt über die Bühne.
E-Mail-Bestellung, Fax-Empfang eines Formulars mit aus deutscher Sicht
teilweise richtig blödsinnigen Fragen und deshalb auch
verweigerten Antworten (z.B. Mädchenname der Mutter!!!) -aber das
ist eben Afrika- und 4 Unterschriften, dass man auch wirklich
bezahlen will, aber das war es dann auch schon. Das glaubte ich
allerdings auch nur! Kurz vor Fahrtantritt mussten wiederum x
Unterschriften unter
ein Fax gesetzt werden, nur um zu bestätigen, dass man wirklich
immer
noch fahren wollte und auch die 2. Rate bezahlen wollte. So
ähnlich sah es auch bei unserer ersten
Safari in Kenia aus.
Na ja, ich bin zwar schon afrikanische Verwaltungspossen
gewohnt (der
deutsche Amtsschimmel kann davon noch mehr Schlechtigkeiten lernen),
aber
das war doch mehr, als ich gewohnt war!
Glücklicherweise hatte ich dann während der Reise noch ein
zusätzliches Fax mit Anfahrtwegen telefonisch angefordert, sonst
hätten wir lange suchen können, denn der Einstiegsort war
zwar in der "Durban Station", aber leider auf einem sehr abgelegenen und heruntergekommenen Teil
des Güterbahnhofes. Die sehr nette weibliche Stimme, die mir
telefonisch die Zusendung dieses Faxes in mein momentanes Hotel
zusagte,
beruhigte mich mit Ihrer nächsten Aussage vollständig:
"Sir, the ROVOS will not leave the station without
you".
Für meinen Bruder, als Afrika-unerfahrener Tourist, war diese
Aussage die absolute Krönung seiner Afrika-Konvertierung. "Das
gibt's doch gar nicht. Hier bleib ich". Hier muß man
zur besseren Würdigung hinzufügen, dass mein Bruder selbst
deutscher Beamter ist :-)) Hinzu kam noch, dass in diesem Hotel
zwar eine sehr ausführliche Beschreibung aller Hotelkomponenten in
sehr ansprechender, professionell
gedruckter Form auslag, die dort angegebene Faxnummer des Hotels aber
leider
falsch war. Man hatte inzwischen eine neue Nummer, da der Besitzer des
Hotelkonzerns
in den letzten Jahren 2 mal gewechselt hatte. Deshalb gab es auch
Handtücher mit der Namen des 1. Besitzers (Karos Hotel).
Druckschriften mit dem Namen des 2. Besitzers (Protea Group und/oder
Mövenpick) und Hotelschilder und Speisekarten mit dem Namen des 3.
Besitzers (Orion). Aber das störte keinen Hotelangestellten und
brachte auch die Dame mit der netten Stimme aus der Rovos Rail Zentrale
lediglich kurzfristig ausser Tritt. Sie fand die richtige Nummer selbst
raus. Aber, selbst auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, "das ist
eben auch Afrika".
Am 2. Tag unserer Safari mit dem Rovos Rail von Durban nach Pretoria
erfuhren wir dann die Realisierung des oben aufgeführten
Versprechens durch die vom Zugmanager an jeden Passagier
persönlich überbrachte Nachricht, dass der Zug leider an
dieser Station noch etwas warten müsse, da 4 erwartete Passagiere
etwas später eintreffen würden. Sie hätten im
Krüger
Park einer Elefantengruppe die Vorfahrt geben müssen und deshalb
einige
Stunden länger im Busch bleiben müssen. Niemand war traurig
über
den zusätzlichen Aufenthalt. Im Übrigen werden Sie in ganz
Südafrika immer wieder offizielle Strassenschilder finden, die
genau das vorschreiben:
"Elefanten haben
Vorfahrt!".
Aber beginnen wir mit dem Eintreffen
am Rovos.
Nebenbei Rovos ist eine Zusammenziehung der Anfangssilben des
Vor- und Nachnamens des Besitzers dieses Zuges: Herr Rohan Voss. Er hat
sich in den 80'er Jahren diesen Zug mit mitlerweile 3 Dampflokomotiven
als Hobby zugelegt. Als er dann die immensen Kosten realisierte, kam
Ihm der Gedanke, einerseits die Züge länger laufen zu lassen
und andererseits damit auch etwas Geld zu verdienen. Man scheint jetzt
so langsam aus den roten Zahlen zu kommen.
Diese Aussage verkürzt die gesamte Geschichte zwar extrem, triff
aber den Kern.
Der weitere Fahrtverlauf war
recht angenehm.
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