Startseite
Touristische Informationen über Western Cape Südafrika
Ferienhaus world' view
in Somerset West

Reiseberichte über Safaris mit unserem Landrover im südlichen Afrikaunser Landrover Freelander im Gelände
Reiseberichte über Safaris mit der Eisenbahn in AfrikaEisenbahnen in Afrika; Reiseberichte
Rovos Rail
Empfangshalle?
Empfangsschalter
Reiseverlauf
Zugabteil
Speisewagen
Aussichtswagen
Touren
  Hluhluwe
  Mkhaya
  Quary Siding
Arno Jene Ihr potentieller Gastgeber in Südafrika Arno Jene
Copyright © 2010
Alle Rechte vorbehalten

The Pride of Africa - Rovos Rail 2001

Durban - Pretoria

14 Tage waren wir mit dem Mietwagen schon durch Südafrika gefahren. Vom schönen Kapstadt aus recht ungewöhnliche Routen, die meist nicht zum Standardprogramm der Tourismusfirmen für eine Safari gehören. Ich wollte meinem Bruder und seiner Frau einmal zeigen, was Südafrika landschaftlich bedeuten kann. Vom 5-Sterne-Hotel bis zur einfachsten, aber dennoch stets weit mehr als nur befriedigenden privaten Unterkunft mit Familienanschluß (B&B), vom touristischen Zentrum bis zur absolut einsamen Gegend ohne Touristen und oft auch ohne Einheimische sollte möglichst viel gesehen werden. Ganze 3 Wochen Zeit standen dazu zur Verfügung. Jeder Südafrikaner kann jetzt hier nur mitleidig den Kopf schütteln und leise "diese Europäer" murmeln. Um Ihnen den Grund dazu näher verständlich zu machen, sollten Sie mal an die Amerikaner denken, die etwas sehr ähnliches versuchen mit ihren "Europe in 6 days".

Unser Zielpunkt war Durban und dort die "Durban Station", wie das Bestätigungsfax der nur über e-mail getätigten Buchung des Rovos Rail aussagte. Eine 3-tägige Fahrt mit dem "Pride of Africa" sollte der abschließende Höhepunkt unserer Safari werden.
Apropos Buchung: die gesamte, rein elektronische Buchungsphase aus Deutschland direkt mit dem Büro des Rovos Rail ging absolut reibungslos und korrekt über die Bühne. E-Mail-Bestellung, Fax-Empfang eines Formulars mit aus deutscher Sicht teilweise richtig blödsinnigen Fragen und deshalb auch verweigerten Antworten (z.B. Mädchenname der Mutter!!!) -aber das ist eben Afrika- und 4 Unterschriften, dass man auch wirklich bezahlen will, aber das war es dann auch schon. Das glaubte ich allerdings auch nur! Kurz vor Fahrtantritt mussten wiederum x Unterschriften unter ein Fax gesetzt werden, nur um zu bestätigen, dass man wirklich immer noch fahren wollte und auch die 2. Rate bezahlen wollte.  So ähnlich sah es auch bei unserer ersten Safari in Kenia aus.

Na ja, ich bin zwar schon afrikanische Verwaltungspossen gewohnt (der deutsche Amtsschimmel kann davon noch mehr Schlechtigkeiten lernen), aber das war doch mehr, als ich gewohnt war!
Glücklicherweise hatte ich dann während der Reise noch ein zusätzliches Fax mit Anfahrtwegen telefonisch angefordert, sonst hätten wir lange suchen können, denn der Einstiegsort war zwar in der "Durban Station", aber leider auf einem sehr abgelegenen und heruntergekommenen Teil des Güterbahnhofes. Die sehr nette weibliche Stimme, die mir telefonisch die Zusendung dieses Faxes in mein momentanes Hotel zusagte, beruhigte mich mit Ihrer nächsten Aussage vollständig:

"Sir, the ROVOS will not leave the station without you".

Für meinen Bruder, als Afrika-unerfahrener Tourist, war diese Aussage die absolute Krönung seiner Afrika-Konvertierung. "Das gibt's doch gar nicht. Hier bleib ich". Hier muß man zur besseren Würdigung hinzufügen, dass mein Bruder selbst deutscher Beamter ist :-))  Hinzu kam noch, dass in diesem Hotel zwar eine sehr ausführliche Beschreibung aller Hotelkomponenten in sehr ansprechender, professionell gedruckter Form auslag, die dort angegebene Faxnummer des Hotels aber leider falsch war. Man hatte inzwischen eine neue Nummer, da der Besitzer des Hotelkonzerns in den letzten Jahren 2 mal gewechselt hatte. Deshalb gab es auch Handtücher mit der Namen des 1. Besitzers (Karos Hotel). Druckschriften mit dem Namen des 2. Besitzers (Protea Group und/oder Mövenpick) und Hotelschilder und Speisekarten mit dem Namen des 3. Besitzers (Orion). Aber das störte keinen Hotelangestellten und brachte auch die Dame mit der netten Stimme aus der Rovos Rail Zentrale lediglich kurzfristig ausser Tritt. Sie fand die richtige Nummer selbst raus. Aber, selbst auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, "das ist eben auch Afrika".
Am 2. Tag unserer Safari mit dem Rovos Rail von Durban nach Pretoria erfuhren wir dann die Realisierung des oben aufgeführten Versprechens durch die vom Zugmanager an jeden Passagier persönlich überbrachte Nachricht, dass der Zug leider an dieser Station noch etwas warten müsse, da 4 erwartete Passagiere etwas später eintreffen würden. Sie hätten im Krüger Park einer Elefantengruppe die Vorfahrt geben müssen und deshalb einige Stunden länger im Busch bleiben müssen. Niemand war traurig über den zusätzlichen Aufenthalt. Im Übrigen werden Sie in ganz Südafrika immer wieder offizielle Strassenschilder finden, die genau das vorschreiben:
"Elefanten haben Vorfahrt!".

Aber beginnen wir mit dem Eintreffen am Rovos.

Nebenbei Rovos ist eine Zusammenziehung der Anfangssilben des Vor- und Nachnamens des Besitzers dieses Zuges: Herr Rohan Voss. Er hat sich in den 80'er Jahren diesen Zug mit mitlerweile 3 Dampflokomotiven als Hobby zugelegt. Als er dann die immensen Kosten realisierte, kam Ihm der Gedanke, einerseits die Züge länger laufen zu lassen und andererseits damit auch etwas Geld zu verdienen. Man scheint jetzt so langsam aus den roten Zahlen zu kommen.
Diese Aussage verkürzt die gesamte Geschichte zwar extrem, triff aber den Kern.

Der weitere Fahrtverlauf war recht angenehm.

Datei: Eisenbahn/RovosRail/index: letzte änderung: 25. Januar 2010 mailto:arno@arno-jene.de


Valid HTML 4.01 Transitional